In Brandenburg hat die Polizei die Nase voll von Viehdieben. Mit einer neuen Ermittlungsgruppe namens „Weide“ gehen die Beamten nun verstärkt gegen die skrupellosen Täter vor. Die Situation ist ernst, denn seit März sind bereits vier Fälle von Rinder-Diebstahl bekannt, bei denen insgesamt 233 Tiere entwendet wurden – ein wirtschaftlicher Schaden von satten 337.000 Euro! Innenminister Jan Redmann (CDU) hat bereits Maßnahmen zur Aufklärung dieser Fälle angekündigt. Das klingt alles andere als einfach, denn er räumt ein, dass es unmöglich sei, jede Koppel im weiten Brandenburg mit Streifenwagen abzusichern.
Die Polizei plant, die Kontrollen von Tiertransporten zu intensivieren, insbesondere in den frühen Morgenstunden und nachts. Zusätzlich wird eine Zusammenarbeit mit der polnischen Polizei angestrebt, um die Viehtransporte in der Grenzregion besser zu überwachen. Verdacht besteht, dass die Täter möglicherweise aus Osteuropa oder sogar außerhalb der EU stammen. Da kommt einem schon der Gedanke, dass dies eine richtig spezialisierte Gruppe sein könnte. Schließlich sind Rinder nicht einfach so eingefangen!
Diebstahl in Raddusch
Ein besonders dreister Fall ereignete sich erst kürzlich in Raddusch, im Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Ein Landwirt meldete am Freitagmorgen, dass ihm 48 Rinder abhanden gekommen sind. Der wirtschaftliche Schaden? Rund 75.000 Euro! Die Polizei geht davon aus, dass die Tiere gestohlen wurden, da es keine Hinweise darauf gibt, dass sie ausgerissen sind. Wie und wann die Tiere verschwanden, bleibt unklar. Es scheint, als seien die Täter Profis, denn das Einfangen und Verladen der Tiere ist alles andere als ein Kinderspiel.
Vor einigen Wochen wurde im Landkreis Elbe-Elster ein ähnlicher Vorfall gemeldet, bei dem 70 Rinder gestohlen wurden – und das hat einen Schaden von etwa 50.000 Euro zur Folge gehabt. Rinder-Diebstahl in Brandenburg ist also kein Einzelfall, sondern ein wachsendes Problem. Die Vermutungen, dass die gestohlenen Tiere möglicherweise in den Süden, vielleicht sogar nach Bulgarien verkauft werden könnten, schwirren in der Luft, aber Beweise dafür gibt es noch keine.
Die Sorgen der Agrarwirtschaft
Die Agrarministerin Hanka Mittelstädt (SPD) hat ihre Bedenken bereits geäußert. Sie vermutet, dass die gestohlenen Tiere für Zucht oder Schlachtung verwendet werden könnten. Die Herausforderungen für die Polizei sind enorm, das betont auch Polizeipräsident Oliver Stepien. Um den Agrarbetrieben zu helfen, werden Beratungen zur Erhöhung des Schutzes vor Viehdieben angeboten. Aber ob das ausreicht? Die Sorgen und Ängste der Landwirte sind spürbar – die ständige Gefahr, dass die eigenen Tiere über Nacht verschwinden.
Die Geschichte erinnert an eine größere Serie von Vieh-Diebstählen vor rund zehn Jahren, die Brandenburg ebenfalls erschütterte. Es bleibt abzuwarten, ob die neuen Maßnahmen der Polizei und die Zusammenarbeit mit den polnischen Behörden fruchtbare Ergebnisse bringen werden. Die Zeit wird zeigen, ob die „Weide“-Ermittlungsgruppe die Oberhand gewinnen kann oder ob die Viehdiebe weiterhin ungestraft ihr Unwesen treiben.