Der Berliner Mauerpark – ein beliebter Treffpunkt für Sonnenanbeter und Freiluftliebhaber. Und doch, komischerweise, steht dort ein Cooling Point, der, trotz der hochsommerlichen Temperaturen, einfach nicht in Betrieb ist. Man fragt sich: Wozu wurde das Ganze eigentlich installiert? Mit stolzen Kosten von knapp 45.000 Euro wurde die Kübelkonstruktion im Sommer 2025 eingeweiht. Der kalendarische Sommer beginnt zwar erst am 21. Juni, aber die Hitze ist jetzt schon da! Statt sich in die schattigen Kübel zurückzuziehen, bevorzugen die Besucher den natürlichen Schatten der Bäume. Man könnte fast meinen, die Konstruktion ist eher ein Deko-Element als ein nützlicher Ort zur Abkühlung.

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) führt das Projekt und hat von Anwohnern positive Rückmeldungen erhalten. Doch das Thema Vandalismus macht dieser Initiative zu schaffen – einige Pflanzen wurden gestohlen, was die Ausgaben für die Neubepflanzung auf etwa 350 Euro treibt. Die exakten Kosten für die Cooling Point Struktur belaufen sich auf 40.764,93 Euro brutto, inklusive Montage und Bepflanzung. Und das ist nur ein Teil des Ganzen: Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 44.180,23 Euro, mit laufenden Folgekosten von 7.000 Euro brutto für 2025. Das ist schon ganz schön viel Geld für eine Konstruktion, die anscheinend einfach nur im Depot versauert.

Ein Blick in die Zukunft

Doch das Lageso hat große Pläne: Für 2026 ist eine Erweiterung mit Sprühnebel-Technologie geplant. Das Pilotprojekt soll über drei Sommer laufen, mit Gesamtkosten von 120.000 Euro bis 2027. Nach Abschluss könnte der Cooling Point dann sogar an einen Bezirk oder sozialen Träger übergeben werden. Die Einlagerung der Konstruktion erfolgt kostenfrei im Lageso – eine kleine Erleichterung angesichts der vielen Ausgaben.

Wenn man über solche Projekte nachdenkt, kommt einem schnell der Gedanke, wie wichtig es ist, Grünflächen in Städten zu erhalten und zu fördern. Sie senken nicht nur die Luft- und Oberflächentemperatur, sondern mildern auch den städtischen Hitzeinseleffekt. Städte wie Wien haben bereits zahlreiche naturbasierte Lösungen (NbS) umgesetzt, um die Lebensqualität der Bewohner zu verbessern. Dazu gehören die Begrünung von Straßen und Freiflächen sowie die Umwandlung von Brachflächen in „städtische Wildnis“. Solche Maßnahmen könnten auch in Berlin eine Lösung sein, um den Sommer für alle angenehmer zu gestalten.

Grüne Lösungen für städtische Herausforderungen

Stadtbäume spielen dabei eine entscheidende Rolle. Sie speichern Kohlenstoff, verbessern die Luftqualität und spenden Schatten. Das ist nicht nur für Menschen wichtig, sondern auch für die Tier- und Pflanzenwelt. Leipzig beispielsweise erweitert mit seinem Straßenbaumkonzept „Leipzig 2030“ den Baumbestand als Teil der grünen Infrastruktur. Das zeigt, wie wichtig es ist, auch in Berlin solche Initiativen in Betracht zu ziehen. Rückbau versiegelter Flächen ermöglicht es, Oberflächenabfluss zu steuern und das Risiko von Überschwemmungen zu senken. Und das ist besonders wichtig, wenn man an die Starkregenereignisse denkt, die immer häufiger auftreten.

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Kopenhagen hat in diesem Zusammenhang bereits innovative Maßnahmen zur Bewältigung solcher Ereignisse umgesetzt, mit durchlässigen Oberflächen und Regenwassersammelsystemen. Auch Hamburg verfolgt mit seiner Gründachstrategie das Ziel, 70% der Neubauten bis 2024 zu begrünen. Diese Ansätze zeigen, dass es Alternativen gibt, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen.

Der Cooling Point im Mauerpark könnte ein kleiner, aber feiner Teil dieser großen Vision sein. Doch es bleibt abzuwarten, ob die Berliner in Zukunft mehr Interesse an ihm zeigen werden. Wer weiß, vielleicht wird er ja noch zum beliebten Treffpunkt für eine erfrischende Auszeit im Schatten – man muss nur daran glauben!