Heute ist der 8.05.2026, und in Berlin-Mitte, genauer gesagt am Weinbergsweg, hat sich ein neuer Hotspot etabliert. Das „Saint Farah“, das Ende letzten Jahres seine Türen geöffnet hat, trotzt der Gastronomiekrise mit einer unverkrampften Atmosphäre und moderaten Preisen. Hier wird nicht nur gekocht, hier wird gelebt. Die Verbindung zur mediterranen Küche wird durch eine alte Ausgabe von „Mediterranean Cookery“ von Claudia Roden symbolisiert, die im Restaurant einen Ehrenplatz findet. Rodens Rezepte sind durch historische Umstände, Handelsrouten und Migration geprägt, und genau diese Vielfalt spiegelt sich in der Küche von Nadav Kundel wider.
Der Gastgeber und Küchenchef, Nadav Kundel, ist ein echtes Berliner Original – aber mit einem ganz speziellen Hintergrund. Vor sieben Jahren kam er mit seiner Familie aus Tel Aviv nach Berlin, und seine Wurzeln sind nicht nur in seiner Herkunft, sondern auch in seinem kulinarischen Schaffen zu spüren. Er hat in verschiedenen gastronomischen Einrichtungen gearbeitet, bevor er sich mit seinem Cousin Gil Azrielant selbstständig machte. Die Idee, ein Restaurant zu eröffnen, wurde von Azrielant gefördert – und so entstand das „Saint Farah“, das seiner Großmutter Farah gewidmet ist.
Ein Ort der Gemeinschaft
Das Restaurant hat sich in den ehemaligen Räumlichkeiten einer Pizzeria niedergelassen und überrascht mit einer farbenfrohen Gestaltung, die durch Kunstwerke von Azrielants Ehefrau akzentuiert wird. Die offene Küche schafft eine einladende Atmosphäre, die von Holztischen und grünen Polsterstühlen ergänzt wird. Hier fühlt man sich fast wie in einem großen, familiären Wohnraum, wo man mit Freunden und Familie zusammensitzen und die mediterrane Küche genießen kann. Die Gerichte sind inspiriert von den Ländern rund um das Mittelmeer, darunter geschmorte weiße Bohnen mit Chorizo, Miesmuscheln in einer Chili-Butter-Sauce und gefüllte Mangoldblätter, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.
Das Team im „Saint Farah“ hat ein ganz besonderes Gefühl der Zusammengehörigkeit entwickelt. Es ist nicht nur ein Restaurant, sondern ein Ort, an dem die Menschen zusammenkommen und sich wohlfühlen. Die Speisekarte bietet eine Auswahl an Mezze, die ideal für das Teilen sind – fünf Teller für 27 Euro oder sieben Teller für 35 Euro. Beliebte Vorspeisen wie gegrillter Grünkohl, marinierter Kohlrabi und Gurkensalat mit Miso-Caesar-Dressing sind bei den Gästen äußerst beliebt. Und für die Süßspeisen-Liebhaber gibt es den Rice Crack Pie von der talentierten Patissière Roni Shtriker.
Moderate Preise und kreative Küche
Die Hauptgerichte im „Saint Farah“ beginnen bereits bei 14 Euro und sind für eine Großstadt wie Berlin wirklich erschwinglich. Besonders hervorzuheben sind die Lauch-Kroketten, das Rindertatar und das Tuna-Tatar. Auch das gegrillte Hähnchen mit Tamarind-Sauce, das viel Zeit in der Zubereitung benötigt, zeigt, wie viel Liebe und Hingabe in jedes Gericht gesteckt wird. Nadav Kundel lässt sich auch von der thailändischen Küche inspirieren, was den Gerichten eine spannende Note verleiht.
Ein weiterer Pluspunkt ist die Weinauswahl, die aus Fässern des Berliner Unternehmens Thirsty Pony serviert wird. Der Johanniger Pinot Blanc 2024 ist nur eine der vielen Optionen, die die Gäste hier genießen können. Wer also auf der Suche nach einem Ort ist, an dem man gut essen und sich wohlfühlen kann, der sollte unbedingt im „Saint Farah“ vorbeischauen.
In einer Zeit, in der viele gehobene Restaurants kämpfen, hat das „Saint Farah“ den Nerv der urbanen Bevölkerung getroffen. Es gehört zu einer neuen Generation von Bistros, die mit kreativen Konzepten und einem familiären Ambiente überzeugen. Hier wird nicht nur gegessen, sondern auch gelebt – und das schmeckt man!