Das SEZ in Friedrichshain – ein Ort voller Erinnerungen und Geschichten. Das ehemalige Sport- und Erholungszentrum, bekannt für sein Wellenbad und die unzähligen Besucher, die es einst anlockte, dient nun als Kulisse für eine ZDF-Serie. Irgendwie ironisch, nicht wahr? Während in der Serie Ärzte um das Leben von Patienten kämpfen, droht dem Gebäude selbst das Aus. Ein spannender, jedoch melancholischer Blick zurück in die Geschichte der DDR.

Eröffnet wurde das SEZ am 20. März 1981 von Erich Honecker, nach 27 Monaten Bauzeit. Ursprünglich sollte es als ein Ort der Erholung und des Sports für die Massen fungieren – ausgelegt für bis zu 22.000 Besucher täglich! Die Erwartungen waren hoch, und es war ein echter Anziehungspunkt. In den ersten fünf Jahren strömten 16 Millionen Menschen in die Hallen, um im Wellenbad zu planschen oder sich sportlich zu betätigen. Damals war das Wellenbad das erste seiner Art in der DDR. Es ist fast schon nostalgisch, sich vorzustellen, wie Honecker persönlich die künstlichen Wellen in Gang setzte.

Ein Abbild der Zeit

Das SEZ war mehr als nur ein Schwimmbad: Es war ein Ort des Zusammenkommens. Sporthallen, Bowlinganlagen, und sogar eine Eisbahn – alles an einem Platz. Die Menschen genossen das abwechslungsreiche Veranstaltungsprogramm, das von Varieté über Kabarett bis hin zu Tanz und Folklore reichte. Und die Eintrittspreise? Die waren für die damalige Zeit echt fair. Zwischen 20 und 50 Pfennig mussten die Besucher zahlen. Trotz der subventionierten Preise standen die Leute oft Schlange. Ein wahres Volldampfbad des Lebens!

Doch die Zeiten haben sich geändert. Nach der Wende war die Zukunft des SEZ lange ungewiss. Der Berliner Senat schloss es im Dezember 2002, und die Belegschaft wurde entlassen. Der Gebäudekomplex wurde später für einen symbolischen Euro verkauft und erlebte diverse Renovierungen. Ein bisschen wie eine alte Dame, die sich nach und nach wieder schick macht – die Bowlingbahn und Sportbereiche wurden wiedereröffnet, aber viele Flächen blieben ungenutzt, trostlos, und fast vergessen.

Ein bleibendes Erbe

Die Dreharbeiten für die ZDF-Serie geben dem SEZ eine neue, wenn auch bittersüße Bedeutung. Auch wenn die Zukunft des Gebäudes ungewiss ist, bleibt es durch die Produktion dokumentiert und in den Köpfen der Menschen verankert. Ein Ort, der Geschichten erzählt – das kann man nicht einfach abreißen. Vielleicht wird das SEZ eines Tages wieder aufblühen, in welcher Form auch immer. Wer weiß? Vielleicht wird es eines Tages auch wieder ein Ort der Begegnung und des Vergnügens sein. Aber bis dahin bleibt es ein faszinierendes Relikt, das die Erinnerungen an eine andere Zeit lebendig hält.