Am Donnerstagabend war es soweit: Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) von Pankow trat zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Da war die Aufregung förmlich in der Luft zu spüren, als Alterspräsidentin Eveline Lämmer die Sitzung eröffnete. Ein kleiner Moment, der den Beginn einer neuen politischen Ära markiert. Gewählt wurden der neue BVV-Vorsteher, seine Stellvertreterin und einige Beisitzer. Doch die wirklich brisanten Wahlen, die zum Bezirksbürgermeister und zu den Stadträten, wurden vertagt. Hier ist noch vieles im Fluss.

Die Wahl des neuen Bezirksamts soll erst am 25. November über die Bühne gehen. Bis dahin bleibt Cordelia Koch von den Grünen de facto Bezirksbürgermeisterin. Ein weiterer Grund, warum die nächsten Wochen spannend werden, denn Linke und Grüne haben am Donnerstag offiziell den Übergang zu Verhandlungen über eine Zählgemeinschaft angekündigt. Die Linke konnte bei der BVV-Wahl 26,7 Prozent der Stimmen einfahren und wurde somit stärkste Kraft, während die Grünen mit 22,4 Prozent auf dem zweiten Platz landeten. Ein gutes Ergebnis, auch wenn sie im Vergleich zum Vorjahr einen kleinen Rückgang verzeichneten.

Die ersten Entscheidungen und Wahlen

Als Zeichen der Zusammenarbeit wurde Fabian Bunschuh von der Linken zum neuen BVV-Vorsteher gewählt. Ein Ergebnis, das mit 29 Ja-Stimmen, 19 Nein-Stimmen und 4 Enthaltungen recht eindeutig ausfiel. Die CDU hatte Bunschuh abgelehnt und ihm politische Unerfahrenheit vorgeworfen. Das zeigt schon, wie hitzig die Gemüter sind! Claudia Jung von den Grünen wurde zur stellvertretenden BVV-Vorsteherin gewählt, was ein weiteres Zeichen für die neue politische Ausrichtung ist.

Die AfD-Kandidatin Melanie König konnte bei der Wahl zur Beisitzerin nicht überzeugen und erhielt nur 13 Ja-Stimmen. Hier hätte sie die erforderliche Mehrheit gebraucht, aber die Pankower haben sich offenbar gegen sie entschieden. Ein klares Votum für die Neuordnung im Bezirk.

Die Machtverteilung im Bezirksamt

Das Bezirksamt, das traditionell aus einem Bezirksbürgermeister und fünf Stadträten besteht, steht vor einer spannenden Neubesetzung. Nach dem Wahlergebnis haben Linke und Grüne jeweils Anspruch auf zwei Vorschläge für Stadtratsposten. Die CDU und die AfD haben jeweils das Vorschlagsrecht für einen Stadtrat. Die Linke hat bereits Jonas Teune als neuen Bezirksbürgermeister und Martina Renner, die aus der Bundespolitik in den Bezirk wechselt, als Stadträtin vorgeschlagen. Spannend wird es auch bei den Grünen, die Cordelia Koch im Bezirksamt halten und möglicherweise Baustadtrat Cornelius Bechtler weiter beschäftigen wollen.

Die CDU schlägt Manuela Anders-Granitzki erneut als Stadträtin vor, während der bisherige Schulstadtrat Jörn Pasternack voraussichtlich keinen neuen Posten erhalten wird. Ein weiterer interessanter Aspekt: Rona Tietje von der SPD, die für Jugend und Familie zuständig ist, wird aufgrund des schwachen Ergebnisses der SPD mit nur 9,9 Prozent voraussichtlich nicht mehr im Bezirksamt vertreten sein. Ein Umbruch, der die politische Landschaft in Pankow nachhaltig verändern könnte.

Die Wahlbeteiligung und die Zukunft

Die Wahlbeteiligung lag bei 75,8 Prozent – ein starkes Zeichen für das politische Interesse der Pankower. Insgesamt traten 184 Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl an, was die Vielfalt der Meinungen und Ansichten im Bezirk widerspiegelt. Der neue Bezirksbürgermeister und die Stadträte werden am 25. November gewählt, und bis dahin bleibt es spannend, wie sich die Verhandlungen zwischen Linken und Grünen entwickeln. Ob die AfD ihren Vorschlag für einen Stadtrat durchbringen kann, bleibt abzuwarten, denn ihre Stimmen allein reichen nicht aus.

Mit einem frischen Wind in der Pankower Politik und einer neuen Zusammenarbeit zwischen Linken und Grünen könnte sich viel verändern. Die kommenden Wochen könnten die Weichen für die Zukunft des Bezirks stellen. Und wir sind gespannt, welche Entscheidungen am 25. November fallen werden – ein Datum, das man sich merken sollte!