Heute ist der 25.10.2026 und in Marzahn-Hellersdorf gibt es Neuigkeiten, die die politische Landschaft Berlins betreffen. Am Donnerstag kommt das Abgeordnetenhaus zur ersten Sitzung zusammen, und die AfD hat sich gewaltig vergrößert. Statt der bisherigen 16 Abgeordneten sind nun 29 im Boot – das sind 13 mehr als zuvor! Wow, ein ordentliches Wachstum für die Partei, die bei der Wahl am 20. September rund 16 Prozent der Stimmen abräumte, was ihr bestes Ergebnis in Berlin darstellt. Dennoch blieben sie hinter den eigenen Erwartungen zurück. Aber hey, das ist Politik, oder?

Als drittstärkste Fraktion hat die AfD nun die Möglichkeit, einen Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten des Abgeordnetenhauses zu nominieren. Martin Trefzer, der dafür ins Rennen geschickt wird, hat allerdings nicht das beste Standing, denn die anderen Fraktionen lehnen ihn ab. Kristin Brinker bleibt an der Spitze der Fraktion, trotz ihrer umstrittenen Vergangenheit und der skandalösen Entdeckung von Nazi-Devotionalien in der Wohnung eines Mitarbeiters. Brinker bezeichnete diesen als „Sammler“ – nicht gerade das beste PR-Statement, aber nun ja.

Ein neuer Kurs?

Die neue AfD-Fraktion setzt ihren rechten Kurs fort, und dabei besetzen sie wichtige Posten mit jüngeren Politikern, die ein professionelleres Auftreten anstreben. Alexander Bertram, 38 Jahre alt und eng verbunden mit dem aufgelösten rechtsextremen „Flügel“ um Björn Höcke, wird künftig das Thema Migration vertreten. Er folgt Gunnar Lindemann, der sich mit seinen Kochvideos und verbalen Ausrutschern in den sozialen Medien einen Namen gemacht hat, aber nun nicht mehr im fachpolitischen Sprecherteam auftaucht. Na, das sind ja interessante Entwicklungen!

Mit Martin Kohler und Jan Streeck sind zwei neu gewählte Abgeordnete Ende 20 ebenfalls im Fraktionsvorstand vertreten. Kohler, der das Innenministerium leitet, hat im Wahlkampf mit dem Slogan geworben: „Remigration ist nicht alles, aber ohne Remigration ist alles nichts.“ Und Streeck, der sich um das Thema Bauen und Wohnen kümmert, ist als AfD-Vorsitzender in Pankow bekannt. Sein Parteilokal in Blankenburg ist ein beliebter Treffpunkt der rechten Szene, wo auch schillernde Persönlichkeiten wie Mathias Helferich und der Streamer „Björn Banane“ auftreten. Das klingt nach einer ganz eigenen Welt.

Die Schatten der Vergangenheit

Doch es gibt auch einige dunkle Wolken am Horizont. Unter den neuen Abgeordneten findet man einige, die nicht gerade unbescholten sind. Da ist Julian Adrat, ein Künstler und Podcaster, der vorbestraft ist und mehrfach wegen Volksverhetzung ermittelt wurde. Anneliese Dummer, die direkt in Marzahn-Hellersdorf gewählt wurde, hat für eine ehemalige AfD-Bundestagsabgeordnete gearbeitet, die wegen Terrorverdachts in Untersuchungshaft sitzt. Und Hendrik Pauli, ein Lehrer, der wegen seiner Unterstützung der Bärgida-Bewegung entlassen wurde, hat jetzt wieder einen Job an einer Schule. Auch Marc Bernicke, ein Polizist, der aus dem Dienst entlassen wurde, hat seine Spuren hinterlassen. Das wirft schon einige Fragen auf.

Ganz neu in der Diskussion ist die Rolle des Berliner Verfassungsschutzes. Es wird gemunkelt, dass der Landesverband der AfD als extremistischen Verdachtsfall eingestuft wurde. Das würde Berlin zum fünften Bundesland machen, das diese Einstufung vornimmt. Die Unruhe in der Berliner AfD ist entsprechend groß, und die Verantwortlichen äußern sich nicht dazu. Ein Bericht der „Berliner Morgenpost“ hat dies ins Rollen gebracht, und der Verfassungsschutz könnte die Partei jetzt strenger bewerten und beobachten. Man darf gespannt sein, wie sich das entwickelt.

Die Innenverwaltung hat angekündigt, die neuen Regeln erst nach Abschluss der Regierungsbildung anzuwenden. Das könnte eine Weile dauern, denn während Wahl und Koalitionsverhandlungen ist das Neutralitätsgebot zu beachten. Eine Klarstellung wird angestrebt, doch wann genau das passieren wird, bleibt abzuwarten.