Berlin – die Stadt, die niemals stillsteht. An jeder Ecke gibt es etwas Neues zu entdecken, und das gilt auch für die vielen leerstehenden Gebäude, die nun eine spannende Zwischennutzung erfahren. Statt Langeweile und Verfall herrscht hier ein kreatives Treiben, das von Kunst über Sport bis hin zu Nachbarschaftsprojekten reicht. Diese Initiativen zeigen, wie man die Stadt lebendig halten kann, auch wenn die endgültigen Pläne noch in der Schwebe sind.

Ein Paradebeispiel findet sich im Steglitzer Kreisel in Steglitz-Zehlendorf, wo die ehemalige Globetrotter-Fläche seit Ende 2024 für Sport, Kultur und Begegnungen genutzt wird. Boxen, Skaten und Tanzen – hier ist für jeden etwas dabei. Und während die Zukunft des Hochhauses noch ungewiss ist, blüht das Erdgeschoss bereits auf.

In Moaville, Moabit, ist die Situation nicht anders. Die bestehenden Industrie- und Gewerbeflächen werden vor der geplanten Quartiersentwicklung aktiv genutzt. Unter dem Titel „Moaville jetzt“ gibt es hier Kunst, Mode und urbanen Dialog. Wer hätte gedacht, dass so viel Leben in einer Baustelle stecken kann?

Einblicke in die kreative Vielfalt

Die Alte Feuerwache Tempelhof ist ein weiteres Juwel, das auf dem ehemaligen Flughafengelände für Clubnächte und Workshops genutzt wird. Die Veranstaltungen sind so beliebt, dass über 200 Bewerbungen für die Clubnächte eingingen. Wer weiß, vielleicht findet man hier den nächsten großen DJ oder ein innovatives Theaterstück!

Und was ist mit dem Treffpunkt Bauwende am Schinkelplatz? Das zukünftige Bauakademie-Grundstück verwandelt sich bis zum Baubeginn in einen Ort für Ausstellungen und Forschung. Seit dem 8. Juni 2026 läuft dort die Ausstellung „Treffpunkt Bauwende – Blau-Grünes Bauen“. Ein tolles Konzept, das nicht nur informiert, sondern auch zum Mitmachen anregt.

Das ehemalige Karstadt am Leopoldplatz hat einen Teil seines Erdgeschosses an einen Lidl-Markt vermietet, während im ersten Obergeschoss kulturelle Nutzungen in der Luft hängen – alles noch in der Schwebe, aber die Möglichkeiten scheinen endlos. Und in Neukölln entwickelt die Vollgut eG auf dem Gelände der ehemaligen Kindl-Brauerei einen gemeinwohlorientierten Gewerbestandort, mit einem Repair-Café und einem Gemeinschaftsgarten. Hier wird Nachbarschaft großgeschrieben.

Inspiration aus der Nachbarschaft

In Reinickendorf wurde eine ehemalige Minigolfanlage in ein Kunstnetzwerk umgewandelt. Kunstaktionen und Workshops erwecken die alte Anlage zu neuem Leben. Man könnte meinen, die Kreativität sprudelt aus jeder Ecke Berlins!

Ein übergreifender Ansatz, der sich an alle diese Projekte anknüpft, ist das Konzept von Good Places. Hier werden untergenutzte Immobilien betrachtet, um lokale Kooperationen zu fördern. Kultur, Urban Design und unternehmerische Ansätze fließen zusammen, um Platz für die Ideen der Zukunft zu schaffen. Und das Beste daran? Die Zwischennutzungen sind ein Testfeld dafür, was an einem Ort funktioniert.

Das Thema Zwischennutzung hat jedoch einen neuen Wind erhalten. Im Januar 2026 kündigte visitBerlin ein Pilotprojekt für ein zentrales Zwischennutzungsbüro an. Ziel ist es, leerstehende Räume in den Berliner Zentren flexibel und kreativ zu aktivieren. Das Büro wird als zentrale Koordinierungsstelle fungieren und zwischen Immobilienwirtschaft, Kultur- und Kreativschaffenden sowie Gewerbetreibenden vermitteln. Ein spannendes Vorhaben, das sicherlich frischen Wind in die Planung bringen wird!

Insgesamt zeigt sich: Berlin ist nicht nur ein Ort der Möglichkeiten, sondern auch ein Ort, an dem Kreativität und Gemeinschaft blühen. Die kommenden Jahre versprechen viele Überraschungen und neue Entwicklungen – und wir dürfen gespannt sein, was aus all diesen Projekten letztendlich erwachsen wird.