Am 8. März 2026 wird der Internationale Frauentag weltweit gefeiert. Dieser Tag hat eine lange Geschichte und macht seit über 100 Jahren auf die Themen Gleichberechtigung, Frauenrechte und Empowerment aufmerksam. Die Idee eines internationalen Frauentags wurde 1910 von Clara Zetkin auf der Zweiten Internationalen Frauenkonferenz in Kopenhagen ins Leben gerufen. Der erste nationale Frauentag fand 1909 in den USA statt, als Frauen für bessere Arbeitsbedingungen und das Wahlrecht demonstrierten. Der erste Internationale Frauentag wurde dann 1911 am 19. März gefeiert, mit dem Ziel, das Frauenwahlrecht durchzusetzen. In Deutschland konnten Frauen 1919 erstmals wählen, und 1921 legte Zetkin den Tag auf den 8. März fest. Am 3. Mai 1957 beschloss der Deutsche Bundestag das Gleichberechtigungsgesetz, und es dauerte bis 1977, bis ein paritätisches Ehemodell eingeführt wurde. Dieser Tag symbolisiert eine geschlechtergerechte Welt und macht auf bestehende Ungleichheiten wie den Gender Pay Gap und Gender Care Gap aufmerksam.

In Berlin und darüber hinaus bieten staatliche Museen am Internationalen Frauentag 2026 verschiedene Führungen an, die weibliche Perspektiven thematisieren. Diese Führungen umfassen spannende Themen wie Pionierinnen der Archäologie, Frauen in der griechischen und römischen Mythologie sowie den weiblichen Blick auf zeitgenössische Kunst. Geplante Veranstaltungen am 8. März 2026 sind unter anderem:

  • 11:00 Uhr: Tandemführung in der Gemäldegalerie.
  • 11:00 Uhr: Öffentliche Führung „Frauen in der Archäologie“ im Neuen Museum.
  • 12:00 Uhr: Dialogische Führung „Feministisch betrachtet“ im Hamburger Bahnhof.
  • 12:00 Uhr: Film und Podiumsdiskussion „Frauen im Fokus“ am Forschungscampus Dahlem.
  • 12:30 Uhr: Öffentliche Führung „Frauen in der Archäologie“ im Neuen Museum.
  • 13:00 Uhr: Dialogische Führung „Feminist Perspective“ im Hamburger Bahnhof.
  • 14:00 Uhr: Öffentliche Führung „Frauen in der Archäologie“ im Neuen Museum.
  • 16:00 Uhr: Öffentliche Führung mit Giulia Andreani im Hamburger Bahnhof.

Gleichstellung in Deutschland: Ein langsamer Fortschritt

Trotz der Errungenschaften in der Gleichstellung der Geschlechter bleibt die Realität in Deutschland herausfordernd. Im Jahr 2025 verdienten Frauen im Schnitt 16 Prozent weniger als Männer bei gleicher Arbeit. Der Gender Pay Gap sinkt nur langsam. Die Sorgearbeit ist ungleich verteilt; Frauen unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit oft bei Kindergeburt und arbeiten nach der Elternzeit häufig in Teilzeit. In Führungspositionen sind sie seltener anzutreffen.

Die Unterschiede im Gender Pay Gap variieren zwischen Ost- und Westdeutschland. Im Osten wurde die Vollerwerbstätigkeit von Frauen durch Kita-Angebote und Ganztagsschulen unterstützt, während im Westen der Alleinverdiener in der Familie üblich war. Frauen benötigten bis 1957 die Erlaubnis des Partners zum Arbeiten. Zudem wurden Frauen, die ihre Kinder früh in Kitas gaben, oft negativ bewertet. Kulturelle Prägungen wirken bis heute nach, und im Osten gibt es ein größeres Bewusstsein für finanzielle Unabhängigkeit. Frauen tragen oft die mentale Verantwortung für familiäre Aufgaben und sind häufiger Opfer von Gewalt; 80 Prozent der Opfer von Partnerschaftsgewalt sind weiblich.

Der Weg zur Gleichstellung: Politische und soziale Herausforderungen

Politiker fordern mehr Vollerwerbstätigkeit von Frauen, während es an Ganztagsschulen und Kitas mangelt. Prof. Jutta Allmendinger kritisiert die Gesetzgebung, die alte Rollenmodelle unterstützt, und schlägt vor, Anreize für Männer zu schaffen, um gleichberechtigter an der Kindererziehung teilzunehmen. 70 bis 80 Prozent der Männer möchten gleichberechtigter in der Kindererziehung sein, was zeigt, dass ein Umdenken nötig ist.

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Der Gender Pay Gap ist ein Durchschnittswert, der je nach Einkommensverteilung, Beschäftigungssektoren und Anforderungsniveau variiert. Nach den Daten der Verdiensterhebung 2022/23 des Statistischen Bundesamtes beträgt der Gender Pay Gap bei hohem Anforderungsniveau 20,9 Prozent, bei mittlerem Anforderungsniveau 16,1 Prozent und bei niedrigem Anforderungsniveau 9,9 Prozent. Diese Differenzen spiegeln die Barrieren wider, die Frauen von Führungspositionen abhalten, sowie die Herausforderungen, die sie im Niedriglohnsektor bewältigen müssen.

Am Montag nach dem Frauentag rufen Initiativen zu einem Frauenstreik auf, um die Arbeit von Frauen sichtbar zu machen. Auch wenn Fortschritte erzielt wurden, bleibt der Weg zur Gleichstellung noch lang und steinig. Der Internationale Frauentag bietet eine wertvolle Gelegenheit, um auf diese Themen aufmerksam zu machen und Veränderungen voranzutreiben.

Weitere Informationen zu den Veranstaltungen und dem Hintergrund des Internationalen Frauentags finden Sie auf der Webseite der Staatlichen Museen sowie zu aktuellen Gleichstellungsfragen auf SWR und Bundesstiftung Gleichstellung.

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