In Berlin-Spandau hat sich am Sonntag ein ziemlich kurioser Vorfall zugetragen. Ein Lieferwagenfahrer stellte fest, dass sich ein Pfau auf das Dach seines Fahrzeugs niedergelassen hatte. Wer hätte gedacht, dass ein solcher Anblick den grauen Alltag eines Fahrers auflockern könnte? Der Pfau, der anscheinend einen gemütlichen Spaziergang auf der Straße unternommen hatte, fand sich plötzlich in luftiger Höhe wieder und schien nicht vorhatten, seinen Platz zu räumen.
Die Situation wurde schnell ernst. Feuerwehr und Polizei wurden gerufen, um das prachtvolle Tier in einen sicheren Bereich zu bringen. Interessanterweise stammt der Pfau aus Kladow und lebt dort mit seinen Artgenossen im Freien. Ursprünglich kommen diese Tiere von der Pfaueninsel, die nicht nur ein wunderschönes Naturschutzgebiet ist, sondern auch zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Ein wahrhaft königlicher Ursprung! Der Polizeieinsatz wurde übrigens auf Instagram festgehalten und erfreute sich über 9000 positive Reaktionen. Es scheint, als hätte der Pfau unfreiwillig zum Internetstar avanciert.
Ein Blick auf die Pfaueninsel
Die Pfaueninsel selbst ist ein Ort voller Wunder. Sie ist nicht nur Heimat für diese prachtvollen Vögel, sondern auch ein Rückzugsort für bedrohte Pflanzenarten. So haben Gartenteams der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG), des Botanischen Gartens Berlin und der Stiftung Naturschutz Berlin kürzlich 150 gefährdete Pflanzenarten dort gepflanzt. Darunter sind 50 Zwergsträucher des Deutschen Ginsters und des Behaarten Ginsters sowie 100 Duft-Skabiosen. Diese Pflanzen sind in Berlin und Brandenburg zwar ursprünglich verbreitet, aber vom Aussterben bedroht. Das ist nicht nur traurig, sondern macht auch nachdenklich.
Professor Dr. Michael Rohde, Gartendirektor der SPSG, hebt hervor, wie ideal die Bedingungen auf der Pfaueninsel für diese Pflanzen sind. Der mageren Boden und der Status als Naturschutzgebiet bieten den perfekten Nährboden für die Wiederansiedlung. Justus Meißner, Leiter der Koordinierungsstelle Florenschutz Berlin, warnt jedoch: Viele Pflanzen in Berlin stehen auf der roten Liste, ihre Lebensräume verschwinden. Über 700 Wildpflanzenarten sind akut bedroht! Darunter die Duft-Skabiose, die nur an einem einzigen Standort in Berlin vorkommt.
Ein Schutzprogramm für die Natur
Das Wildpflanzenschutz-Projekt „WIPs-De“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese bedrohten Arten zu sammeln und zu vermehren. Die Pfaueninsel könnte dabei eine Schlüsselrolle spielen. Mit ihrer Vielzahl an unterschiedlichen Lebensräumen bietet sie ideale Bedingungen für die Förderung seltener Pflanzenarten. Wenn man bedenkt, dass der Deutsche Ginster in Berlin nur noch in Köpenick vorkommt und der Behaarte Ginster hauptsächlich im norddeutschen Tiefland zu finden ist, wird klar: Die Natur braucht unsere Hilfe!
Die Dahlemer Saatgutbank im Botanischen Garten Berlin, die älteste ihrer Art in Deutschland, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Sie sammelt Saatgut gefährdeter Wildpflanzenarten. Der Botanische Garten selbst ist der größte in Deutschland und beherbergt fast 20.000 Pflanzenarten. Ein Ort, an dem man sich verlieren kann – und sollte!