Toleranz bewegt Potsdam: Ein Fest für Vielfalt und Gemeinschaft
Am Samstag, den 12. Juni, versammelten sich in Potsdam zahlreiche Menschen, um das Familienfest „Toleranz bewegt Potsdam“ zu feiern. Eine Veranstaltung, die nicht nur ein fröhliches Miteinander anstrebt, sondern auch ein starkes Bekenntnis zur Toleranz und Offenheit in unserer Gesellschaft darstellt. Kulturministerin Dr. Manja Schüle (SPD) eröffnete das Fest und nutzte die Gelegenheit, um auf den steigenden Druck auf unsere offene Gesellschaft hinzuweisen. Es ist kein Geheimnis, dass Extremismus und Rassismus in den letzten Jahren zugenommen haben – ein Umstand, der uns alle betrifft.
Schüle sprach eindringlich über die Zunahme von Ausgrenzung und extremistischen Einstellungen. In einer Zeit, in der viele für Toleranz und Solidarität eintreten, ist es wichtig, laut und deutlich zu zeigen, dass wir nicht weggucken. Die Oberbürgermeisterin von Potsdam, Noosha Aubel, lud die Anwesenden ein, den Stadtteil Babelsberg zum Schauplatz für Vielfalt und Respekt zu machen. Über 15 Jahre nach der Einführung des neuen Potsdamer Toleranzedikts im Jahr 2008 wird nun bereits zum fünften Mal ein Fest gefeiert, das an die Tradition des „Edikts von Potsdam“ aus dem Jahr 1685 erinnert.
Ein Fest der Vielfalt
Das Fest fand auf dem Sportplatz Sandscholle statt und lud die Besucher ein, die Vielfalt der Kulturen zu feiern. Ein buntes Programm von 15:00 bis 19:00 Uhr bot alles – von Auftritten des Chors Havelpop bis hin zu Mitmachaktionen und Märchen vom erzählWerk. Und das Beste? Der Eintritt war frei! So konnte jeder Teil dieses besonderen Ereignisses werden, egal woher er kommt oder welche Geschichte er mitbringt.
Besonders erfreulich ist die Unterstützung des Kulturministeriums, das mit rund 5.000 Euro aus Lottomitteln des Landes Brandenburg zur Finanzierung des Festes beitrug. Auch die Staatskanzlei ließ sich nicht lumpen und stellte weitere 9.500 Euro über das Bündnis „Tolerantes Brandenburg“ zur Verfügung. Das zeigt, wie ernst es der Politik ist, eine weltoffene und tolerante Gesellschaft zu fördern.
Toleranz als Tradition
Toleranz hat in Potsdam eine lange Tradition, die bis zum „Edikt von Potsdam“ zurückreicht. Dieses Edikt erlaubte im Jahr 1685 verfolgten protestantischen Hugenotten die Einwanderung nach Brandenburg – ein wichtiger Schritt zur Schaffung einer vielfältigen Gesellschaft. Heute ist das „Toleranz bewegt Potsdam“ mehr als nur ein Fest; es ist ein Zeichen für ein gemeinsames Miteinander und eine klare Ansage gegen Rassismus und Diskriminierung.
Veranstaltungen wie diese sind von enormer Bedeutung, um gesellschaftliche Werte zu stärken und ein Zeichen gegen den aktuellen Trend des Extremismus zu setzen. Sie bieten nicht nur Raum für Begegnungen, sondern auch die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Der Austausch von Geschichten, Erfahrungen und Kulturen trägt dazu bei, dass wir einander besser verstehen und Vorurteile abbauen können.
In einer Zeit, in der es oft leicht ist, in der eigenen Blase zu verharren, ist es umso wichtiger, sich zu öffnen und aktiv an einem Dialog teilzunehmen. Das Toleranzfest in Potsdam hat genau das ermöglicht und die Besucher dazu eingeladen, Teil einer lebendigen und vielfältigen Gemeinschaft zu sein. Wenn wir zusammenkommen und unsere Unterschiede feiern, schaffen wir die Grundlage für ein respektvolles und friedliches Zusammenleben.
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