Heute ist der 2.11.2026, und das Berliner Wetter zeigt sich von seiner typischen, launischen Seite. Doch Renate Zimmermann, 67 Jahre alt und voller Lebensfreude, lässt sich davon nicht bremsen. Mit einem ehrgeizigen Plan im Gepäck – alle 11.500 Straßen Berlins zu Fuß zu erkunden – hat sie sich auf eine Reise begeben, die sie in die verstecktesten Ecken dieser pulsierenden Metropole führt. Was für ein Abenteuer!

Die Idee kam Renate, als sie über einen Zeitungsartikel stolperte, in dem ein Mann alle Straßen New Yorks abgelaufen ist. „Warum nicht auch in Berlin?“ dachte sie sich und startete am 6. Januar 2026 ihre erste Tour. Nach zehn Monaten hat sie bereits den Bezirk Steglitz-Zehlendorf abgeschlossen und ist etwa zur Hälfte in Spandau unterwegs. Bei jedem Schritt, den sie macht, entdeckt sie Neues – sei es ein charmantes Antiquariat oder eine alte Kirche, die Geschichten aus längst vergangenen Zeiten erzählt.

Ein Projekt voller Entdeckungen

Renate, die bis zu ihrer Pensionierung in verschiedenen Bibliotheken arbeitete, bringt ihre Liebe zur Literatur und zur Stadt in ihr Projekt ein. Ihre Touren sind sorgfältig geplant – sie recherchiert die Geschichte der Kieze, fotografiert bemerkenswerte Gebäude und hält alles in ihrem Blog „Bibliothekarin läuft“ fest. Auch auf Instagram teilt sie ihre Erlebnisse in Form von Reels. Das Wandern, das Schreiben und ihre Neugier auf Berlin verbinden sich hier zu einem harmonischen Ganzen.

Mit einer App, die ihre Wege aufzeichnet, dokumentiert sie die ungefähren 15.000 Kilometer, die sie am Ende zurücklegen wird. „Verrückt? Vielleicht. Aber genau das macht es spannend!“, sagt sie oft mit einem Lächeln. Ihre Touren sind ein Teil ihres Lebens, der ihr das Gefühl gibt, aktiv zu sein und gleichzeitig die Stadt zu erkunden. Sie läuft sogar bei Glatteis und Temperaturen bis 42 Grad – Respekt dafür!

Mediale Aufmerksamkeit und Begegnungen

Die Medien haben ihr Vorhaben nicht übersehen. Berichte in der Morgenpost, der RBB-Abendschau und vielen anderen Formaten zeugen von der Faszination, die Renates Abenteuer auslösen. In einem Gespräch in der RBB-Sendung „Der Tag“ erklärte sie, dass sie hofft, alles zu schaffen, bevor sie stirbt. Ein ehrgeiziges Ziel, das mit einer ordentlichen Portion Humor und Entschlossenheit angegangen wird.

Auf ihren Touren hat sie auch immer wieder Begleiter dabei. Oft nimmt sie interessierte Personen mit, die gemeinsam mit ihr die Straßen Berlins erkunden wollen. Manchmal wird sie sogar erkannt, was ihr ein kleines Schmunzeln entlockt. „Es ist schön zu sehen, dass die Menschen sich für mein Projekt interessieren“, sagt sie. Und das tut sie wirklich – ihr Engagement ist ansteckend!

Ein Stadtbild voller Vielfalt

Berlin, die Stadt mit ihren unzähligen Gesichtern, ist ein Ort der Vielfalt. Von eleganten Villen am Havelblick über lebendige Parkanlagen bis hin zu den typischen Plattenbauten und Industrieflächen – die Stadt hat für jeden etwas zu bieten. Mit rund 3,7 Millionen Einwohnern wächst Berlin stetig, und die Stadtstruktur verändert sich laufend. Renate erlebt das hautnah, wenn sie durch die verschiedenen Stadtteile wandert und die unterschiedlichen Geschichten aufschnappt, die in den Straßen verankert sind.

Besonders die Nachbarschaften ziehen sie in ihren Bann. Oft hinterlässt sie an Laternenpfählen farbenfrohe Aufkleber mit dem Spruch „This Street got Renate-fied“. Ein kleiner Gruß an die Welt und eine Erinnerung daran, dass jede Straße eine eigene Geschichte erzählt. Am Ende ihrer Reise plant sie, die Orte, die ihr besonders ans Herz gewachsen sind, nochmals zu erkunden – vielleicht bald gemeinsam mit ihrem Mann.

So wird aus einem Ruhestand nicht einfach das Ausklingen des Lebens, sondern ein neues, aufregendes Kapitel, das voller Entdeckungen und Begegnungen steckt. Auf die nächsten Schritte, Renate! Wir sind gespannt, welche Geschichten du uns noch erzählen wirst.