Im Bezirk Marzahn-Hellersdorf hat Anke Lea Focke vor einigen Monaten die Position der Bezirksbeauftragten für Menschen mit Behinderungen übernommen. Focke, die zuvor als Physiotherapeutin und Reha-Fachberaterin tätig war, setzt sich aktiv dafür ein, Barrieren für Menschen mit Behinderungen abzubauen. Sie stellt fest, dass die Verwaltung oft als langsam empfunden wird und sieht dies als eine der Hürden, die es zu überwinden gilt. „Wir müssen vielmehr gemeinsam an Lösungen arbeiten“, so ihre Ansichten. Ihre Arbeit zielt darauf ab, das Bewusstsein für die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft zu schärfen und sicherzustellen, dass die Perspektiven dieser Menschen bei Bauvorhaben von Anfang an berücksichtigt werden.

Um die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum zu verbessern, hat Focke Stadtteilspaziergänge initiiert, bei denen Barrieren wie fehlende Bordsteinabsenkungen und Radabweiser am Helene-Weigel-Platz identifiziert werden. In Marzahn-Hellersdorf leben rund 54.000 Menschen mit einem ausgewiesenen Grad der Behinderung, darunter 33.816 Personen, die als schwerbehindert gelten. Es besteht ein erheblicher Bedarf an Bewusstseinsbildung und Informationsangeboten zu diesem Thema. Nach Angaben des BALL e.V. wäre ohne Barrierefreiheit eine Teilhabe am kulturellen, politischen Leben und in der Arbeitswelt nicht möglich.

Barrierefreiheit und Inklusion

Die Herausforderung, Barrieren abzubauen und Inklusion voranzutreiben, ist groß. In Marzahn-Hellersdorf betreibt der BALL e.V. eine inklusive Anlaufstelle für Menschen mit Beeinträchtigungen, die nicht nur für Transparenz sorgt, sondern auch versucht, die Lebenslage von Menschen mit Behinderungen sichtbar zu machen und die Öffentlichkeit zu sensibilisieren. Frank Holzmann, der Projektverantwortliche, betont die Wichtigkeit des Austauschs mit Betroffenen und der Organisation diverser Informations- und Unterstützungsangebote.

Zu den laufenden Projekten zählt das Programm „City-Lotsen“, das sich mit der Identifizierung von Barrieren im öffentlichen Raum befasst und die Öffentlichkeit über den respektvollen Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigungen informiert. Hierbei wird auch ein Augenmerk auf die Barrierefreiheit nach DIN 18040-3 gelegt.

Digitale Teilhabe als Herausforderung

Ein weiteres wichtiges Thema, das Focke und die Inclusionsangebote in Marzahn-Hellersdorf beschäftigen, ist die digitale Teilhabe. Laut einer Trendstudie der Aktion Mensch wird die digitale Teilhabe zunehmend als integraler Bestandteil der sozialen Teilhabe betrachtet. Menschen mit Behinderung sehen sich im Internet jedoch oft Hürden gegenüber, die es zu überwinden gilt. Ab Juni 2025 sind privatwirtschaftliche Anbieter verpflichtet, ihre Online-Angebote barrierefrei zu gestalten, was einen bedeutenden Fortschritt darstellen könnte. Dennoch bleibt die Nutzung digitaler Angebote für viele Menschen mit Beeinträchtigung weiterhin eine Herausforderung.

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Focke und ihre Mitstreiter arbeiten engagiert daran, diesen Herausforderungen zu begegnen. Neben den gesetzlich notwendigen Änderungen ist es ihr wichtig, dass ein aktiver Austausch mit der Community erfolgt. Der Plan zum Umbau störungsfreier Wege und zur Verbesserung des Zugangs zu öffentlichen und privaten Einrichtungen zeigt, dass die Bezirksbeauftragte fest entschlossen ist, die Barrierefreiheit in Marzahn-Hellersdorf maßgeblich zu verbessern.

Mehr Informationen über die inklusiven Angebote und die tägliche Arbeit in diesem Bereich sind auf der Webseite des BALL e.V. zu finden. Zudem bietet die Aktion Mensch umfassende Studien zur Inklusion und digitalen Teilhabe an, die wertvolle Einblicke in die Herausforderungen und Chancen im Bereich der Barrierefreiheit geben.

In Anbetracht der enormen Bedeutung von Barrierefreiheit und Inklusion ist es essenziell, dass sowohl die Politik als auch die Gesellschaft aktiv zusammenarbeiten, um die Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen zu verbessern.

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