Kalte Nächte, heiße Fluchten: Der gescheiterte Befreiungsversuch der Remmo-Brüder
In der kalten Nacht des 20. Dezember 2023 brach in einem Berliner Krankenhaus des Maßregelvollzugs (KMV) das Chaos aus. Abdallah Remmo, ein 23-jähriger Angehöriger des berüchtigten Remmo-Clans, steht jetzt erneut im Fokus der Justiz. Zusammen mit mindestens drei Komplizen, vermummt und in schwarzer Kleidung, versuchte er, seinen Bruder Asies Remmo (28) aus dem vergitterten Fenster des Krankenhauses in Berlin-Buch zu befreien. Das Ziel war klar, die Mittel jedoch ebenso dreist: Trennschneider und Spreizer wurden eingesetzt, um zwei Zäune aufzuschneiden und eine Tür zu hebeln. Der Schaden? Er beläuft sich auf stolze 1.551 Euro. Doch der Plan ging schief, als der Alarm auslöste und die Gruppe schnell das Weite suchte.
Die Polizei wurde um drei Uhr morgens alarmiert, als das Sicherheitspersonal verdächtige Geräusche hörte und den Geruch von Verbranntem bemerkte. Als die Beamten eintrafen, sahen sie einen BMW und ein weiteres Fahrzeug in hohem Tempo davonrauschen. Im Zimmer von Asies Remmo fanden die Polizisten nicht nur 300 Euro, sondern auch zwei verbotene Handys – ein weiteres Zeichen für die kriminelle Energie, die in der Familie zu stecken scheint. Als die Beamten an die Tür klopften, öffnete der Bruder und ging auf die Knie. Ein abgebrochener Schlüssel steckte im Schloss – ein weiteres Indiz, das auf die Manipulation hinweist.
Ein gescheiterter Befreiungsversuch
„Dumm gelaufen“, kommentierte Asies Remmo den gescheiterten Versuch trocken und fügte hinzu: „Aber bei 9 von 10 Malen gewinnen wir.“ Diese Worte drücken nicht nur eine gewisse Resignation aus, sondern auch das Selbstbewusstsein, das in der Remmo-Familie anscheinend tief verwurzelt ist. Abdallah Remmo selbst wirkte im Gerichtssaal unbeeindruckt, grinste sogar in Richtung der Zuhörer, während sein Verteidiger erklärte, dass er zu den Vorwürfen schweige. Der Prozess gegen ihn, der wegen versuchter Gefangenenbefreiung und Sachbeschädigung vor dem Amtsgericht Tiergarten steht, wird am 16. Juni fortgesetzt.
Die Remmo-Familie ist bekannt für ihre kriminellen Machenschaften, darunter Banküberfälle, Diebstähle und Drogenhandel. Der 28-jährige Asies Remmo war wegen Drogenhandels verurteilt und wartete auf seine Befreiung. Wenn man bedenkt, dass die beiden Brüder bereits im März 2023 wegen Brandanschlägen auf Fahrzeuge vor Gericht standen – Asies erhielt eine Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten, während Abdallah zweieinhalb Jahre verurteilt wurde – wird klar, dass diese Familie in der Berliner Unterwelt einen nicht zu unterschätzenden Ruf genießt.
Ein Blick auf die organisierte Kriminalität
Die Vorfälle rund um die Remmo-Brüder werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, die der Staat im Kampf gegen die organisierte Kriminalität hat. Trotz intensiver Ermittlungen und einer Vielzahl an Verfahren scheint die kriminelle Energie der Clans ungebrochen. Die Politik steht immer wieder unter Druck, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um gegen die Clans vorzugehen, deren Einfluss in Berlin und darüber hinaus immer mehr zunimmt. Die Frage bleibt: Wie lange kann der Staat noch gegen diese tief verwurzelten Strukturen ankämpfen? Weitere Informationen zur organisierten Kriminalität in Deutschland finden Sie hier.
