150 Jahre Alte Nationalgalerie: Ein Fest des Impressionismus und Paul Cassirers Erbe
Die Alte Nationalgalerie in Berlin hat Grund zum Feiern: Sie wird 150 Jahre alt! Kaum zu fassen, dass das Herzstück der Museumsinsel, das mit seinen beeindruckenden Sammlungen des 19. Jahrhunderts glänzt, bereits ein ganzes Jahrhundert und ein halbes darüber hinaus auf dem Buckel hat. Besonders im Rampenlicht steht der Kunsthändler und Kulturvermittler Paul Cassirer, der mit seinem unermüdlichen Einsatz eine entscheidende Rolle beim Einzug des Impressionismus in die deutsche Hauptstadt spielte. Seine Verdienste um die Kunstszene sind bis heute spürbar. Man denke an Caspar David Friedrichs Meisterwerk „Mönch am Meer“, das hier bewundert werden kann!
Cassirer, dessen Galerie im Tiergartenviertel 1898 das Licht der Welt erblickte, war nicht nur ein Meister der Kontakte, sondern auch ein leidenschaftlicher Förderer. Mit Hilfe seiner Verbindungen zu französischen Kunstagenten gelang es ihm, Werke von Größen wie Manet, Monet und van Gogh nach Berlin zu bringen. Seine Ausstellung „Cassirer und der Durchbruch des Impressionismus“, die bis zum 27. September 2026 zu sehen ist, zeigt 120 Werke, viele davon aus dem eigenen Bestand der Galerie. Ein echtes Highlight! Die feierliche Würdigung von Cassirer lässt uns in eine Zeit eintauchen, in der der Impressionismus in Deutschland Fuß fasste.
Ein Blick auf die Ausstellung
Die Ausstellung „Cassirer und der Durchbruch des Impressionismus“ ist nicht nur ein Fest für die Augen, sondern auch ein Fenster in eine vergangene Epoche. Gezeigt werden über 100 Werke des Impressionismus und der klassischen Moderne, die von Cassirer bekannt gemacht wurden. Künstler wie Edgar Degas, Paul Cézanne und Auguste Renoir, die ohne Cassirers Engagement vielleicht nie die Aufmerksamkeit erhalten hätten, die sie verdienen, sind in dieser Schau vertreten. Sie alle haben die deutsche Kulturlandschaft geprägt und lebendige Diskussionen angestoßen, die bis heute nachhallen.
Die Kuratorin Josephine Klinger und Co-Kuratorin Franziska Lietzmann haben ein beeindruckendes Konzept entwickelt, das nicht nur die Kunst selbst, sondern auch die Geschichten dahinter beleuchtet. Das kuratorische Team hat sich mit viel Herzblut dem Thema gewidmet – und das merkt man! Begleitend zur Ausstellung wird eine Publikation erscheinen, die die Besucher noch tiefer in die Materie eintauchen lässt.
Ein Erbe, das bleibt
Paul Cassirer starb 1926, aber sein Erbe lebt weiter. Sein Kunstsalon, der 1933 geschlossen und 1937 aus dem Handelsregister gelöscht wurde, hinterließ eine Lücke in der Berliner Kunstszene, die bis heute spürbar ist. Er hat nicht nur französische Impressionisten gefördert, sondern auch deutsche Künstler wie Max Liebermann und Lovis Corinth unterstützt. Cassirer war ein Vordenker und eine treibende Kraft der Berliner Secession, die die junge Avantgarde einbezog und Künstler wie Ernst Ludwig Kirchner und Paula Modersohn-Becker in den Fokus rückte.
Die Alte Nationalgalerie, als Teil der Berliner Museumsinsel, bleibt ein Ort der Begegnung und des Austauschs. Das Haus Bastian, das Zentrum für kulturelle Bildung, bietet zudem zahlreiche Veranstaltungen für Erwachsene, Kinder und Schulen an. Es ist einfach schön zu sehen, wie die Kunst lebendig bleibt und neue Generationen inspiriert. Wer in Berlin ist, sollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, in die faszinierende Welt des Impressionismus einzutauchen – und damit ein Stück Geschichte zu erleben!
