In den letzten Tagen war Iris Berben wieder in aller Munde. Die charmante Schauspielerin, die demnächst ihren 75. Geburtstag feiert, hat sich auf den Filmfestspielen in Cannes gezeigt – auf dem roten Teppich, ganz wie es sich für eine Ikone der deutschen Filmindustrie gehört. Doch trotz des Glanzes und Glamours, den ihr Leben mit sich bringt, hat sie in einem Interview mit der Zeitschrift «Bunte» eine ganz andere, nachdenkliche Seite offenbart. Für die 75-Jährige ist das Älterwerden alles andere als ein Grund zur Freude. Sie empfindet es als schwer und wehmütig, und eine Verherrlichung des Alters lehnt sie entschieden ab.
Berben, die seit fast sechs Jahrzehnten im Rampenlicht steht, hat in ihrer Karriere viele Höhen und Tiefen erlebt. Ihr erstes TV-Gastspiel war 1967 in einem NDR-Beitrag über die Hamburger Blumenkinder. Wer hätte damals gedacht, dass sie einmal zu einem der größten Stars in Deutschland werden würde? Sie selbst hat oft gesagt, dass sie sich weniger um ihr Alter sorgt als andere. Statt ewiger Jugend wünscht sie sich einfach mehr Lebenszeit. Und dass das Älterwerden Mühe kostet, weiß sie nur zu gut. „Man muss öfter tief Luft holen“, bemerkte sie und machte deutlich, dass sie oft mit den Herausforderungen des Alters zu kämpfen hat.
Ein Leben im Rampenlicht
Obwohl Berben in der Öffentlichkeit steht, zieht sie es vor, privat unauffällig und ungeschminkt zu bleiben. Oft fährt sie selbst ihren Sportwagen und erledigt ihre Besorgungen ganz unprätentiös. In den letzten Jahren hat sie immer wieder betont, wie wichtig es ist, die eigene Kraft zu bewahren, wach und neugierig zu bleiben. Diese Lebenseinstellung vermittelt sie auch den jüngeren Generationen. Gerade in einem Alter von 75 Jahren, wo viele Menschen bereits aufgeben, hat sie es geschafft, mit Heiner Lauterbach in der Komödie «Ein fast perfekter Antrag» einen neuen Film zu drehen – ein Schritt, der zeigt, dass sie trotz aller Herausforderungen nicht ans Aufhören denkt.
Neben ihrer schauspielerischen Karriere engagiert sich Berben auch für soziale Belange, insbesondere für Israel und die jüdische Gemeinschaft in Deutschland. Dies tat sie oft in einem Umfeld, in dem sie sich allein fühlte. Ihre Kindheit war nicht immer einfach, sie flog von drei Schulen und hat kein Abitur, doch diese Erfahrungen haben sie geprägt und stark gemacht. Ihr Sohn Oliver ist CEO der Constantin Film und hat ebenfalls einen Fuß in der Branche, was sicher nicht ganz leicht ist, wenn man selbst eine so große Persönlichkeit ist.
Das Alter und die Gesellschaft
Die Herausforderungen des Alterns sind nicht nur persönliche Themen für Berben, sondern betreffen viele Menschen in Deutschland. Eine aktuelle Studie des Bundesfamilienministeriums befasst sich mit dem Leben und der Lebensqualität älterer Menschen. Die Ergebnisse zeigen, dass über 80-Jährige aktiv an ihrer Gemeinschaft teilnehmen möchten und ihre Erfahrungen teilen wollen. Viele von ihnen sind mit ihrem Leben zufrieden, jedoch nimmt diese Zufriedenheit mit dem Alter ab. Besonders Heimbewohner fühlen sich häufig einsam. Das ist ein alarmierendes Signal, das zeigt, wie wichtig soziale Kontakte und Teilhabe sind. Berben selbst hat dies sicher auch erlebt, wenn sie über ihre Sicht auf das Alter spricht.
Für Iris Berben ist das Älterwerden eine Reise, die oft mit Schwierigkeiten gepflastert ist. Aber sie hat sich nie entmutigen lassen. Einmal sagte sie: „Ich möchte dieses Mal einfach abtauchen“ – ganz in ihrem Stil, der sowohl rebellisch als auch unkonventionell ist. So wird sie ihren 75. Geburtstag, wie sie es sich wünscht, leise feiern und vielleicht ein wenig nachdenken, was die nächsten Jahre bringen werden. Ein Aufeinandertreffen von Reflexion und Lebensfreude, das ist Iris Berben in ihrer Essenz.
