Schafe, Fledermäuse und Molche: Ein verborgenes Biotop in Lichtenberg!
Im Herzen von Berlin-Lichtenberg entsteht auf einem historischen Gelände ein ungewöhnliches Biotop, das nicht nur der Artenvielfalt, sondern auch der Umweltbildung dient. Der Naturhof Malchow, der seit über 30 Jahren vom Verein Naturschutz Berlin-Malchow e. V. betrieben wird, befindet sich auf einem ehemaligen Stasi-Gelände, das vor dem Mauerfall als asphaltierter Parkplatz genutzt wurde. Beate Kitzmann, eine der Mitgründerinnen des Vereins, erinnert sich an die ruinöse Umgebung und den langen Weg hin zu einem florierenden Naturprojekt.
Errichtet im Jahr 1889, ist der Naturhof Teil eines denkmalgeschützten Ensembles. Hier finden Besucher nicht nur einen Garten mit ungemähtem Gras und Obstbäumen, sondern auch ein charmantes kleines Schafspaar, das von einem Schäferverein geliehen wurde. Auf etwa 140 Hektar Weideland kümmert sich der Hof um rund 80 Rinder, die in teils geschützten Gebieten weiden. Das Gelände bietet zudem einen Sinnesparcours, ein Färberpflanzenbeet und ist in Planung für ein neues „Sandarium“, das speziell für bodenbewohnende Insekten angelegt wird.
Die Herausforderungen des Klimawandels
Ein wichtiges Anliegen des Naturhofs ist es, auf die Auswirkungen des Klimawandels aufmerksam zu machen. Der Teich hinter der alten Scheune trocknet seit zwei Jahren aus, was die Probleme des veränderten Klimas verdeutlicht. Obwohl Regenwasser gezielt in den Teich geleitet wird, reicht es nicht aus, um ihn wieder aufzufüllen. Das leere Becken, gefüllt mit Laub, bietet dennoch einen Lebensraum für Teichmolche, die dort im Schlamm überwintern.
Die Idee hinter dem Naturhof ist nicht nur die Erhaltung der Natur, sondern auch die Vermittlung von Wissen. Ein Artenkenntnis-Haus soll entstehen, um Menschen in der Bestimmung von Tieren und Pflanzen auszubilden. Beate Kitzmann, die Biologie studiert hat, möchte ihr Wissen weitergeben und Menschen für die Umwelt begeistern.
Ein Ort der Bildung und Begegnung
Die Veränderungen, die auf dem Gelände stattfinden, sind ein Beweis für die kreative Umnutzung ehemaliger Flächen. Vom ruinösen Zustand des Geländes bis hin zu einem lebendigen Zentrum für Umweltbildung zeigt sich, wie wertvoll solche Projekte für die Gesellschaft sein können.
Der Naturhof Malchow ist ein Beispiel dafür, wie Nachhaltigkeit und Artenvielfalt gefördert werden können, selbst an Orten mit belasteter Geschichte. Dies wird besonders deutlich durch die Anpflanzung spezieller Blumen, durch die Fledermäuse angelockt werden, und das Engagement des Vereins, das für den Erhalt der Natur einsteht.
Während sich in der Welt vieles verändert, bleibt der Naturhof Malchow ein stabiler Ankerpunkt für Umweltbewusstsein und biologische Vielfalt in der urbanen Landschaft Berlins. Es bleibt zu hoffen, dass solche Initiativen weiterhin viele Unterstützer finden und eine Vorbildfunktion für andere Projekte übernehmen.
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