Die Schatten der Daltons: Berlins neue Generation der organisierten Kriminalität
Die Berliner Polizei und die Staatsanwaltschaft haben den Druck auf mutmaßliche kriminelle Gruppen in der Stadt erhöht. Am Mittwochmorgen, dem 18. Juni 2026, fanden großangelegte Durchsuchungen in Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt statt. Im Visier der Ermittlungen der Gruppe „Telum“ standen mindestens zehn Objekte innerhalb der türkischen Community, die wegen räuberischer Erpressung durchsucht wurden. Die Operation wurde von Spezialeinsatzkommandos (SEK) und der GSG 9 unterstützt, die sich in einige brisante Einsätze stürzten. Unter anderem wurde eine Wohnung in der Kreuzbergstraße gestürmt, die als Unterschlupf für mutmaßliche Hintermänner von sogenannten „Shootern“ diente. Auch ein Café an der Schwedenstraße in Wedding und ein Objekt in Blankenfelde-Mahlow standen auf der Liste der Durchsuchungen.
Die Ermittlungsgruppe „Telum“, die im Februar ins Leben gerufen wurde, ist eine direkte Reaktion auf die besorgniserregenden Schießereien in Berlin. Ihr Fokus liegt auf Banden, deren Anführer aus der Türkei agieren und türkisch- sowie kurdischstämmige Ladeninhaber bedrohen. Hierbei wird ein besonders perfides System sichtbar: Junge Männer aus der Türkei werden für kurze Zeit eingeflogen, um Aufträge für Schüsse auszuführen. Die Kommunikation zwischen diesen Gruppen erfolgt oft über Internetportale oder Chatgruppen. In den letzten Monaten hat die Polizei zahlreiche Verdächtige festgenommen und eine beachtliche Menge an Pistolen sowie Munition beschlagnahmt. Ende Mai saßen knapp 30 mutmaßliche Täter in Untersuchungshaft, während über 100 Ermittlungsverfahren parallel laufen.
Die Schatten der „Daltons“
Doch damit nicht genug: In Deutschland breitet sich eine neue Generation der türkischen Mafia aus, die als „Daltons“ bekannt ist. An der Spitze dieser Gruppe steht Berat Can Gökdemir, ein Mann, dem in der Türkei eine Haftstrafe von 1.281 Jahren und zweimal lebenslänglich droht. Komischerweise hält sich Gökdemir derzeit in Russland auf und wird trotz eines Auslieferungsgesuchs nicht an die Türkei übergeben. Die türkische Justiz wirft ihm Mord, Anstiftung zum Mord, bewaffnete Angriffe und Raub vor. Die „Daltons“ sind Teil einer neuen Welle organisierter Kriminalität, auch als „Gen-Z-Mafia“ bezeichnet. In den letzten fünf Jahren sollen in Istanbul mehrere Dutzend Menschen von diesen Gruppen ermordet worden sein, während in Deutschland ihre Aktivitäten im Bereich Bedrohung, Erpressung von Geschäftsleuten und illegalem Waffenhandel zu beobachten sind.
In Berlin gab es mehrere Schießereien, die eng mit den „Daltons“ verbunden sind. Die Polizei hat die Sondereinheit „Ferrum“ gegründet, um Schusswaffen zu beschlagnahmen und dem Treiben ein Ende zu setzen. Das Engagement der Berliner Staatsanwaltschaft ist unabdingbar – über 200 Verfahren sind bereits anhängig. Berlins Justizsenatorin berichtete von Erpressungen, bei denen Waffen nicht nur eine Androhung, sondern Realität sind. Ein besonders krasser Fall zeigt, wie ein Supermarktbetreiber von einem Mitglied dieser Gruppe um 250.000 Euro Schutzgeld erpresst wurde. Auch im Oktober 2025 kam es in Hannover zu einem tödlichen Vorfall: Ein 27-Jähriger, der mit einem Berliner Clan in Verbindung stand, wurde erschossen. Es ist schon beunruhigend, wie tief die Tentakeln dieser kriminellen Netzwerke in die Gesellschaft eingewoben sind.
Was viele nicht wissen: Gökdemir scheint weiterhin die Aktivitäten der „Daltons“ aus Russland zu koordinieren, wo er in einem von der russischen Regierung bereitgestellten „Safe House“ lebt. Es gibt sogar Hinweise auf mögliche Verbindungen zwischen ihm und dem russischen Geheimdienst. Die türkischen Ermittlungsakten über Gökdemir wurden an Russland übermittelt, doch trotz aller Bemühungen wurde er nicht ausgeliefert. So bleibt ein schattenhaftes Netz von Verbindungen zwischen den Welten der organisierten Kriminalität und internationalen Beziehungen bestehen, das den Alltag in Berlin und darüber hinaus beeinflusst.
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