In Berlin fand am heutigen Tag eine bedeutende propalästinensische Demonstration statt, die im Kontext des möglichen Endes des Krieges in Gaza stand. Laut rbb24 forderten die Teilnehmer mit Nachdruck Freiheit und Gerechtigkeit für Palästina. Viele der Anwesenden schwenkten Flaggen, während Redner Israel als „kaltblütigen Mörder“ bezeichneten. Die Demonstration war geprägt von Kritik an der deutschen Politik, insbesondere hinsichtlich der Waffenlieferungen an Israel. Plakate mit Slogans wie „Israel bombardiert, Deutschland finanziert“ spiegelten die Wut der Protestierenden wider.

Die Polizei zählte rund 14.000 Teilnehmer, obwohl nur 5.000 formell angemeldet waren. Der Demonstrationszug führte von der Straße des 17. Juni durch das Regierungsviertel bis zum Roten Rathaus. Angesichts der hohen Teilnehmerzahl wird von der Polizei geprüft, ob die geplante Route beibehalten werden kann. Vor Beginn der Demonstration verhängte die Polizei einige Auflagen, darunter ein Verbot von Fahnenverbrennung und der Verherrlichung von Terrororganisationen. Ein geplantes Gedenken an die von der Hamas verschleppten israelischen Geiseln am 7. Oktober 2023 auf dem Bebelplatz musste aufgrund der geltenden Waffenruhe im Gazastreifen abgesagt werden, die eine Rückkehr der Geiseln in Aussicht stellt.

Forderungen und Kritik an der Bundesregierung

Die Protestierenden aus einer Vielzahl von Organisationen, darunter Medico International und Amnesty International, forderten im Rahmen der Großdemonstration den sofortigen Stopp deutscher Waffenexporte an Israel, Zugang für humanitäre Hilfe nach Gaza sowie EU-Sanktionen gegen Israel. Diese Forderungen wurden nicht nur in Redebeiträgen, sondern auch durch Slogans wie „Free, free Palestine“ und „Gaza – Stoppt das Massaker“ lautstark unterstrichen, wie Tagesschau berichtet. Zudem äußerte die Linken-Bundesvorsitzende Ines Schwerdtner, dass sie von einem Völkermord in Gaza spreche und die Bundesregierung wegen ihrer Untätigkeit kritisierte.

Die Großdemonstration fand im Rahmen der sogenannten „All Eyes on Gaza“-Kampagne statt, die die größte Protestveranstaltung zu diesem Thema in Deutschland darstellt. Veranstalter schätzten die Teilnehmerzahl am Großen Stern auf über 100.000, während die Polizei von etwa 60.000 ausging. Diese Zahlen übertrafen die bisher größte Demonstration zu diesem Thema im Sommer 2025, an der 50.000 Menschen teilgenommen hatten. Um die Sicherheit während der Proteste zu gewährleisten, waren rund 1.800 Polizeibeamte im Einsatz.

Kleinere Proteste und internationale Reaktionen

Neben der großen Demonstration fanden auch kleinere Protestaktionen, wie eine mit etwa 1.200 Teilnehmern in Kreuzberg, statt. Diese mussten aufgrund von Straftaten aufgelöst werden. Laut ZDF wurden bei diesen Aktionen einige verbotene Ausrufe festgestellt, die dazu führten, dass Teilnehmer festgehalten wurden. Insgesamt gab es mehrere Verletzte, unter anderem sieben Polizeibeamte, die durch Knalltraumata verletzt wurden.

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Die Hintergründe des Gaza-Kriegs sind kompliziert. Er wurde durch einen Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst, der etwa 1.200 Menschen das Leben kostete. Seitdem befinden sich mehr als 250 Menschen in den Händen der Hamas, während nach israelischen Angaben noch 48 Geiseln, von denen 20 am Leben sind, im Gazastreifen festgehalten werden. Die humanitäre Situation im Gazastreifen hat sich dramatisch verschärft, internationale Organisationen und die UN haben für viele Teile eine Hungersnot erklärt und Israel für die Abriegelung der Region verantwortlich gemacht.

Die heutige Demonstration in Berlin war daher nicht nur ein Ausdruck des Protests gegen die aktuelle Situation im Gazastreifen, sondern auch ein dringend erhobenes Plädoyer für eine Kursänderung der deutschen und internationalen Politik im Nahen Osten.

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