Am 7. Mai 2026 wird ein bedeutendes Ereignis in Berlin stattfinden: Der Platz vor dem Abgeordnetenhaus, das Herzstück des Berliner Landesparlaments, erhält offiziell den Namen Margot-Friedländer-Platz. Diese Umbenennung würdigt das Lebenswerk von Margot Friedländer, einer bemerkenswerten Holocaust-Überlebenden, die von 1921 bis 2025 lebte. Ihr unermüdliches Engagement für Erinnerung, Menschlichkeit und demokratische Werte wird durch diese Ehrung in besonderer Weise gewürdigt. Der Platz, der keine Hausnummer hat, befindet sich direkt vor dem historischen Parlamentsgebäude in Berlin-Mitte und wird damit zu einem Ort des Gedenkens und der Reflexion.

Margot Friedländer wurde in eine jüdische Familie in Berlin geboren und musste die verheerenden Auswirkungen der nationalsozialistischen Politik hautnah miterleben. Nach ihrer Deportation ins Konzentrationslager Theresienstadt überlebte sie den Terror der NS-Zeit, emigrierte 1946 mit ihrem Mann in die USA und kehrte erst 2003 auf Einladung des Berliner Senats nach Berlin zurück. Diese Rückkehr fand 57 Jahre nach ihrer Emigration statt und zeugt von ihrer tiefen Verbundenheit mit ihrer Heimatstadt.

Ein Leben im Zeichen des Gedenkens

Margot Friedländer war nicht nur eine Zeitzeugin, sondern auch eine leidenschaftliche Botschafterin gegen Antisemitismus und Diskriminierung. Sie betonte stets die Wichtigkeit, für die zu sprechen, die nicht mehr sprechen können. Ihre Erlebnisse aus der Zeit des Nationalsozialismus prägten ihr Leben und ihr Wirken. In Theresienstadt heiratete sie Adolf Friedländer, den sie aus Berlin kannte. Nach dem Tod ihres Mannes begann sie, ihre Erinnerungen aufzuschreiben und veröffentlichte 2008 ihre Autobiografie „Versuche, Dein Leben zu machen!“, die viele Menschen berührte.

Für ihr Engagement als Zeitzeugin wurde sie mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter das Bundesverdienstkreuz und die Jeanette-Wolff-Medaille. Auch ihre Rückkehr nach Berlin, bei der sie im Roten Rathaus empfangen wurde, fand großen Anklang. Hier knüpfte sie Freundschaften, die ihr halfen, sich in der Stadt, die sie einst verlassen hatte, wieder einzugewöhnen.

Ein bleibendes Erbe

Margot Friedländer starb am 9. Mai 2025 im Alter von 103 Jahren und hinterlässt ein bleibendes Erbe. Ihre Beisetzung fand auf dem jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee statt, wo sie inmitten ihrer Familie und ihrer Vorfahren ruhen darf. Die Benennung des Platzes vor dem Abgeordnetenhaus nach ihr ist ein Zeichen des Respekts und der Erinnerung an die Gräueltaten der Vergangenheit sowie eine Mahnung, dass sich Geschichte nicht wiederholen darf.

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In einer Zeit, in der das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus immer wichtiger wird, ist der Margot-Friedländer-Platz mehr als nur ein neuer Name auf einer Karte. Er ist ein Ort, der zukünftige Generationen ermutigen soll, für Menschlichkeit und Demokratie einzutreten und sich aktiv gegen Diskriminierung zu engagieren.

Quelle: https://berliner-abendblatt.de/berlin-news/landesparlament-erhaelt-adresse-margot-friedlaender-platz-id332141, https://www.bpb.de/themen/deutschlandarchiv/506886/margot-friedlaender-ich-spreche-fuer-die-die-nicht-mehr-sprechen-koennen/