Radweg des Schreckens: Steglitz-Zehlendorf kämpft gegen sanierungsbedürftige Fahrradstrecke
In Steglitz-Zehlendorf gibt es derzeit einen Radweg, der eher einem Abenteuerpark ähnelt als einer sicheren Strecke für Radfahrer. Die Strecke zwischen Zehlendorf-Eiche und dem S-Bahnhof Wannsee entlang der B1 ist als stark sanierungsbedürftig eingestuft. Ricardo, ein 42-jähriger Postzusteller, hat da so einiges zu berichten. Schlaglöcher und hochgedrücktes Pflaster durch Baumwurzeln sind nur einige der Herausforderungen, mit denen er täglich konfrontiert ist. Besonders besorgniserregend ist die Situation bei früh einsetzendem Dunkelheit, wo Kinder und Senioren einem zusätzlichen Risiko ausgesetzt sind. Das klingt nicht nach einem Vergnügen auf zwei Rädern, oder?
Die Probleme beginnen bereits ab der Kreuzung Potsdamer Straße/Fischerhüttenstraße. Hier verläuft der asphaltierte Radweg neben Waldboden, was dazu führt, dass Fußgänger den Weg häufig nutzen. Das sorgt für Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern – ein echtes Chaos! Ab der Höhe Neue Straße wird der Radweg teilweise kaum einen Meter breit. Bis zur Spanischen Allee muss man mit Wurzelaufbrüchen, beschädigten Bodenplatten und unebenen Gullideckeln rechnen. Ein wahrer Slalomkurs für alle Zweiradfahrer!
Gefahren an jeder Ecke
Die Gefahren hören hier nicht auf. An der Kreuzung Lindenthaler Allee endet der Radweg abrupt an einer daumenbreiten Kante. Wer hier nicht aufpasst, kann ins Schlingern geraten und riskiert Stürze oder Schäden am Vorderrad. Das ist besonders ärgerlich, denn auch abbiegende Autos kreuzen den Weg. Und dann sind da noch die zwei Tunnel unter dem Autobahnkreuz Zehlendorf, die einen rutschigen Belag haben – nicht gerade das, was man sich unter einem sicheren Radweg vorstellt.
Ein Lichtblick? Vielleicht! Die Senatsverkehrsverwaltung hat bestätigt, dass der schlechte Zustand der Radwege bekannt ist. Die Wege entsprechen überwiegend nicht den aktuellen Anforderungen. Oft sind sie nur etwa einen Meter breit, und der Abstand zu parkenden Fahrzeugen ist oft zu gering. In den letzten Jahren wurden zwar einige Abschnitte saniert, etwa an den Zufahrten zum Autobahnkreuz Zehlendorf oder im Bereich Lindenthaler Allee, aber das reicht bei Weitem nicht aus. Weitere Sanierungen sind momentan nicht geplant – die Gründe dafür sind der geringe Personalbestand im Bezirksamt und andere Straßen, die als wichtiger eingestuft werden. Das klingt irgendwie frustrierend, oder?
Politische Stimmen und mögliche Lösungen
Politiker wie Dennis Egginger-Gonzalez, der Linken-Fraktionschef in der Bezirksverordnetenversammlung, bezeichnet den Zustand als „Stückwerk“ und fordert ein besseres Radverkehrsangebot. Nach einem Stimmenzuwachs der Linken könnte er bald Bezirksstadtrat werden. Spannend ist, dass Egginger-Gonzalez auch Vorschläge hat: Die wenig genutzte Parkspur auf dem Königsweg könnte zu einem Radweg ausgebaut werden. Der Königsweg wird von vielen Radfahrern als Alternative zur holprigen Potsdamer Chaussee genutzt – hier könnte sich also tatsächlich etwas bewegen!
Die Zahlen sprechen auch eine deutliche Sprache. 2025 flossen in Berlin, inklusive Bundesmitteln, knapp 27 Millionen Euro in den Radverkehr. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang von fast 4 Millionen Euro. Dabei wurden 21,2 Kilometer neue Fahrradwege fertiggestellt. Das klingt nach Fortschritt, aber zum Vergleich: 2022 waren es noch 32,4 Kilometer. Insgesamt wurden seit 2017 gerade mal 140 Kilometer von den geplanten 2.400 Kilometern fertiggestellt. Das sind gerade einmal 5,8 Prozent des gesamten Radverkehrsnetzes!
Die radfahrenden Berliner müssen also weiterhin auf bessere Bedingungen hoffen. Ein paar Verbesserungen wurden in den letzten Jahren zwar umgesetzt, aber es gibt noch viel zu tun. Und während die Radfahrer in Steglitz-Zehlendorf über den „Radweg des Schreckens“ gleiten, bleibt die Frage: Wann wird endlich gehandelt? Die Zeit drängt, und der Asphalt ruft!
