Die Internationale Händel-Festspiele Göttingen sind ein wahres Juwel in der deutschen Musiklandschaft. Jochen Schäfsmeier, seit 2021 geschäftsführender Intendant, bringt frischen Wind in die über hundertjährige Tradition dieser Festspiele. Seine Wurzeln in Göttingen sind tief – er wurde dort getauft und verbrachte seine Kindheit in der Stadt. Diese persönliche Verbindung zur Region ist für ihn eine Quelle der Inspiration, wie er selbst betont.

Ein besonderes Augenmerk legt Schäfsmeier auf die Internationalität in der regionalen Musikszene. „Händel goes regional“ ist ein spannendes Projekt, das internationale Ensembles mit lokalen Schulen und Chören verbindet. Hier wird deutlich, dass Regionalität und Internationalität nicht im Widerspruch zueinander stehen, sondern einen wertvollen Austausch ermöglichen. Das macht die Festspiele nicht nur zu einem kulturellen Ereignis für Göttingen, sondern auch zu einem wichtigen Beitrag zur Weltoffenheit und zum gesellschaftlichen Austausch.

Ein Blick in die Zukunft

Schäfsmeier hat große Pläne für die Zukunft der Festspiele. So wurde sein Vertrag im Januar 2026 bis Ende 2028 verlängert. Unter seiner Leitung hat sich das Profil der Festspiele international weiterentwickelt. Vor seiner Zeit in Göttingen war er von 2005 bis 2020 Geschäftsführer von Concerto Köln, wo er innovative Projekte angestoßen hat. Ein Beispiel dafür ist die wissenschaftlich-künstlerische Initiative „Wagner-Lesarten“ mit Kent Nagano. Diese Erfahrungen bringen eine kreative Dynamik in die Händel-Festspiele.

Die nächste Festivalausgabe steht bereits in den Startlöchern und findet vom 14. bis 25. Mai 2026 in Göttingen und Südniedersachsen statt. Schäfsmeier hebt hervor, dass es noch Karten für viele Konzerte gibt – ein Gerücht, dass diese oft ausverkauft sind, kann er somit entkräften. Er empfiehlt besonders das Konzert „Ein Feste Burg“ im Welfenschloss in Hann. Münden sowie das Gala-Konzert zur Feier des 20-jährigen Bestehens des Festspielorchesters. Ein feierlicher Anlass, der sicherlich unvergesslich wird!

Die Bedeutung der Nachwuchsförderung

Ein weiterer wichtiger Aspekt für die Zukunft der Händel-Festspiele ist die Nachwuchsförderung. Ohne junge Talente ist die Musikszene nicht vorstellbar. Schäfsmeier sieht dies als entscheidend an, um die Relevanz von Händels Werk im 21. Jahrhundert sichtbar zu machen und tragfähige Formate für ein breites Publikum zu entwickeln. Die Festspiele leisten einen bedeutenden Beitrag zur Förderung junger Künstler und Musiker, die in der Region und darüber hinaus eine Plattform finden.

Die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen sind nicht nur eines der ältesten Musikfestivals weltweit, sondern sie sind auch ein Magnet für Liebhaber klassischer Musik aus aller Welt. In Deutschland gibt es zahlreiche Festivals, die Händels Musik gewidmet sind, aber die Göttinger Festspiele zeichnen sich durch ihre besondere thematische Vielfalt und internationale Ausrichtung aus. Das Deutsche Musikinformationszentrum verzeichnet eine breite Palette von professionellen Händel-Festivals, die das Musikleben in Deutschland einzigartig prägen.

Inmitten dieser kulturellen Blüte kann man nur hoffen, dass die Festspiele weiterhin so lebendig und vielfältig bleiben. Wer also noch keine Karten hat, sollte schnell zugreifen – es wäre schade, etwas so Schönes zu verpassen!