In den letzten Jahren hat sich in deutschen Städten einiges getan, vor allem in Bezug auf die Integration von Menschen, die aus anderen Ländern zu uns kommen. Ein spannender neuer Sammelband mit dem Titel „Ankunftsquartiere stärken. Kommunen gestalten Ankommen und Teilhabe“ hat jetzt das Licht der Welt erblickt, herausgegeben vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu). Hierbei handelt es sich um eine wichtige Sammlung, die sich mit der kommunalen Gestaltung dieser Ankunftsorte beschäftigt. Was sind Ankunftsquartiere? Nun, das sind die Orte, an denen das Ankommen für viele Menschen beginnt – oft in vorübergehenden Unterkünften, aus denen später vielleicht ein richtiges Zuhause wird.

Immer mehr Menschen finden ihren Weg nach Deutschland und das hat natürlich Auswirkungen auf die Städte, Gemeinden und Landkreise. Diese neuen Nachbarn bringen frischen Wind mit, aber auch Herausforderungen. Die Kommunen müssen sich auf die veränderten Bedürfnisse einstellen, sei es in der Verwaltung, der Wohnungsversorgung oder der Infrastruktur. Der neue Band wertet die Erfahrungen aus elf Kommunen aus, die sich an einem dreijährigen Forschungsprojekt beteiligt haben. Darunter auch Berlin-Marzahn-Hellersdorf, eine Gegend, die sich besonders um die Integration kümmert.

Einblicke und Antworten für Kommunen

Die Fragen, die hier aufgeworfen werden, sind vielschichtig: Wie können wir Ankommen und Teilhabe langfristig unterstützen? Wie werden Ankunftsquartiere nicht nur als Übergang, sondern als dauerhafte, gesunde Lebensräume wahrgenommen? Und welche Unterstützung brauchen die Kommunen von Bund und Ländern? Der Sammelband bietet dazu empirisch fundierte Antworten und Handlungsempfehlungen – das ist Gold wert für die Verantwortlichen vor Ort.

Das Projekt „Teilhabe in ‚neuen‘ Ankunftsquartieren stärken“ läuft von 2023 bis 2026 und wird von einem Team unter der Leitung des ILS Research durchgeführt, zusammen mit der Technischen Universität Berlin und STADTRAUMKONZEPT. Ziel ist es, den Städten und Gemeinden zu helfen, den Zusammenhalt und die Teilhabe in Zeiten der Zuwanderung zu stärken. Unterstützt wird das Ganze von der Stiftung Mercator, die sich für soziale Gerechtigkeit einsetzt. Das ist wichtig, denn es gibt immer mehr Stadtquartiere, die nicht auf die Zuwanderung vorbereitet sind. Und das führt nicht selten zu Konflikten im nachbarschaftlichen Miteinander.

Herausforderungen und Chancen

In den „neuen“ Ankunftsquartieren fehlt oft die soziale Infrastruktur, die vor Ort Unterstützung bieten könnte. Das Projekt hat zum Ziel, Gelegenheitsstrukturen für die sozialräumliche Integration aufzubauen. Dabei ist die Idee einer kommunalen „Integrations-Governance“ zentral, um Teilhabe und sozialen Zusammenhalt dauerhaft zu fördern. Hier geht’s um Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Abteilungen der Verwaltung, die Vernetzung von sozialen Infrastrukturen und die Aktivierung der Bewohner*innen, egal ob sie schon lange hier leben oder neu dazugekommen sind.

Die Fragen, die im Rahmen des Projekts behandelt werden, sind vielschichtig. Welche Städte nutzen den Begriff „Ankunftsquartiere“? Was unterscheidet die bestehenden Zuwanderungsorte von neuen Konzentrationen? Und wie können die verschiedenen Akteure – von der Politik über die Verwaltung bis hin zu Wohnungsunternehmen – diese Ankunftsprozesse unterstützen? Ein starkes Netzwerk könnte hier die Lösung sein!

Das Difu hat in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle übernommen. Es wurde 1973 gegründet und hat seinen Sitz in Berlin. Als unabhängige, gemeinnützige GmbH bietet es wertvolle Unterstützung für die Kommunen und liefert wissenschaftlich fundierte Informationen. Für alle, die sich für das Thema interessieren, ist der Sammelband kostenlos abrufbar unter diesem Link. Weitere Informationen zu dem Projekt und den Ankunftsquartieren sind auf der Webseite hier zu finden.

Ein echtes Highlight für alle, die sich für die Zukunft unserer Städte und das Miteinander von Menschen unterschiedlicher Herkunft interessieren. Lassen wir uns nicht entmutigen, sondern packen wir es an – denn die Integration ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die uns alle betrifft!