In Brandenburg wird kräftig an der Wiederbelebung historischer Stadtkerne gearbeitet. Ein Paradebeispiel dafür ist der Plögersche Gasthof in Potsdam, der Teil einer umfassenden Initiative zur Rückgewinnung der historischen Stadtmitte ist. Seit 1991 flossen rund vier Milliarden Euro Städtebauförderung in das Land. Diese Summe, aufgeteilt zwischen Bund und Land, hat es ermöglicht, dass 401 Städte und Gemeinden von speziellen Programmen profitieren konnten. Die Landesregierung hat den engagierten Bürgern, die sich für die Wiederherstellung dieser alten Schätze einsetzen, ihren Dank ausgesprochen. Kulturministerin Manja Schüle bezeichnete den Denkmalschutz gar als eine „Liebeserklärung“ vieler Menschen – das hat schon was, oder?
Vor 35 Jahren herrschte in vielen Altstädten Brandenburgs das Bild des Verfalls: Vernagelte Fenster, bröckelnde Fassaden und ein allgemeines Gefühl des Verlassenwerdens. Aber die Zeiten ändern sich! Bauminister Robert Crumbach lobte den unermüdlichen Einsatz der Brandenburger für die Verschönerung ihrer Städte. Die Städtebauförderung, die nicht nur die Erhaltung historischer Stadtkerne, sondern auch die Erneuerung von Quartieren und die Schaffung neuer Orte unterstützt, zieht im Durchschnitt für jeden Euro Städtebauförderung rund sieben Euro an privaten Investitionen nach sich. Das ist doch ein ganz schöner Multiplikator!
Wanderung durch die Geschichte
Eine Wanderausstellung am Brandenburger Tor in Potsdam zeigt anschaulich die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte. Diese Ausstellung wird an verschiedenen Orten präsentiert: am 9. Mai in Neuruppin, am 21. Mai in Cottbus, vom 26. Mai bis 7. Juni in Potsdam, am 30. Mai in Brandenburg an der Havel und im September in Eberswalde. Es ist spannend zu sehen, wie die Geschichte der Städte durch solche Veranstaltungen lebendig bleibt und auch jüngere Generationen anspricht.
Das Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ hat ebenfalls einen wichtigen Platz in der Erhaltungsstrategie. Es zielt darauf ab, historische Ensembles wie Straßenzüge und Plätze zu bewahren und lebendige Orte für Wohnen, Arbeit, Kultur und Freizeit zu entwickeln. Historisch gewachsene Stadtkerne ziehen nicht nur Touristen an, sondern sind auch für Unternehmen attraktiv – ein echter Pluspunkt, wenn es um die Standortwahl geht!
Ein Blick in die Zukunft
Die Städtebauförderung des Bundes, die seit über 50 Jahren nachhaltige Stadtentwicklung unterstützt, hat große Ziele. Im Bundeshaushalt 2024 stehen 790 Millionen Euro für verschiedene Förderprogramme zur Verfügung. Dabei geht es nicht nur um die Stärkung von Innenstädten, sondern auch um die Stabilisierung sozial benachteiligter Quartiere und die Entwicklung nachhaltiger städtebaulicher Strukturen, insbesondere im Kontext des Klimawandels. Ab 2020 sind Klimaschutzmaßnahmen sogar eine Fördervoraussetzung in allen Programmen – das zeigt, dass man zukunftsorientiert denkt.
Die Programme für 2024 sind vielversprechend: „Lebendige Zentren“ erhält 300 Millionen Euro, „Sozialer Zusammenhalt“ 200 Millionen Euro und „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ 290 Millionen Euro. Zudem gibt es das Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ (ZIZ), das die Entwicklung von Innenstädten mit bis zu 250 Millionen Euro unterstützt. Das klingt nach einer Menge Möglichkeiten, nicht wahr?
Die Antragstellung für diese Förderungen erfolgt durch die Städte und Gemeinden beim zuständigen Landesministerium, und auch private Personen können Zuschüsse für bestimmte Sanierungsmaßnahmen beantragen. Im Großen und Ganzen ist das alles Teil eines umfassenden Fördersystems, das strukturschwache Regionen unterstützen soll. Die Rechtsgrundlage für diese Förderungen ist im Artikel 104 b des Grundgesetzes und im § 164b des Baugesetzbuches verankert.
Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Stadtentwicklung in Brandenburg weiter entfaltet und welche neuen, charmanten Orte entstehen. Die Mischung aus Tradition und Innovation, gepaart mit einem starken Engagement der Bevölkerung, verspricht ein buntes Bild für die kommenden Jahre. Was könnte schöner sein, als in einer Stadt zu leben, die ihre Geschichte schätzt und gleichzeitig mit beiden Beinen in der Zukunft steht?