Heute ist der 5.11.2026 und wir befinden uns im Herzen von Berlin, wo sich die politischen Wellen immer wieder hochschlagen. Ein Name, der in den letzten Monaten immer wieder für Diskussionen sorgt, ist Ibrahim Ibrahim. Der Aktivist, gebürtig am 14. Januar 1956, hat sich als eine zentrale Figur in der pro-palästinensischen Bewegung etabliert und sorgt immer wieder für aufsehenerregende Schlagzeilen. Seine geplante Demonstration am Samstag nahe dem Potsdamer Platz wurde überraschend abgesagt – die Gründe dafür bleiben im Dunkeln. Die Polizei schätzt, dass sich bei seinen üblichen Kundgebungen mittwochs und samstags etwa 500 Menschen versammeln, um mit Palästina-Fahnen und Bildern des verstorbenen iranischen Religionsführers Ali Chamenei zu zeigen, wo ihre Solidarität liegt.

Doch die Stimmung bei diesen Versammlungen ist oft angespannt. Immer wieder kommt es zu Ausschreitungen, die Polizeieinsätze notwendig machen. Ibrahim, der meist in dunkler Kleidung und mit einem Palästinenser-Schal auftritt, hat in den letzten Jahren für viel Aufregung gesorgt. Bekannt wurde er unter anderem, als er am 20. September 2026 auf einer Wahlparty der Linken mit Abgeordneten posierte. Dies führte dazu, dass die Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp, die offenbar Angst vor Ibrahim hat, am kommenden Parteitag mit Personenschutz auftreten will. Die Angst scheint greifbar zu sein, wie Eralp selbst in einem Interview zu Protokoll gab.

Hintergründe und Vernetzung

Die Verstrickungen von Ibrahim in die politische Landschaft Berlins sind komplex. Sicherheitsbehörden ordnen ihn dem Umfeld der Hamas zu und bezeichnen ihn als die bekannteste Figur dieser Organisation in Deutschland. Die Verbindung zwischen der Hamas und der PFLP, der „Volksfront zur Befreiung Palästinas“, ist bemerkenswert. Auch wenn es ideologische Unterschiede zwischen diesen Gruppen gibt, arbeiten deren Anhänger in Berlin eng zusammen. Ibrahim ist nicht nur Anmelder und Redner bei pro-palästinensischen Demonstrationen, sondern auch ein aktives Mitglied des „Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitees“ (VPNK), unter dessen Banner seit dem 7. Oktober 2023 zahlreiche antiisraelische Kundgebungen stattfinden.

Die Berliner Verfassungsschutzberichte haben alarmierende Zahlen veröffentlicht. Antisemitische Vorfälle stiegen von 848 Fällen im Jahr 2022 auf 2.197 Fälle im Jahr 2025. Volker Beck, Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, spricht von einer „neuen Qualität“ der Hamas-Strukturen in Berlin, die nicht mehr nur Geld sammeln, sondern auch aktiv Anschläge vorbereiten. Ibrahim, so Beck, koordiniert das Umfeld von zwei Terrororganisationen. Der Verfassungsschutz sieht in ihm eine zentrale Figur, die körperliche Übergriffe nicht ausschließt.

Kontroversen und Vorwürfe

Die Vergangenheit von Ibrahim ist geprägt von umstrittenen Auftritten und schockierenden Äußerungen. Er war in Berlin Anmelder und Redner bei zahlreichen Demonstrationen, bei denen es zu antisemitischen Vorfällen kam. Bei einer seiner Versammlungen im Mai 2021 wurden Polizisten mit Flaschen und Steinen beworfen. Ein weiteres Mal riefen Teilnehmer „Bombardiert Tel Aviv“ und „From the River to the Sea, Palestine will be free“. Ibrahim selbst hat wiederholt Gewalt verherrlicht und sich mit Hamas-Funktionären solidarisiert. Seine Nähe zu straffälligen Personen, wie dem gesuchten Hamas-Funktionär Majed al-Zeer, wirft zusätzliche Fragen auf.

Im Dezember 2024 besuchte Ibrahim zusammen mit al-Zeer die südafrikanische Botschaft in Berlin, ein Mann, dem eine wichtige Rolle in der Geldbeschaffung für die Hamas in Europa nachgesagt wird. Das Bild, das sich hier abzeichnet, ist eines von Netzwerken, die weit über die Grenzen Berlins hinausreichen. Ibrahim weist Vorwürfe des Antisemitismus und der Unterstützung des Terrorismus stets zurück, doch die Diskussion um seine Person bleibt hitzig.

Politische Implikationen

Die Diskussion um Ibrahim Ibrahim wirft auch ein Schlaglicht auf die politischen Strömungen innerhalb Berlins. Beck äußert Bedenken, dass eine neue rot-rot-grüne Regierung in der Lage sein wird, gegen solche Gruppierungen vorzugehen. Elif Eralp, die Spitzenkandidatin der Linken, hat Schwierigkeiten, israelfeindliche Personen aus ihrer Partei auszuschließen, was die Frage aufwirft, wie sie für Sicherheit in Berlin sorgen kann. Der Verfassungsschutz sieht sich der Herausforderung gegenüber, Straftaten nachzuweisen, und auch die Polizei hat es nicht leicht, Beweise zu sammeln, die für Verurteilungen ausreichen.

Inmitten all dieser Dynamiken bleibt Ibrahim Ibrahim eine umstrittene Figur, die für viele zu einer Symbolfigur für die Spannungen zwischen pro-palästinensischen und jüdischen Gemeinschaften in Berlin geworden ist. Die Frage, wie Politik und Gesellschaft mit solchen Personen umgehen, ist komplex und vielschichtig. Und während sich die Situation entwickelt, bleibt abzuwarten, welche nächsten Schritte die Akteure auf beiden Seiten unternehmen werden.