Am 7. November 2025 beginnt das Bezirksamt Spandau mit den Arbeiten zur Stabilisierung des Wasserstands im Naturdenkmal Immenweide und Glühwürmchengrund. Dieses bedeutende Projekt soll langfristig den Wasserhaushalt des Moores sichern sowie die wertvollen Feuchtlebensräume erhalten. Beide Gebiete stehen seit den 1980er Jahren unter Schutz und gehören zu den wenigen verbliebenen Niedermooren Berlins.

Moore sind wichtige Ökosysteme, die als natürliche Klimaanlagen fungieren. Sie speichern nicht nur CO₂, sondern wirken auch als Vorbeugemaßnahme gegen Hochwasser, indem sie Regenwasser aufnehmen und es in Trockenzeiten langsam wieder abgeben. In den letzten Jahren haben jedoch steigende Temperaturen und häufige Trockenperioden den Wasserstand in diesen Mooren gefährlich gesenkt. Dies fördert die Zersetzung des Torfkörpers und führt zur ungewollten Freisetzung von gespeichertem CO₂.

Projektziele und Maßnahmen

Das Bezirksamt Spandau, die Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz (SenMVKU) sowie die Gewässeraufsicht setzen nun ein nachhaltiges Wasserhaltungsprojekt um. Die geplante zukünftige Wasserzufuhr erfolgt über eine unterirdische Dükerleitung, die Havelwasser in das Moor leitet. Interessanterweise funktioniert dieses System durch ein natürliches Gefälle, wodurch auf Pumpen oder hochaufwändige Technik verzichtet werden kann. Die Fertigstellung des Projekts ist für das kommende Frühjahr angesetzt.

Bezirksstadtrat Thorsten Schatz hebt hervor, dass dieses Projekt nicht nur für den Naturraum von Bedeutung sei, sondern auch Informationspunkte und Ruhebereiche schaffen wird. „Durch die Stabilisierung des Wasserstands fördern wir die Biodiversität und helfen, die Klimaziele zu erreichen“, erklärt Schatz.

Wissenschaftliche Hintergründe und ökologische Notwendigkeit

Laut dem NABU sind Moore entscheidend für den Klimaschutz, da sie doppelt so viel Kohlenstoff speichern wie alle Wälder zusammen. In Deutschland sind jedoch rund 94 % der Moore entwässert, was etwa 7 % der nationalen Treibhausgasemissionen verursacht. Die Wiedervernässung dieser Hochmoore ist nicht nur eine ökologisch notwendige Maßnahme, sondern auch eine rechtlich herausfordernde Aufgabe. NABU fordert deshalb eine Beschleunigungsoffensive zur Wiederherstellung von Mooren, um rechtliche Hürden abzubauen.

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Die Renaturierung erfolgt oft durch umfassende Gutachten, die die Ausgangsbedingungen analysieren. Wichtige Maßnahmen sind das Verfüllen von Entwässerungsgräben, das Entfernen von Fichten zur Erhöhung der Wasserverfügbarkeit und der Bau von Dämmen zur Erweiterung des Wasserspeichers. Diese Schritte helfen, die fragilen Ökosysteme zu stabilisieren und die Rückkehr typischer Pflanzenarten wie dem rundblättrigen Sonnentau zu ermöglichen.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass durch die Initiativen in Spandau ein wichtiger Schritt in Richtung einer nachhaltigeren und klimafreundlicheren Zukunft gesetzt wird. Die Wiedervernässung der Moore ist nicht nur für den Klimaschutz von Bedeutung, sondern auch für die Erhaltung der Artenvielfalt in diesen einzigartigen Lebensräumen. Die Maßnahmen zur Stabilisierung des Wasserstands in den Moorgeländen sind daher nicht nur lokal bedeutend, sondern tragen auch zur globalen Klimastrategie bei.

Mehr zu den aktuellen Entwicklungen finden Sie auf den Seiten von berlin.de, nabu.org und greensurance-stiftung.de.

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