Am 7. Mai 2026 war es endlich so weit: Das zweite SV-Netzwerktreffen der Grundschulen in Steglitz-Zehlendorf fand in der gemütlichen Jugendfreizeiteinrichtung Schottenburg statt. Rund 30 gewählte Vertreterinnen und Vertreter aus zehn verschiedenen Grundschulen hatten sich versammelt, um sich über die Arbeit ihrer Schülervertretungen auszutauschen. Ein echtes Miteinander, das die kleinen Stimmen groß rausbringen wollte! Das Treffen, das aus der Kritik an den bestehenden Strukturen des Bezirksschülerausschusses (BSA) entstanden war, legte den Finger auf einen wichtigen Punkt: Grundschüler haben im BSA kein Stimmrecht und sind oft nicht wirklich in die Entscheidungsprozesse eingebunden.
Die Schülerinnen und Schüler waren voller Ideen – von der Sauberkeit auf Schultoiletten über die Gestaltung von Pausenräumen bis hin zu gesellschaftlichem Engagement gegen Diskriminierung. Zwei Workshops stärkten die Teilnehmenden in ihrer SV-Arbeit, und die Referenten informierten sie über die Aufgaben und Rechte von Klassensprechern und dem Klassenrat. Hier wurde klar, dass Demokratiebildung in Schulen nicht nur ein trockener Stoff ist, sondern ein lebendiger Prozess, der die Zukunft der Kinder mitgestaltet.
Demokratiebildung in der Schule
Erstaunlicherweise wird die Bedeutung der Demokratiebildung in Schulen immer wieder betont. Am 23. Mai 1949 wurde das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verkündet, und dieser Jahrestag lenkt den Fokus auf die zentrale Rolle, die Schulen dabei spielen. Die Universität Vechta forscht intensiv zur Partizipation von Kindern und Jugendlichen und zeigt, dass Grundschulkinder sehr wohl verstehen, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Aber – das ist wichtig – Klassensprecherwahlen und Kinderparlamente müssen didaktisch sinnvoll eingebettet sein, damit sie auch wirklich als Lernorte fungieren können.
Eine spannende Erkenntnis aus den Forschungsergebnissen ist, dass die Wahrnehmung der Schülervertretungen sehr unterschiedlich ist. Während einige sich ernst genommen fühlen, gibt es auch Stimmen, die sagen, Entscheidungen seien oft nur kosmetisch. Hier wird deutlich, dass Schülervertretungen mehr als ein hübsches Beiwerk sind – es braucht echte Mitbestimmung und Wertschätzung!
Der Weg zur Stärkung der Mitbestimmung
Doch wie kann man die Mitbestimmungsrechte der Schülervertretungen stärken? Die Antwort ist klar: Schulen brauchen Unterstützung auf mehreren Ebenen. Empfehlungen an die Bundesländer sind, Instrumente zur Verfügung zu stellen, mit denen regelmäßig Feedback von Schüler:innen eingeholt werden kann. Digitale Befragungen könnten eine großartige Möglichkeit sein, um die Meinungen der Kinder zu erfassen. Wichtig ist auch, dass Schulen mehr Freiheiten in der Unterrichtsgestaltung bekommen und flexiblere Lehrpläne ermöglichen. Wenn Kinder und Jugendliche aktiv an ihrer Bildung mitgestalten können, entsteht ein ganz neues Lernklima.
In den Workshops in der Schottenburg wurden bereits erste Zukunftsvisionen für das kommende SV-Jahr entwickelt. Geplante Aktionen wie die Verbesserung des Schulessens, die Gestaltung von Klassenzimmern und die Begrünung der Höfe zeigen, dass die Kinder nicht nur träumen, sondern auch anpacken wollen. Mit einem zusätzlichen Workshop für Fachkräfte wurde sogar ein strategischer Ansatz zur Verankerung der SV-Arbeit an Schulen besprochen. Ein großartiger Schritt in die richtige Richtung!
Die Rückmeldungen der Teilnehmenden waren durchweg positiv. Der Wunsch nach Fortsetzung der Vernetzungstreffen steht in der Luft, und die gesammelten Themen und Verbesserungsvorschläge bieten eine hervorragende Grundlage für den Austausch im kommenden Schuljahr. Das Projekt „Demokratie – Do it Yourself“ und das Kinder- und Jugendbüro leisten hier wertvolle Arbeit, um die demokratische Teilhabe von Kindern und Jugendlichen zu stärken. Wenn das nicht nach einer spannenden Zukunft klingt!
