Heute ist der 15.05.2026, und die Stimmung in Lichtenberg ist aufgeladen. Mathias Gidsel, der zweifache Welthandballer und Spieler der Füchse Berlin, steht im Mittelpunkt des Geschehens. Er hat schon einige beeindruckende Momente in seiner Karriere erlebt, doch einer sticht besonders hervor: der mentale Zusammenbruch vor fünf Jahren, den er jetzt als Wendepunkt in seinem Leben betrachtet. In einem aufschlussreichen Interview mit der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» erzählt er, wie der plötzliche Ruhm nach seinem WM-Debüt 2021 ihn überforderte. Plötzlich kannte jeder seine Geschichte, und das Gefühl, ständig „Ja“ sagen zu müssen, brachte ihn an seine Grenzen.

Gidsel erinnerte sich an die Nächte, in denen er früh ins Bett ging – nicht aus Müdigkeit, sondern aus der Notwendigkeit, dem Druck zu entkommen. Diese Isolation führte zu emotionalen Herausforderungen, die er erst nach anfänglichem Zögern adressierte. Heute hat er einen Mentaltrainer, den er jederzeit kontaktieren kann. Das ist nicht nur eine Erleichterung, sondern auch ein Zeichen dafür, wie wichtig mentale Gesundheit in seinem Leben geworden ist. Gidsel hat ein anderes Mindset als viele andere Spieler. Handball, für ihn, ist nicht nur ein Spiel, sondern eine Quelle des Spaßes.

Der innere Dialog auf dem Spielfeld

Das heutige Testspiel gegen Deutschland, das um 19.30 Uhr stattfindet, ist eine aufregende Gelegenheit für Gidsel, sein neu gewonnenes Selbstvertrauen unter Beweis zu stellen. Er beschreibt, dass er während eines Spiels oft einen inneren Dialog führt – zwei Stimmen, die miteinander ringen. Stimme A ist instinktiv und leicht, während Stimme B nachdenklich und kritisch ist. Der Schlüssel liegt darin, Stimme B zu kontrollieren und sich auf Spaß, Aggressivität und Energie zu konzentrieren. Ein ständiger Prozess, der ihn viel gelehrt hat.

Doch Gidsels Weg war nicht immer einfach. In seiner Karriere gab es Rückschläge, wie die Niederlage im Champions-League-Finale 2025 oder das enttäuschende Vorrundenspiel gegen Portugal, das Dänemark mit 29:31 verlor. Der Druck, besonders bei Heimspielen, kann überwältigend sein. Gidsel thematisiert, dass mentaler Druck oft mehr Raum einnimmt als körperliche Herausforderungen. Besonders beim Spiel gegen Frankreich kämpfte er mit negativen Gedanken, verlor zeitweise sein Selbstvertrauen, doch die Erkenntnis, dass Handball das Spiel ist, das er liebt, half ihm, sich wieder zu fokussieren.

Ein neuer Umgang mit mentalem Training

Die Wichtigkeit von mentalem Training hat in den letzten Jahren zugenommen, ein Thema, das lange als Tabu galt. Gidsel hat bis 2021 kein mentales Training praktiziert, sondern sich ausschließlich auf körperliche Fitness konzentriert. Doch die Einsicht, dass mentale Stärke entscheidend ist, um mit den Erwartungen umzugehen, hat seine Sicht auf den Sport revolutioniert. In seinem eigenen Newsletter, dem „Gidsel Circle“, reflektiert er über seine Erfahrungen und seine mentale Einstellung. Der Druck, der durch die Heimspielatmosphäre in Herning entstand, ist unvergesslich und zeigt, wie stark die Psyche im Sport ist.

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Es ist eine beeindruckende Reise, die Mathias Gidsel unternommen hat. Von den Tiefen eines mentalen Zusammenbruchs hin zu einem Platz an der Spitze des Handballs. Und während das Spiel gegen Deutschland näher rückt, steht er nicht nur als Sportler, sondern auch als Mensch im Rampenlicht. Handball ist für ihn mehr als ein Spiel – es ist eine Leidenschaft, die ihn durch Höhen und Tiefen begleitet hat. Die Herausforderung, mit Druck umzugehen, und die Fähigkeit, seine mentale Gesundheit zu priorisieren, sind die wahren Siege, die ihn auszeichnen.