The Sound of Courage: Stimmen der Veränderung in der Musikszene
In den Nordischen Botschaften von Berlin hat eine spannende Ausstellung ihre Türen geöffnet, die es in sich hat! Unter dem Titel „The Sound of Courage“ wird die Musikszene aus Nord-Europa ins Rampenlicht gerückt. Was hier besonders ins Auge sticht? Die starken weiblichen Stimmen, die in der Musik oft unterrepräsentiert sind. Das Ziel dieser Ausstellung ist klar: Die Sichtbarkeit von Musikerinnen zu erhöhen und die Dominanz der Männer in der Branche zu hinterfragen. Bis zum 4. Oktober habt ihr täglich von 11 bis 19 Uhr (an Wochenenden bis 16 Uhr) die Gelegenheit, in diese faszinierende Welt einzutauchen – und das ganz ohne Eintritt!
Die Ausstellung lädt nicht nur zum Staunen ein, sondern bietet auch eine ganz besondere Atmosphäre. Ihr könnt es euch auf gemütlichen Sitzsäcken bequem machen, während ihr mit Kopfhörern Videoclips von beeindruckenden Künstlerinnen hört. Unter anderem wird die erste weibliche Rapperin Grönlands, Parnak, vorgestellt, die vor zwei Jahren mit ihrer kraftvollen Stimme auf sich aufmerksam machte. Außerdem sind unter den Porträts etwa zwei Dutzend weitere Künstlerinnen, darunter Namen wie Björk aus Island, Zara Larsson aus Schweden und Cim Dallhe von den Åland-Inseln. Und es gibt noch mehr: Projekte wie die Konzertreihe „Hun Solo“, die ausschließlich weibliche Besetzungen präsentiert, und „Future Female Sounds“ aus Kopenhagen, die die Bühne für Frauen im Musikgeschäft öffnen.
Die Realität der Musikbranche
Doch während die Ausstellung in den Nordischen Botschaften ein positives Zeichen setzt, bleibt die Realität in der Musikbranche ernüchternd. Eine Studie der MaLisa Stiftung, die in Kooperation mit GEMA und Music S Women* durchgeführt wurde, zeigt, dass die strukturelle Benachteiligung von Frauen und nichtbinären Menschen nach wie vor ein großes Problem darstellt. Die Analyse, die sich über die Jahre 2010 bis 2019 erstreckt, zeigt, dass es kaum Verbesserungen in der Geschlechtergerechtigkeit gegeben hat. Über 85% der Musik wird von Männern komponiert – das ist eine klare Ansage! Und auch auf Festivalbühnen bleibt der Frauenanteil mit durchschnittlich 16% erschreckend niedrig.
Obwohl es 2022 einige Verbesserungen auf Festivalbühnen gab, insbesondere bei kleineren Festivals, zeigt die Analyse, dass Frauen, nichtbinäre Menschen und andere Geschlechtsidentitäten nach wie vor stark unterrepräsentiert sind. In der deutschen Musiklandschaft bleibt der Frauenanteil in allen Bereichen – sei es beim Songwriting, in den Charts oder bei der GEMA – unter 20%. Das ist nicht nur frustrierend, sondern auch ein Zeichen, dass mehr getan werden muss, um Chancengleichheit zu schaffen.
Zurück zur Ausstellung: Sie regt nicht nur zum Staunen, sondern auch zum Nachdenken an. Während wir die beeindruckenden Leistungen von Künstlerinnen feiern, stellt sich zugleich die Frage: Wie kann es sein, dass in einer Branche, die so viele kreative Köpfe vereint, die Stimmen von Frauen und nichtbinären Menschen noch immer so oft im Hintergrund bleiben? Die „Sound of Courage“-Ausstellung ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber sie sollte auch als Anstoß dienen, um die bestehenden Strukturen zu hinterfragen und aktiv für Veränderungen einzutreten.
Lasst euch also inspirieren, besucht die Ausstellung und kommt ins Gespräch! Es gibt viel zu entdecken und zu diskutieren – und vielleicht ist das der erste Schritt, um die Musikszene in ein neues Licht zu rücken.
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