Die Füchse Berlin haben am vergangenen Wochenende beim ThSV Eisenach ein spannendes Handballspiel abgeliefert. Mit einem Endstand von 32:29 haben sie nicht nur den vierten Auswärtssieg der Saison eingefahren, sondern auch ihre Position als Tabellenfünfter mit 14:6 Punkten gefestigt. Vor 2.850 begeisterten Zuschauern war Mathias Gidsel der Star des Abends, der mit zwölf Toren beeindruckte und als bester Werfer der Partie glänzte.

Die erste Halbzeit verlief jedoch alles andere als glatt für die Füchse. Sie hatten Schwierigkeiten, ins Tempospiel zu finden, und gegen die aggressive Abwehr von Eisenach taten sie sich im Positionsangriff sehr schwer. Torhüter Matija Spikic war in dieser Phase ein echter Rückhalt, parierte mehrfach und verhinderte, dass Eisenach noch weiter davonziehen konnte. So kam es, dass die Gastgeber mit einem 10:2-Lauf bis kurz vor der Pause auf 16:9 davonzogen.

Ein Comeback in der zweiten Halbzeit

Nach dem Seitenwechsel wendete sich das Blatt. Die Füchse traten entschlossener auf, verteidigten offensiver und erzwangen dadurch mehrere Ballverluste beim Gegner. Ein 16:22-Rückstand in der 41. Minute wurde durch einen bemerkenswerten 9:2-Lauf in eine 25:24-Führung in der 50. Minute umgewandelt. Eisenach versuchte zwar, zurückzukommen, aber in der Schlussphase setzten die Füchse auf Mathias Gidsel, der die Nerven behielt und den Auswärtssieg über die Zeit brachte.

Gidsel, der mittlerweile in seiner dritten Saison bei den Füchsen spielt, wurde erst kürzlich zum „DKB MVP der Saison“ 2024/25 gewählt. In dieser Saison hat er mit 275 Feldtoren, ohne dabei einen einzigen Siebenmeter zu verwandeln, einen neuen persönlichen Rekord aufgestellt. Das ließ ihn nicht nur hinter Marko Grgic den zweiten Platz in der Torschützenliste belegen, sondern auch unter die besten vier Vorlagengeber der Liga rutschen, mit 124 Assists. Und das ist noch nicht alles: Gidsel führt auch die Ballgewinn-Statistik mit 26 Steals an und hat in sechs Spielen einen Handball-Performance-Index (HPI) von über 100 erzielt – das schafft sonst niemand in der Liga.

Ein Talent auf dem Höhepunkt seiner Karriere

Die beeindruckende Karriere des dänischen Rückraumspielers begann bereits in der Jugend. Mit 15 Jahren zog er aus seinem Heimatort Skjern nach Oure, um eine auf Handball spezialisierte Schule zu besuchen. Dort entwickelte er sich schnell und gewann 2016 den dänischen Jugendmeistertitel. Seit seinem Wechsel zu den Füchsen Berlin im Jahr 2022 hat er nicht nur den ersten deutschen Meistertitel der Vereinsgeschichte errungen, sondern auch zahlreiche individuelle Auszeichnungen gesammelt, darunter die Wahl zum Welthandballer in den Jahren 2023, 2024 und 2025.

Die nächsten Monate versprechen für Gidsel und die Füchse eine spannende Zeit. Beim TruckScout24 EHF FINAL4 in Köln könnte er einen weiteren Titel gewinnen, und die offizielle Ehrung als MVP findet am 23. August im Handball Super Cup im SAP Garden München statt. Wenn Berlin gegen den THW Kiel antritt, wird es sicher ein Fest für die Handballfans! Gidsel, der in Prenzlauer Berg lebt, hat sich nicht nur als Spieler, sondern auch als Publikumsliebling etabliert. Man darf gespannt sein, welche Rekorde und Erfolge er in den kommenden Jahren noch erzielen wird.