Görlitzer Park: Anwohner:innen fordern Öffnung der gesperrten Brücke und drohen mit Selbsthilfe
Heute ist der 26.10.2026 und die Situation rund um die Brücken im Görlitzer Park bleibt angespannt. Die Initiative Görli 24/7 hat dem Senat und der Deutschen Bahn (DB) ein Ultimatum gestellt – die seit Anfang Juli gesperrte Brücke über den Landwehrkanal soll bis Sonntag um Mitternacht wieder geöffnet werden. Falls dem nicht nachgekommen wird, haben die Anwohner:innen angekündigt, sich selbst um die Öffnung zu kümmern. Das sorgt für Unruhe, denn die Wogen der Sorgen schlagen hoch.
Am Montagmorgen kam es dann zu ersten Aktionen. Auf der Kreuzberger Seite wurde der Zugang zur Brücke offenbar wiederhergestellt. Einige der ausgehobenen Löcher im Brückenbelag wurden kurzerhand mit Sand verfüllt – das klingt fast nach einem Provisorium, aber die Brücke sollte ja wieder nutzbar gemacht werden. Trotzdem waren Wachleute und Polizei an den Absperrungen präsent. Was ist hier los? Die DB hatte als Eigentümerin des stillgelegten Bahndamms gleich vier Brücken gesperrt, und das wegen massiver Korrosionsschäden. Ein Zustand, der nicht nur für die Brücken, sondern auch für die Menschen, die sie nutzen, besorgniserregend ist.
Ein Problem mit der Sicherheit
Die DB begründet die Sperrungen mit den Schäden an den alten Stahlkonstruktionen, die wohl aus einem feuchten Mix aus Sand und Kies resultieren, der in den 90ern verwendet wurde. Wenn ich daran denke, dass dieser Sand und Kies seitdem die Feuchtigkeit speichert, wird mir ganz anders. Klar, dass die Anwohner:innen verärgert sind – Flo Grünbaum von Görli 24/7 äußert sich besorgt über die untätige Zeit, in der nur einige Löcher ausgehoben wurden. Viel mehr ist nicht geschehen, und ob überhaupt technische Prüfungen stattfanden, bleibt unklar. Die DB hält sich bedeckt, wenn es um frühere Prüfberichte geht und erklärt lediglich, die Brücke sei nicht verkehrssicher. Aber wo sind die Beweise?
Besonders brisant ist die Situation am Heilmannsteg. Die einzige nahegelegene Alternative für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen wird bei gutem Wetter überfüllt, und das führt nicht selten zu Beinahe-Unfällen. Die Menschen sind frustriert. Man fragt sich, ob die DB und der Senat die Sorgen der Anwohner:innen wirklich ernst nehmen. Politiker warnen darüber hinaus vor einer möglichen Zunahme der Kriminalität, sollte die Sperrung der Brücken weiter vorangetrieben werden. Ein Teufelskreis, der dringend durchbrochen werden muss.
Die Suche nach Lösungen
Die Vereinbarung zwischen DB, Senatsverkehrsverwaltung und dem Bezirksamt Treptow-Köpenick sieht vor, ein technisches Gutachten zum Sanierungsbedarf erstellen zu lassen, dessen Ergebnis bis Jahresende vorliegen soll. Das klingt vielversprechend, aber es bleibt abzuwarten, wer letztlich die Kosten für die Sanierung trägt. Claudia Leistner, die Verkehrsstadträtin von Treptow-Köpenick, fordert eine zügige Entwicklung einer verlässlichen Perspektive für die Sanierung. Die Verantwortung liegt derzeit zwischen Senat und DB – ein Spagat, der nicht einfach zu meistern ist.
Verhandlungen über eine Nutzung von Teilflächen des ehemaligen Bahndamms laufen parallel und sind wichtig für den Bezirk, besonders wenn man an den Spielplatz an der Lohmühlenstraße denkt. Nach den Herbstferien soll es ein weiteres Gespräch mit der DB geben. Die Anwohner:innen und die Initiative Görli 24/7 sind gespannt und hoffen auf positive Nachrichten.
