Am 30. Oktober 2026 ist es wieder soweit: Im Unabhängigen Jugendzentrum Pankow JUP e.V. wird der mit Spannung erwartete Film Persépolis gezeigt. Die Vorführung beginnt um 19 Uhr, aber wer sich einen guten Platz sichern möchte, sollte schon ab 18:30 Uhr da sein. Der Ort, direkt in der Florastraße 84 in Berlin, verspricht eine einladende Atmosphäre.

Die Geschichte von Persépolis, basierend auf der gleichnamigen Graphic Novel von Marjane Satrapi, ist eine autobiografische Erzählung, die uns in die Kindheit und Jugend der Autorin im Iran entführt – einer Zeit voller Umbrüche während und nach der Islamischen Revolution von 1979. Wer sich mit Themen wie Freiheit, Identität und dem Leben zwischen verschiedenen Kulturen auseinandersetzen möchte, wird hier fündig. Marjanes Entwicklung vom Kind zur jungen Frau ist nicht nur ein persönlicher, sondern auch ein politischer Weg, geschildert mit einer Prise satirischem Humor, der den ernsten Themen eine frische Perspektive verleiht.

Ein Blick auf Marjane Satrapi

Satrapi ist in einer kosmopolitisch-linken Mittelstandsfamilie in Teheran aufgewachsen. Ihr Vater, Ingenieur, und ihre Mutter, Modedesignerin, waren Teil einer kreativen und aufgeschlossenen Umgebung. Doch das Leben in Iran war alles andere als einfach. Ihr Onkel wurde nach der Revolution wegen angeblicher Spionage hingerichtet. Um Marjane vor den Folgen der politischen Unruhen zu schützen, schickten ihre Eltern sie 1984 auf eine französische Schule in Wien. Nach einigen Jahren kehrte sie zurück, um in Teheran visuelle Kommunikation zu studieren und erlebte die Herausforderungen des Alltags in einem Land, das sich dramatisch veränderte.

Eines der bemerkenswertesten Merkmale von Persépolis ist die Art und Weise, wie es persönliche Geschichten mit der großen Geschichte verbindet. Satrapi erzählt nicht nur von ihrem eigenen Leben, sondern von den turbulenten Zeiten, die das Leben vieler Menschen im Iran prägten – vom Sturz des Schahs bis zum Iran-Irak-Krieg. Dabei gelingt es ihr, die Menschlichkeit der Menschen in den Vordergrund zu stellen, jenseits von politischen Stereotypen.

Eine Veranstaltung mit Tiefgang

Die Moderation der Filmvorführung wird von einer Person von Tacheles HU übernommen, und die Veranstaltung findet im Rahmen der Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus statt. Ein passendes Umfeld, um über Themen zu sprechen, die auch heute noch brandaktuell sind. Die Kombination aus Film und Diskussion bietet eine wertvolle Möglichkeit, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen und das Verständnis für verschiedene Perspektiven zu fördern.

Der Film selbst wurde 2007 von Satrapi und Vincent Paronnaud in Form eines Animationsfilms umgesetzt und fand sogar seinen Weg in den Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes. Die Stimmen der Schauspieler, darunter Chiara Mastroianni und Catherine Deneuve, verleihen der Geschichte zusätzliches Leben. Im Iran selbst wurde der Film anfangs nicht gezeigt – die Behörden reagierten mit Ablehnung, doch die internationale Anerkennung brachte schließlich einige Vorführungen, wenn auch unter strengen Auflagen.

Wer also am 30. Oktober Zeit hat, sollte sich diesen Abend nicht entgehen lassen. Es ist nicht nur ein Film, es ist eine Einladung, sich mit unserer Geschichte und den Geschichten anderer auseinanderzusetzen. Und in einer Welt, die oft so geteilt ist, braucht es genau solche Momente, um Brücken zu bauen und Verständnis zu fördern.