Frankfurt (Oder) wählt: Wer wird Nachfolger von René Wilke?
In Frankfurt (Oder) stehen die Wahlen für ein neues Stadtoberhaupt bevor. Am 21. September 2025 wird die Bevölkerung aufgerufen, einen Nachfolger für den bisherigen Oberbürgermeister René Wilke zu wählen, der ins Brandenburger Innenministerium gewechselt ist. Bei dieser Wahl ist eine Vielzahl von Themen im Fokus, insbesondere die Zusammenarbeit mit der polnischen Nachbarstadt Słubice und Fragen zur Sicherheitslage in der Stadt.
Drei Frauen und ein Mann kämpfen um das Amt: Désirée Schrade von der CDU, Simona Koß von der SPD, Wilko Möller von der AfD sowie Axel Strasser, der als unabhängiger Kandidat antritt. Schrade ist 39 Jahre alt, Rechtsanwältin und derzeit Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung. Simona Koß ist 64 Jahre alt, Schulrätin und ehrenamtliche Bürgermeisterin von Prötzel, während Wilko Möller, 58 Jahre alt, Bundespolizist (außer Dienst) und Landtagsabgeordneter ist. Axel Strasser, 48 Jahre alt und promovierter Politologe, lebt seit fünf Jahren in Frankfurt (Oder) und betont seine parteipolitische Unabhängigkeit als wertvollen Vorteil.
Kandidaten im Detail
Die vier Kandidaten bringen unterschiedliche Ansätze und Prioritäten in den Wahlkampf ein. Schrade setzt sich für die Beendigung der Grenzkontrollen und die Verstärkung der Zusammenarbeit zwischen den beiden Städten ein. Sie sieht die Notwendigkeit, die Lebensqualität in der Region zu erhöhen. Koß plant den Ausbau der Infrastruktur insbesondere durch den Bau einer Fußgänger- und Radfahrerbrücke zwischen Frankfurt (Oder) und Słubice.
- **Désirée Schrade (CDU)**: Beendigung der Grenzkontrollen, Verbesserung der Lebensqualität.
- **Simona Koß (SPD)**: Ausbau der Infrastruktur, Fußgänger- und Radfahrerbrücke zu Słubice.
- **Wilko Möller (AfD)**: Unterstützung von Grenzkontrollen, engere Zusammenarbeit der Behörden.
- **Axel Strasser (unabhängig)**: Mehr zweisprachige Angebote und duale Ausbildung zwischen deutschen und polnischen Unternehmen.
Möller, der bereits 2018 Kanditat war, könnte erneut in die Stichwahl einziehen, nachdem er bei der letzten OB-Wahl 17 Prozent der Stimmen erhielt. Seine Kampagne fokussiert sich stark auf Sicherheitsfragen, angesichts der relativ hohen Kriminalitätsrate in Frankfurt (Oder), die 2024 bei 17.624 Straftaten je 100.000 Einwohner lag, höher als in Berlin. Strasser beschreibt ein wachsendes Unsicherheitsgefühl in der Stadt und hofft, dass seine Unabhängigkeit Wähler anzieht.
Eine mögliche Stichwahl würde am 12. Oktober 2025 stattfinden, falls kein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht. Rund 50.000 Wahlberechtigte sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die öffentliche Diskussionsrunde im Kleist Forum, die am heutigen Tag, dem 16. September 2025, stattfand, bot den Bürgern die Gelegenheit, sich über die Positionen der Kandidaten zu informieren. Die Veranstaltung war kostenfrei und wurde per Livestream sowie Liveticker übertragen.
Wahl im Kontext
Kommunalwahlen, wie sie in Frankfurt (Oder) stattfinden, sind ein fundamentales Element des politischen Systems in Deutschland. Sie ermöglichen den Bürgern, direkt über ihre Vertreter in den Gemeinden und Städten zu entscheiden. Die Wahl ist Teil eines Prozesses, der im Grundgesetz verankert ist und durch die allgemeine und geheime Stimmabgabe geprägt ist, wie die Bundeszentrale für politische Bildung betont.
In Zeiten, in denen das Vertrauen in etablierte Parteien schwindet, könnte die Unabhängigkeit von Kandidaten wie Axel Strasser neue Wähler anziehen. Gleichzeitig werfen die Erfolge von Parteien wie der AfD Fragen über einen möglichen Rechtsruck in der Stadt auf. Eduard Mühle, Präsident der Europa-Universität Viadrina, äußert hierzu Bedenken und weist auf die Notwendigkeit hin, die politische Landschaft im Blick zu behalten.
Die bevorstehenden Wahlen in Frankfurt (Oder) könnten somit nicht nur die lokale Politik, sondern auch die Dynamik im gesamten Land beeinflussen. Alle Bürger sind daher aufgefordert, ihre Stimmen zu nutzen und sich aktiv an diesem wichtigen demokratischen Prozess zu beteiligen.
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