Es war am 14. August 2026, als ein Brand im Hinterhaus der Naunynstraße 67 in Berlin-Kreuzberg alles auf den Kopf stellte. Die Mieter:innen, die zuvor noch in ihren Wohnungen lebten, berichten inzwischen von feuchten Wänden, Brandgeruch und Heizungen, die einfach nicht mehr funktionieren wollen. Ein Albtraum für alle Betroffenen, die seither mit den Folgen des Feuers kämpfen müssen. Die Löscharbeiten und der Rauch haben nicht nur das Hinterhaus, sondern auch angrenzende Wohnungen stark beschädigt. Man hört von durchhängenden Decken, durchnässtem Mauerwerk, und das Heizsystem? Das ist außer Betrieb und bleibt es auch vorerst.

Die Initiative „Mieter:innen N67“ hat sich mittlerweile zu Wort gemeldet und berichtet, dass auch im Vorderhaus die Heizungen nur teilweise funktionsfähig sind. Für die Bewohner:innen ist es eine echte Herausforderung. Zwei Notdienste wurden bereits ins Boot geholt, in der Hoffnung, die Heizung wieder flott zu kriegen. Das Ergebnis? Zusätzliche Wasserschäden, die den Frust nur weiter steigern. Einziger Lichtblick: die Mieterin Heike Koller hat einen neuen Ansprechpartner bei Vonovia/Deutsche Wohnen bekommen. Vorher war es ein schier endloser Kampf, mit einem Callcenter ohne feste Ansprechperson in Kontakt zu treten. Die Vermieter-App? Die scheint mehr Probleme zu verursachen als zu lösen.

Die Schattenseiten der Kommunikation

Inmitten all dieser Schwierigkeiten gibt es auch einen Hauch von Enttäuschung. Koller berichtet von einem Schreiben, das die Mieter:innen über das bevorstehende Auslaufen der Sozialbindung informierte – aber keine Worte zur Schadensbehebung enthielt. Die Bauaufsicht hat bereits gefordert, dass der Vermieter endlich handelt. Und dann gibt es da noch Luiz Zanotello, der von Wasser an den Wänden, Brandrückständen und Allergien spricht. Der einzige Trost für die Heizperiode? Ein Heizlüfter, der zwischen den Zimmern umhergeschoben werden muss. Das ist alles andere als der Komfort, den man sich wünscht.

Die Initiative fordert vehement die sofortige Wiederherstellung der Heizung sowie genügend Ersatzheizgeräte und die Erstattung zusätzlicher Stromkosten. Außerdem wird eine vollständige Beseitigung der Brandrückstände und Wasserschäden durch eine Fachfirma gefordert. Ein verbindlicher Zeitplan und eine feste Ansprechperson beim Vermieter stehen ebenfalls auf der Liste. Ein Sprecher von Vonovia hat zwar erklärt, dass die notwendigen Maßnahmen eingeleitet worden sind, einen festen Reparaturtermin jedoch noch nicht genannt. In der Zwischenzeit bleibt es ungewiss, wann die Heizung im gesamten Haus endlich wieder einwandfrei funktionieren wird.

Die Rolle der Versicherungen

Ein Blick auf die rechtlichen Rahmenbedingungen zeigt, dass bei einem Brandschaden die Gebäudeversicherung des Vermieters für die Schäden an Wänden, Böden und festen Einbauten aufkommt. Für die Mieter:innen, deren Möbel und persönliche Gegenstände beschädigt wurden, ist die Hausratversicherung da. Doch was passiert, wenn der Brand durch eigene Fahrlässigkeit verursacht wurde? Hier greift die private Haftpflichtversicherung, die sich um die Haftung kümmert. Der Bundesgerichtshof hat bereits entschieden, dass bei leicht fahrlässig verursachten Schäden die Gebäudeversicherung in der Regel keinen Regress gegen die Mieter:innen erhebt. Ein kleiner Lichtblick, könnte man sagen.

Wenn die Wohnung über einen längeren Zeitraum unbewohnbar bleibt, springt in der Regel die Hausratversicherung ein und übernimmt die Kosten einer Ersatzunterkunft. Wie es scheint, haben einige Mieter:innen bereits selbst organisierte Unterkünfte gefunden – und Vonovia hat auch vorübergehende Unterkünfte vermittelt. Ein Lichtblick in der dunklen Zeit, die diese Bewohner:innen durchleben müssen. Die konkreten Reparaturarbeiten haben begonnen, auch wenn die Dauer dieser Arbeiten noch unklar bleibt. Vonovia schätzt, dass die Reparaturen drei bis fünf Monate in Anspruch nehmen werden. Ein langer Weg, aber vielleicht gibt es ja bald wieder ein Stück Normalität für die Betroffenen.