Am Freitagnachmittag, gegen 16 Uhr, wurde Berlin wieder einmal von einem Stromausfall heimgesucht – diesmal traf es die Viertel Grunewald und Westend. Technische Mängel, genauer gesagt ein defekter Schalter in einem der Umspannwerke, sorgten dafür, dass etwa 4.500 Haushalte und rund 300 Gewerbeeinheiten im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf im Dunkeln saßen. Ein ganz schönes Chaos, das da in der Stadt herrschte. Eine Stunde später waren immer noch etwa 1.000 Haushalte und 100 Betriebe ohne Strom. Fünf Reparaturteams waren im Einsatz, um das Problem zu beheben, und die Arbeiten waren am Abend schließlich abgeschlossen. Doch die Erinnerungen an den größeren Stromausfall im Januar 2026, der durch einen mutmaßlichen Brandanschlag verursacht wurde, schwirren immer noch in den Köpfen der Berliner.
Im Januar 2026 waren es ganze 45.000 Haushalte und über 2.000 Gewerbebetriebe, die tagelang ohne Strom auskommen mussten. Damals kündigte der Berliner Senat an, das „Resilienzkonzept für die Stromversorgung“ schneller umzusetzen. Dieses Konzept sieht unter anderem zusätzliche Sicherungen für Umspannwerke und zentrale Netzknoten vor, denn die Sicherheit der Stromversorgung ist ein heißes Thema. Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sollen zum Beispiel erweiterte Notstromkapazitäten erhalten. Angesichts der Diskussion um das Kritis-Dachgesetz auf Bundesebene, das Betreiber kritischer Infrastruktur zu Schutzplänen verpflichtet, wird immer wieder betont, wie wichtig es ist, hier proaktiv zu handeln.
Herausforderungen bei der Notstromversorgung
Doch was passiert, wenn der Strom wirklich mal ausfällt? Mobilfunkstationen sind in der Lage, kurzfristig über Batteriepufferung betrieben zu werden. Das heißt, für eine begrenzte Zeit können Telefonate und Notrufe aufrechterhalten werden. Aber bei längeren und großflächigeren Stromausfällen kann die Verfügbarkeit der Mobilfunknetze stark eingeschränkt sein. Die Betreiber geben sich zwar Mühe, eine Grundversorgung mit den wesentlichen Basisdiensten sicherzustellen, aber es ist ratsam, die Mobiltelefonnutzung auf wichtige Anrufe zu beschränken. Schließlich können Notrufende unabhängig von ihrem Vertrag einen Notruf absetzen, solange ihr Endgerät Empfang hat – auch wenn dieser Empfang manchmal eher schwach ist und man vielleicht sogar nach draußen gehen muss.
Die technischen Mängel an der Notstromversorgung kritischer Infrastrukturen in Deutschland sind alarmierend. Der TÜV-Verband hat festgestellt, dass drei von vier geprüften Anlagen in Sonderbauten wie Krankenhäusern und Pflegeheimen gravierende Fehler aufweisen. Nur 25% der Sicherheitsstromversorgungsanlagen sind mängelfrei! Das lässt einen schon ein wenig schaudern, wenn man an die lebenswichtigen Funktionen denkt, die diese Anlagen sicherstellen sollen. Lüftungen, Brandmeldeanlagen und Aufzüge – alles Dinge, die im Ernstfall funktionieren müssen. Die gesetzlichen Anforderungen sind da, aber die Umsetzung hapert oft. Die meisten Notstromaggregate sind nur für 12 bis 24 Stunden ausgelegt. Was passiert also, wenn der Strom länger ausfällt?
Regelmäßige Überprüfungen und Anpassungen der Konzepte sind absolut essenziell. Die Verantwortung liegt bei den Betreibern, und es ist an der Zeit, dass diese Verantwortung auch ernst genommen wird. Es bleiben noch viele Herausforderungen, aber die geplanten Schritte zur verstärkten Prüfung und zum Ausbau der Wartungskonzepte sind ein Anfang. Die Berliner sollten sich darauf verlassen können, dass in Krisensituationen alles reibungslos funktioniert. Schließlich geht es um nichts Geringeres als die Sicherheit und das Wohlbefinden der Menschen in der Stadt.