Heute ist der 27.10.2026 und während die Straßen Neuköllns bereits durch den Herbstwind erweckt werden, bleibt die Berliner Feuerwehr nicht untätig. Mit rund 9.000 Angehörigen ist sie ein wahres Kraftpaket, das an Spitzentagen über 2.000 Einsätze bewältigt. Natürlich ist das kein Zuckerschlecken – die Alarmierungen reißen nicht ab, und die Feuerwache Neukölln ist da keine Ausnahme. Monatlich erhält sie etwa 2.500 Alarmierungen und beschäftigt 107 Einsatzkräfte in vier Wachabteilungen. Da kommt schon eine Menge Rauch zusammen, wie jüngst bei einem Einsatz, bei dem ein Dieselaggregat auf einer Baustelle eine große Rauchwolke erzeugte. Glücklicherweise war es kein Gebäude, das in Flammen stand, sondern nur ein Missverständnis.

Die Herausforderungen, die sich der Feuerwehr stellen, sind enorm. Die Einsatzkräfte arbeiten überwiegend in 12-Stunden-Schichten, was der hohen Einsatzfrequenz und der Arbeitsbelastung geschuldet ist. Da ist es gut zu wissen, dass die Atemschutz-Notfall-Trainierte-Staffel (ANTS) einspringt, wenn mal etwas schiefgeht – immerhin werden hier vier speziell ausgebildete Kräfte zur strukturierten Suche und Rettung aktiviert. Ihre Ausbildung umfasst mindestens 64 Unterrichtseinheiten, und eine jährliche Rezertifizierung ist Pflicht. ANTS-Einheiten sind in Neukölln und Prenzlauer Berg präsent, ein gutes Gefühl für alle, die in der Not auf sie angewiesen sind.

Innovative Ansätze in der Notfallversorgung

Um der hohen Belastung im Rettungsdienst gerecht zu werden, hat die Feuerwehr das RTW-B-Konzept ins Leben gerufen. Hierbei fahren spezielle Rettungswagen mit zwei Rettungssanitätern und übernehmen weniger dringliche Einsätze. Eine Auswertung von mehr als zwei Millionen Einsätzen zeigte, dass 28 Prozent als weniger dringlich eingestuft wurden – ohne die Versorgung kritischer Notfälle zu gefährden. So konnten die Eintreffzeiten bei lebensbedrohlichen Notfällen um rund 30 Sekunden verkürzt werden. Ein RTW-B der Feuerwache Mitte absolvierte während eines zwölfstündigen Dienstes neun Einsätze. Das zeigt, wie wichtig es ist, auch für die weniger dringlichen Fälle gut aufgestellt zu sein.

Zusätzlich gibt es das Sozialmedizinische Akutteam (SMAT), das sich um Menschen in psychosozialen Krisen kümmert. Ein Rettungssanitäter und eine Sozialarbeiterin bilden das Team und versuchen, unnötige Notaufnahmen zu vermeiden. Auch hier wird der reguläre Rettungsdienst entlastet und Betroffene erhalten die Unterstützung, die sie wirklich brauchen. So entstehen Lösungen, die über das klassische Feuerwehrverständnis hinausgehen.

Ressourcenknappheit und Zukunftsperspektiven

Trotz aller innovativen Ansätze ist die Berliner Feuerwehr mit einer gewissen Ressourcenknappheit konfrontiert. Es wird nach mehr Rettungswagen im Einsatz verlangt, um die ständig steigenden Anforderungen bewältigen zu können. Der Blick in die Zukunft bleibt also spannend. Ein zweiter Teil über die Berliner Feuerwehr wird im Feuerwehr-Magazin 12/2026 erscheinen – darauf darf man gespannt sein!

Wer mehr über die Entwicklungen und die Einsätze der Feuerwehr erfahren möchte, kann die Jahresberichte ab 1997 einsehen. Diese sind als PDF-Dateien verfügbar, unter anderem die Berichte von 2025 (17 MB) bis zurück zu 1997 (1 MB). Die Berichte geben spannende Einblicke in die Arbeit und die Herausforderungen der Feuerwehr über die Jahre. Ab 2021 werden zudem Infografiken aus den Jahresberichten angeboten – eine tolle Möglichkeit, sich visuell über die Entwicklungen zu informieren.

Die Feuerwehr ist ein unverzichtbarer Teil Berlins und ihre Einsatzkräfte arbeiten Tag und Nacht, um uns zu schützen. Auch wenn die Situation manchmal herausfordernd ist, bleibt die Hoffnung auf Verbesserungen und die nötigen Ressourcen, um den Berliner Bürgerinnen und Bürgern die Unterstützung zu bieten, die sie verdienen.