In der Neuköllner Schullandschaft brodeln die Gerüchte und die Klagen über ein Klima, das alles andere als förderlich für die Lehrkräfte ist. Herr Walter, ein Lehrer Mitte 40, ist einer von vielen, die unter dem Druck und der Schikane seiner Schulleiterin leiden. Atemnot und Druck in der Brust sind nur einige der Symptome, die ihn in die Notaufnahme führten. Eine Ärztin diagnostizierte Panikattacken, die auf massiven Stress zurückzuführen sind. Ein Zustand, der in der heutigen Zeit besorgniserregend erscheint – und das nicht nur für ihn.

Die Vorwürfe, die gegen die Schulleiterin erhoben werden, sind nicht neu. Insgesamt haben sich sieben Lehrkräfte beim Tagesspiegel gemeldet, um über ähnliche Erfahrungen zu berichten. Das Bild, das sich zeigt, ist düster: Mobbing und systematische Behinderung scheinen an der Tagesordnung zu sein. Herr Walter klagt, dass er für nur drei von 28 Unterrichtsstunden eingeplant wurde – ein Zustand, der ihn nicht nur beruflich, sondern auch emotional stark belastet. Und er ist nicht allein: Bereits 17 Lehrkräfte haben die Schule seit 2022 aufgrund von Konflikten mit der Schulleiterin verlassen.

Mobbing im Schulalltag

Die Formen des Mobbings, die Herr Walter und andere Lehrkräfte erleben, sind vielfältig und reichen von verbalem zu relationalem Mobbing. Oft sind solche Handlungen kaum sichtbar, doch sie hinterlassen Spuren, die weit über den Schulalltag hinausgehen. Herr Walter berichtet, dass er über einen längeren Zeitraum aus dem E-Mail-Verteiler der Schule entfernt wurde – eine Isolation, die nicht nur informativ, sondern auch emotional verheerend ist. Eltern haben bereits Beschwerden über die Schulleiterin bei der Schulaufsicht eingereicht, doch die Reaktionen darauf bleiben aus. Die Schulaufsicht hat Kenntnis von den Vorwürfen, äußert sich jedoch nicht zu Personalangelegenheiten.

Die Schulleiterin wird als autoritär beschrieben, und es scheint, als ob Diskussionen über didaktische Methoden unterdrückt wurden. Hier zeigt sich ein besorgniserregendes Muster: Ein erheblicher Teil des Kollegiums besteht aus Referendaren oder befristet angestellten Lehrkräften, die von der Schulleiterin abhängig sind. Das führt zu einer gefährlichen Dynamik, die sowohl das Schulklima als auch die Gesundheit der Lehrkräfte negativ beeinflusst.

Die Folgen für die Lehrergesundheit

Lehrergesundheit ist ein Thema, das immer mehr in den Fokus rückt. Die steigenden Anforderungen im Schulalltag, kombiniert mit emotionalem Stress und Mobbing, sind für viele Lehrkräfte kaum noch zu bewältigen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass etwa jede dritte Lehrkraft sich überlastet fühlt, und das nicht nur während der Corona-Pandemie. Die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Stärkung der physischen und psychischen Gesundheit wird immer deutlicher. Prävention und Stressbewältigung sind zentrale Bausteine dieser Gesundheitsförderung, und dennoch stehen viele Lehrkräfte wie Herr Walter alleine da.

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Herr Walter hat sich an die neue Beschwerdestelle der Bildungsverwaltung gewandt, doch die erhoffte Unterstützung blieb aus. Stattdessen wird er von seiner Schulleiterin sogar suspendiert, und ein Gespräch mit der Schulaufsicht steht bevor. Es ist ein düsteres Bild, das sich hier abzeichnet, und die Frage bleibt: Was muss geschehen, damit sich die Situation an dieser Schule verbessert? Die Bildungslandschaft in Berlin muss dringend aufwachen und sich um die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Lehrkräfte kümmern – bevor es zu spät ist.

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