Die Saison des Eichenprozessionsspinners (EPS) hat in Berlin voll zugeschlagen. In Marzahn-Hellersdorf hat man bereits von Gespinsten an Bäumen und Sträuchern gehört – ein Anblick, der nicht nur den Stadtbild, sondern auch die Anwohner beschäftigt. Was ist das für ein Gespinst, fragt man sich? Oft handelt es sich um die harmlosen Gespinstmotten, die uns weniger Sorgen bereiten sollten. Doch es gibt auch die unliebsame Raupe des Eichenprozessionsspinners, die in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat.

Das Pflanzenschutzamt Berlin hat festgestellt, dass sich die Raupen des Eichenprozessionsspinners langsamer entwickeln als im Vorjahr. Vielleicht ist das ein kleiner Lichtblick? Die meisten dieser kleinen Biester befinden sich im dritten Larvenstadium und bilden die gefürchteten Brennhaare aus, die allerlei Unannehmlichkeiten verursachen können. Hautreizungen, Augenreizungen, Reizhusten und sogar Atemnot – klingt nicht gerade nach einem entspannten Spaziergang im Park, oder?

Unterschiede zwischen den Schädlingen

Ein Blick auf die Fakten: Der Eichenprozessionsspinner, eine Raupe eines grau-braunen Nachtfalters, schlüpft ab Mitte April und macht vor allem bei Stieleichen und Traubeneichen nicht Halt. Die Nester dieser gefürchteten Raupe sind kompakt und polsterartig – sie befinden sich häufig am Stamm oder an älteren Ästen. Dagegen sind die Gespinstmotten für uns Menschen völlig unbedenklich. Sie hüllen Sträucher und kleinere Bäume wie Pfaffenhütchen, Traubenkirsche und sogar Apfelbäume in ein fast durchsichtigen Gespinst.

Die Unterscheidung zwischen den beiden ist relativ einfach: Während die Raupen des Eichenprozessionsspinners behaart sind, sind die Gespinstmotten-Raupen unbehaart und meist heller, gelblich-grün. Für Allergiker könnte der Kontakt mit den Brennhaaren des Eichenprozessionsspinners jedoch ernsthafte Folgen haben – da ist Vorsicht geboten!

Vorsichtsmaßnahmen und Handlungsempfehlungen

Wenn du einen Verdacht auf einen Befall von Eichenprozessionsspinnern bei dir im Garten hast, solltest du unbedingt den Bereich meiden und Kinder sowie Haustiere fernhalten. Melde jegliche Funde dem zuständigen Grünflächenamt oder Forstamt. Das Ordnungsamt sollte ebenfalls informiert werden. Und bitte, versuche nicht, die Raupen selbst zu entfernen – lass das die Profis in Schutzkleidung machen. Bei gesundheitlichen Beschwerden nach einem möglichen Kontakt ist der Gang zum Arzt ratsam.

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In vielen Berliner Bezirken wurden bereits Spielplätze, Schulhöfe und Sportanlagen gesperrt, um jeglichen Kontakt zu vermeiden. Ein weiteres Beispiel für die zunehmende Bedeutung dieser Problematik. Bezirksstadträte fordern zudem eine berlinweite Koordinierung der Bekämpfungsmaßnahmen und eine entsprechende Finanzierung. Komischerweise wird das Thema oft nur am Rande behandelt, obwohl es viele betrifft.

Der Einfluss des Klimawandels

Die Situation wird durch den Klimawandel nicht einfacher. Höhere Temperaturen kommen dem Eichenprozessionsspinner entgegen und machen seine Bekämpfung zunehmend schwieriger. In Dessau setzt man bereits Helikopter ein, um Biozide in großen Waldgebieten zu versprühen – eine Maßnahme, die vielleicht etwas übertrieben wirkt, aber zeigt, wie ernst die Lage ist. Eichen können durch diesen Schädling vollständig entlaubt werden, was sie anfälliger für andere Schädlinge macht. So schließt sich der Kreis und man fragt sich, wohin das alles führen soll.

Die Gespinstmotte hingegen ist nicht schädlich für andere Bäume und kann in Obstgärten sogar ein wenig lästig werden, weil sie die Pflanzen einspinnt. Aber hey, das ist nichts, was wir nicht in den Griff bekommen könnten! Man kann sie einfach im Garten belassen oder bei leichtem Befall auflesen und entsorgen. Und vielleicht können wir ja natürliche Fressfeinde wie Vögel anziehen, die sich um die Gespinstmotte kümmern.

Wir sind jetzt also an einem Punkt, an dem wir uns nicht nur mit den Unannehmlichkeiten der Natur auseinandersetzen müssen, sondern auch mit den Herausforderungen, die der Klimawandel mit sich bringt. Die Natur ist ein faszinierendes, aber auch herausforderndes Stück Erde. Bleibt achtsam, informiert und denkt daran: Ein bisschen Vorsicht kann nicht schaden!

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