In der Nacht zu Sonntag kam es in Schöneberg zu einem Vorfall, der die Gemüter der Berliner Bevölkerung erhitzt. Ein E-Scooter wurde von einer Brücke auf die Berliner Stadtautobahn A100 geworfen. Dies geschah gegen 1.10 Uhr zwischen den Anschlussstellen Kreuz Schöneberg und Alboinstraße. Ein aufmerksamer Zeuge konnte beobachten, wie der Scooter auf der Fahrbahn landete, jedoch nicht, wie er von der Hermann-Ganswindt-Brücke geworfen wurde. Glücklicherweise konnte ein heranfahrender Taxifahrer dem gefährlichen Objekt rechtzeitig ausweichen, was Verletzungen verhinderte.
Die Mordkommission des Landeskriminalamts sowie die Staatsanwaltschaft haben die Ermittlungen aufgrund eines versuchten Tötungsdeliktes aufgenommen. Ob es sich um versuchten Totschlag oder versuchten Mord handelt, ist bislang unklar. Die Staatsanwaltschaft hüllt sich in Schweigen bezüglich des E-Scooters, um mögliches Täterwissen zu schützen. Am Tatort sammelte die Mordkommission Beweise, und weitere Zeugen sollen befragt werden. Die Diskussion über E-Scooter in Berlin ist nicht neu; seit ihrer Zulassung im Juni 2019 sind sie ein Dauerbrenner. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey ergab, dass 61 Prozent der Berliner ein generelles Verbot von E-Scootern wünschen, während 28 Prozent dagegen sind und 11 Prozent unentschieden bleiben.
Vergleich mit ähnlichen Vorfällen
Die Berliner Ermittlungen erinnern an einen Vorfall in der Silvesternacht in Frankfurt, wo ein E-Scooter von einer Fußgängerbrücke auf ein Polizeiauto geworfen wurde. In diesem Fall wurden Anklagen gegen drei junge Männer erhoben, darunter ein 17-Jähriger, der den 30 Kilogramm schweren E-Scooter gezielt auf das Fahrzeug geworfen haben soll. Dieser Vorfall führte zu Verletzungen bei zwei Polizisten. Der 19-Jährige wird beschuldigt, den Angriff koordiniert und selbst Gegenstände von der Brücke geworfen zu haben. Besonders alarmierend ist, dass er auch einen Molotowcocktail hergestellt haben soll, was einen zusätzlichen Vorwurf wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz nach sich zieht.
Diese Vorfälle werfen ein Schlaglicht auf die Gefahren, die von rücksichtslosen Handlungen im Zusammenhang mit E-Scootern ausgehen. In Berlin wird bereits seit Jahren über das Verhalten von E-Scooter-Fahrern und das unachtsame Abstellen dieser Fahrzeuge diskutiert. Der Vorfall auf der A100 gibt der Debatte einen neuen Impuls und verdeutlicht, wie wichtig es ist, die Sicherheit im Straßenverkehr zu gewährleisten.