Die Berliner Polizei hat im ersten Halbjahr 2026 alarmierende Zahlen veröffentlicht: 585 Delikte mit Schusswaffengebrauch wurden registriert. Das sind 24 Fälle mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wo es nur 561 waren. Ein Blick in die Details macht deutlich, dass die Situation ernst ist. Unter den registrierten Delikten finden sich 324 Bedrohungen und 261 Schussabgaben. Und ja, die Statistik umfasst nicht nur scharfe Waffen, sondern auch Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen. Aber die Zahlen sind nicht nur bloße Statistiken, sie erzählen Geschichten – Geschichten von Bedrohungen und Gewalt, die viele Menschen in Berlin betreffen.

Besonders alarmierend ist, dass in 65 Fällen tatsächlich Schüsse aus scharfen Schusswaffen abgegeben wurden. Die Polizei stuft 62 dieser Fälle als Straftaten ein. In diesen ernsten Vorfällen wurden 118 Menschen als Geschädigte gezählt, darunter zwei Tote. Es ist erschreckend, wie die Gewalt in den Straßen der Hauptstadt um sich greift. Und während wir hier in Steglitz-Zehlendorf gemütlich unseren Kaffee genießen, passiert in anderen Teilen der Stadt etwas, das uns alle betreffen könnte.

Die Spezialeinheit „Ferrum“ im Einsatz

Um dem wachsenden Problem Herr zu werden, wurde im November 2025 die Spezialeinheit „Ferrum“ ins Leben gerufen. Sie hat bereits 708 Ermittlungsverfahren eingeleitet und 77 Haftbefehle erwirkt. Das ist keine kleine Hausnummer! Zudem wurden 73 scharfe Schusswaffen sichergestellt. Diese Einheit konzentriert sich gezielt auf den Schusswaffengebrauch im Bereich der organisierten Kriminalität. Und das ist dringend nötig, denn die Ermittler haben festgestellt, dass kriminelle Netzwerke sogar Minderjährige für gefährliche Aufträge anwerben – das sogenannte „Crime as a Service“. Das ist schon eine ziemlich erschreckende Entwicklung, wenn man bedenkt, dass solche Praktiken nicht vor der Tür haltmachen.

Die Ermittlungsgruppe „Telum“ der Staatsanwaltschaft Berlin hat bis Ende September 258 Verfahren in Bearbeitung. In 19 dieser Verfahren wurden bereits Anklagen erhoben oder Strafbefehle beantragt. Dabei wurden 61 Haftbefehle erlassen und vollstreckt. Es ist gut zu sehen, dass die Behörden aktiv gegen die steigende Gewalt vorgehen, aber die Zahlen sind dennoch beunruhigend.

Die breitere Perspektive der Waffenkriminalität

Diese Entwicklung ist nicht nur ein Berliner Phänomen. Laut dem Bundeslagebild Waffenkriminalität zeigt sich, dass die Zahlen in ganz Deutschland steigen. So wurden 2024 insgesamt 9.460 Fälle registriert, ein Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren. Besonders bemerkenswert ist, dass in Berlin die meisten Schussabgaben stattfanden – gefolgt von Saarland und Hamburg. Die Berichte über illegalen Waffenhandel und die Beschaffung von Schusswaffen, vor allem durch Diebstahl oder illegale Umbauten, machen die Situation noch komplexer. Die Behörden haben sogar festgestellt, dass 3D-Drucker für die Herstellung illegaler Schusswaffen verwendet werden.

In diesem Kontext wird klar, dass die Herausforderungen, vor denen wir stehen, nicht nur lokal sind. Die innere Sicherheit Deutschlands und der EU könnte dadurch gefährdet werden. Politisch motivierte und organisierte Kriminalität sind nur einige der Bereiche, die unter dieser steigenden Waffenkriminalität leiden. Es ist also höchste Zeit, dass wir uns als Gesellschaft mit diesen Themen auseinandersetzen und gemeinsam Lösungen finden. Denn es betrifft uns alle, egal ob wir in Charlottenburg-Wilmersdorf oder hier in Steglitz-Zehlendorf leben.