Heute ist der 28.04.2026 und die Diskussion um die Aufstiegsregelung in den deutschen Regionalligen nimmt Fahrt auf. Bei einem zweieinhalbstündigen Treffen der NOFV-Vereine in Peißen wurde ein starkes Zeichen der Einigkeit zwischen dem Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) und den Vereinen gesetzt. Hermann Winkler, der Präsident des NOFV, lobte die gemeinsame Ausrichtung und die klare Tendenz zur Ablehnung des Regionen-Modells. Stattdessen tendieren die Vereine im Nordosten zu einem Kompassmodell, das die Aufstiegsfrage grundlegend neu regeln soll.
Das Ziel ist klar definiert: „Meister müssen aufsteigen“. Diese Maxime soll durch eine Reform der Regionalliga-Struktur erreicht werden, die ab der Saison 2027/28 in Kraft treten soll. Die 13-köpfige Arbeitsgruppe Regionalliga-Reform sprach sich einstimmig für eine viergleisige Regionalliga aus, damit alle Regionalliga-Meister die Möglichkeit haben, in die 3. Liga aufzusteigen. Offene Fragen, wie etwa zur Sportgerichtsbarkeit oder den Zulassungskriterien der Stadien, müssen jedoch noch gemeinsam mit dem DFB und anderen Regionalliga-Trägern geklärt werden.
Kompassmodell im Fokus
Das Kompassmodell, das eine Staffelung basierend auf Entfernungen vorsieht, stößt auf reges Interesse. Felix Magath, Sportvorstand von Viktoria Aschaffenburg, äußert sich positiv über dieses Modell und hebt hervor, dass die derzeitige Situation in der Regionalliga Bayern nicht tragbar sei. Er fordert eine zügige Änderung der Regelung, um etwaige Derbyspiele gegen hessische Vereine zu ermöglichen. Auch die Spvgg. Bayreuth zeigt Interesse, möchte jedoch im Osten spielen, um finanzielle Probleme zu mildern und Zuschauerzahlen zu steigern.
Die Skepsis gegenüber dem Kompassmodell kommt jedoch nicht nur aus Bayern. Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) und Präsident Dr. Christoph Kern sehen die Strukturprobleme in der Regionalliga Bayern kritisch, während Nord- und West-Klubs ebenfalls von Defiziten in ihren Regionalligen berichten. So müssen Vereine in der Nord-Staffel jährlich 10.000 Euro für die TV-Produktion aufbringen, was die wirtschaftliche Situation zusätzlich belastet. Marcus Uhlig von Rot-Weiß Oberhausen weist auf die Vermarktungsprobleme im Westen hin und warnt vor einer möglichen Zerschlagung der Regionalliga Nordost, während die DFB-Spitze eine solche Aufspaltung verhindern möchte.
Der Weg zur Reform
Die kommenden Monate werden entscheidend sein, da eine Abstimmung über die neuen Regelungen noch aussteht. Peter Frymuth, Präsident des Westdeutschen Fußball-Verbandes (WDFV), befürwortet eine Regionalliga mit vier Staffeln und direkten Aufstiegsmöglichkeiten in die 3. Liga. Er erkennt den Reformbedarf an und plant, die Diskussionen in der nächsten Vereinsvertreterversammlung voranzutreiben. Daniel Meyer, Sportdirektor des Halleschen FC, kritisiert hingegen die Machtinteressen der Regionalverbandspräsidenten und bringt damit das Spannungsfeld der aktuellen Diskussionen auf den Punkt.
Die Einigkeit unter den NOFV-Vereinen ist ein ermutigendes Zeichen in einer Zeit, in der Reformen dringend notwendig sind. Mit dem Kompassmodell könnte ein neuer Weg beschritten werden, der nicht nur die sportliche Fairness, sondern auch die wirtschaftliche Stabilität der Regionalligen nachhaltig fördern könnte.