Regina Jonas: Eine Straße für die erste Rabbinerin Berlins!
Am 21. Oktober 2025 wurde bekannt gegeben, dass Friedrichshain-Kreuzberg eine Straße nach der ersten Rabbinerin der Welt, Regina Jonas, benennen wird. Diese Umbenennung betrifft die Kohlfurter Straße, die nun offiziell den Namen Regina-Jonas-Straße tragen wird. Anwohner*innen werden in den kommenden Tagen per Post über die Änderungen informiert. Der Beschluss zur Umbenennung wurde von der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am 13. Dezember 2023 gefasst und am 27. Mai 2025 bestätigt. Die Umbenennung tritt am 19. September 2025 in Kraft, mit einer Feier, zu der alle Anwohnenden und Interessierten eingeladen sind.
Regina Jonas (1902-1944) lebte in Berlin und war eine bedeutende Figur in der jüdischen Gemeinschaft. Sie war nicht nur die erste Frau weltweit, die zum Rabbiner ordiniert wurde, sondern engagierte sich auch aktiv für die Gleichstellung von Frauen. Jonas predigte in verschiedenen Berliner Synagogen und war in der Synagoge Fraenkelufer tätig. Unter dem nationalsozialistischen Regime wurde sie verfolgt, deportiert und letztendlich in Auschwitz ermordet.
Ehren der Wegbereiterin
Die Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann würdigte Regina Jonas als Wegbereiterin für Frauen im jüdischen Rabbinat und betonte die Bedeutung, ihre Leistungen und ihren Mut zu ehren. Bereits 2021 hatte die BVV beschlossen, eine Straße nach Jonas zu benennen, um ihr Vermächtnis sichtbar zu machen. Diese Entscheidung wird nun umgesetzt, was nicht nur eine Hommage an Jonas ist, sondern auch ein Zeichen für die Toleranz und Anerkennung feministischer Bewegungen innerhalb der Religion.
Die Regina-Jonas-Straße soll auch zukünftig den Dialog innerhalb der Gemeinschaft fördern. Anwohner*innen können sich auf der Webseite des Bezirksamtes über häufige Fragen zur Umbenennung informieren. Die Grundstücksnummerierungen (Hausnummern) bleiben unverändert, um eine reibungslose Anpassung für die Anwohnenden zu gewährleisten.
Ein Vermächtnis des Wandels
Regina Jonas wurde am 3. August 1902 in Berlin geboren und stellte in einer Zeit, in der Frauen in vielen gesellschaftlichen Bereichen benachteiligt waren, ihre Überzeugungen in den Vordergrund. Ihre Abschlussarbeit mit dem Titel „Kann die Frau das rabbinische Amt bekleiden?“ wurde nur wenige Jahre vor ihrer Ordination im Jahre 1935 veröffentlicht und zeigt ihr unermüdliches Streben nach Gleichheit innerhalb des Judentums. Nach der Shoah geriet ihr Wirken lange in Vergessenheit, wurde jedoch durch die Wiederentdeckung ihres Nachlasses und die Forschungsarbeiten von etwa Katharina von Kellenbach und Elisa Klapheck wiederbelebt.
Mit der Benennung der Regina-Jonas-Straße erhält ihre Geschichte eine neue Sichtbarkeit in Berlin. Bereits 2001 wurde eine Gedenktafel zu Ehren von Jonas installiert, und ihr Engagement für die jüdische Gemeinschaft bleibt durch zahlreiche Veranstaltungen und Studien lebendig anerkannt. Auch die 2024 eröffnete Regina Jonas Seminar für liberale Rabbinerausbildung bezeugt ihr nachhaltiges Erbe und den Einfluss, den sie auf zukünftige Generationen von Frauen im Rabbinat ausübt.
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