Heute ist der 15. Mai 2026, und der Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin-Mitte pulsiert vor Aufregung. Matthias Lilienthal, der neue Intendant der Volksbühne, ist ab der kommenden Spielzeit am Ruder. Es ist eine Rückkehr, die schon lange erwartet wurde, denn Lilienthal war von 1992 bis 1998 Chefdramaturg an diesem geschichtsträchtigen Ort. Nach Stationen im HAU und den Münchner Kammerspielen bringt er frischen Wind und eine Vielzahl von Ideen mit.
Sein Ziel? Die Regiegeneration verjüngen und ein diverseres Ensemble schaffen! Man darf gespannt sein, wie er die Tradition der Volksbühne, die immer für ihre Unkonventionalität bekannt war, mit neuen Talenten und Visionen verbinden wird. Einige alte Bekannte aus der Castorf-Ära – Kathrin Angerer, Sophie Rois, Martin Wuttke und Sir Henry – werden weiterhin Teil des Ensembles sein. Dazu gesellt sich Julia Riedler, eine vielversprechende neue Stimme, die frischen Wind in die Reihen bringen soll.
Eine Bühne für alles, außer Durchschnitt
Lilienthal hat eine klare Vision: Die Volksbühne soll ein Ort sein, an dem alles möglich ist, außer dem Durchschnitt. Dabei plant er, namhafte internationale Regisseure wie Łukasz Twarkowski und Satoko Ichihara einzubeziehen. Ein mutiger Schritt, der das Potenzial hat, die Berliner Theaterlandschaft nachhaltig zu verändern. René Pollesch bleibt ebenfalls ein wichtiger Teil des Programms – die Volksbühne wird weiterhin seine Arbeiten und die von anderen renommierten Künstlern aus der Szene präsentieren.
Doch es gibt Herausforderungen. Die Stadt Berlin hat angekündigt, 3,5% der finanziellen Mittel der Volksbühne zu streichen, insgesamt 500.000 Euro. Das ist kein Pappenstiel, und Lilienthal hat sich vorgenommen, gegen diese Einsparungen zu kämpfen. Er sieht die Volksbühne nicht nur als ein Geschenk, sondern auch als eine Herausforderung, die es zu meistern gilt.
Eine Erneuerung der Theaterlandschaft
Ein weiterer spannender Punkt ist, dass die Werkstätten der Volksbühne und des Maxim Gorki Theaters langfristig zusammengelegt werden sollen. Das könnte eine spannende Fusion verschiedener kreativer Ansätze bedeuten und die Zusammenarbeit in der Berliner Theaterlandschaft intensivieren. Lilienthal selbst hat eine kritische Sichtweise auf die aktuelle Situation im Theater und betont die Notwendigkeit, sich für gesellschaftlich benachteiligte Gruppen einzusetzen. Ein Anspruch, der in der heutigen Zeit mehr denn je relevant ist.
In einem anderen Teil der Berliner Theaterlandschaft gibt es ebenfalls Neuigkeiten: Oliver Reese hat seinen Vertrag als Intendant des Berliner Ensembles bis 2032 verlängert. Seit August 2017 leitet er dieses Haus und hat es zu einem lebendigen Ort für Begegnung und Austausch gemacht. Die Besucherzahlen sind trotz des Spardrucks auf einem historischen Rekordniveau. Das zeigt, dass das Publikum bereit ist, für Qualität zu zahlen – und das ist mehr als nur ein gutes Zeichen für die kulturelle Vielfalt der Stadt.
Sarah Wedl-Wilson, die Senatorin für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, freut sich über die Vertragsverlängerung von Reese und hebt die Bedeutung des Berliner Ensembles für die Theaterlandschaft hervor. Reese plant, den erfolgreichen Kurs des Theaters fortzusetzen und neue Akzente zu setzen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die beiden Intendanten – Lilienthal und Reese – in den kommenden Jahren auf der Berliner Bühne behaupten werden. Werden sie die Herausforderungen meistern und die Zuschauer in ihren Bann ziehen? Die Vorfreude ist groß!