In einem kleinen, aber feinen Teil von Steglitz-Zehlendorf, zwischen der Argentinischen Allee und der Goethestraße, liegt der Waldsee. Ein Ort, der für die Anwohner nicht nur ein Anziehungspunkt ist, sondern auch ein wenig Sorgenkind. Der See, der als Regenauffangbecken fungiert, hat in den letzten Jahren ganz schön gelitten. Mit einer maximalen Wassertiefe von 2,50 Metern war der südliche Teil des Gewässers zuletzt nur noch 30 Zentimeter tief. Und das ist nicht alles – massive Schlammansammlungen drohten, den Waldsee ins Kippen zu bringen und ihn letztendlich verlanden zu lassen. Ein Zustand, der nicht nur die Natur, sondern auch die Anwohner belastete.
Die Anwohnerin Iris Pribilla, die sich als Mitgründerin des Vereins „Umweltschutz und Landschaftspflege für den Waldsee Zehlendorf e.V.“ stark macht, kennt die Probleme nur zu gut. Im Sommer war die Geruchsbelästigung kaum auszuhalten. Doch nach jahrelangem Kämpfen gibt es nun Licht am Ende des Tunnels: Der Verein hat es geschafft, eine Entschlammung des Gewässers in die Wege zu leiten. Hierbei wird der „Amphi-King“ eingesetzt, ein Gerät, das bereits 200 Tonnen Schlamm aus dem See entfernt hat. Und das ist erst der Anfang – insgesamt sollen mindestens 500 Tonnen abgetragen werden. Der Erfolg ist greifbar!
Sanierung in vollem Gange
Nach mehr als zehn Jahren voller Diskussionen und Planungen sind die Sanierungsmaßnahmen jetzt endlich gestartet. Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf hat die Arbeiten offiziell bestätigt. Anwohner können sich auf Veränderungen einstellen, denn rund um den Waldsee stehen Baufahrzeuge und es wurden Zäune aufgestellt. Der Erdmann-Graeser-Weg ist teils gesperrt, und die Abschnitte von der Goethestraße bis zur Brücke sind vorübergehend nicht passierbar. Doch keine Sorge! Ein Teilbereich von der Argentinischen Allee bis zur Fußgängerbrücke bleibt weiterhin für Passanten zugänglich. Bis Weihnachten sollen die Baustelle und die Vorarbeiten abgeschlossen sein.
Ein kleiner Lichtblick: Im Januar stehen Kampfmittelsondierungen an – eine wichtige Maßnahme, um sicherzustellen, dass keine alten Munitionreste im See verborgen liegen. Die Arbeiten am Gewässergrund sollen voraussichtlich bis Mitte Februar andauern. Während dieser Zeit wird schweres Gerät für die Entschlammung bereitgestellt, und das Ganze wird mit einem Saug-Spülverfahren durchgeführt. Das Rücklaufwasser? Das wird in mehreren Reinigungsstufen aufbereitet und erreicht sogar Trinkwasserqualität, bevor es wieder in den See geleitet wird. Eine ganz schön beeindruckende Technik, wenn man darüber nachdenkt!
Ein wichtiger Beitrag zur Umwelt
Der Waldsee ist mehr als nur ein hübsches Gewässer; seine Funktion als Regenauffangbecken ist essenziell, um Überflutungen in der Umgebung zu verhindern. Bei starkem Regen strömt Schmutz und Nährstoffe in den See, was das Algenwachstum und die Verschlammung fördert. Eine regelmäßige Entschlammung alle 20 bis 30 Jahre wäre ideal. Doch die letzte fand vor 40 Jahren statt – ein viel zu langer Zeitraum. Umweltstadtrat Urban Aykal von den Grünen hat bereits zusätzliche Finanzmittel beantragt, denn der Schlamm im See war größer als ursprünglich angenommen. Das zeigt, wie wichtig es ist, für die Gesundheit unserer Gewässer zu kämpfen.
Die Anwohner haben sich viel gewünscht, und jetzt, wo die Sanierung in vollem Gange ist, gibt es Hoffnung auf eine Verbesserung. Die Maßnahmen zur Bindung von Nährstoffen, die der Waldsee-Verein fordert, könnten in Zukunft den Algenwachstum eindämmen. Und ganz ehrlich, wer würde nicht gerne an einem sauberen, frischen See entspannen? Schließlich halten laut einer Umfrage rund 90 Prozent der Befragten in deutschen Großstädten Stadtgrün für wichtig zur Verbesserung der körperlichen und mentalen Gesundheit. Der Waldsee könnte also nicht nur ökologisch, sondern auch sozial ein echter Gewinn für die Gemeinschaft werden.
