In den letzten Wochen hat sich in Berlin eine spannende Entwicklung im Bereich der Polizeiausbildung abgezeichnet. Brandenburgs Innenminister Jan Redmann hat festgestellt, dass das Interesse, bei der Brandenburger Polizei zu arbeiten, insbesondere von Berlinerinnen und Berlinern, merklich steigt. Das ist nicht ganz neu – schon in der Vergangenheit haben viele Berliner lieber den Weg nach Brandenburg gewählt, um dort Polizist zu werden. Doch jetzt scheint dieser Trend an Fahrt zu gewinnen.

Die CDU Brandenburg bringt das Ganze auf den Punkt: Die Berliner Linke „vergrault“ Polizisten. Einigen scheint die jüngste politische Entwicklung in der Hauptstadt nicht zu gefallen, und das hat Auswirkungen auf die Personalplanung. Redmann selbst hat auf Instagram für den Polizeinachwuchs geworben, insbesondere für jene, die sich über die politische Zukunft in ihrem Heimatland Sorgen machen. Bei den Wahlen im September wurde die Linke in Berlin stärkste Kraft, während in Sachsen-Anhalt die AfD an Einfluss gewann. Das sind nicht gerade beruhigende Aussichten für viele, die in der Polizei arbeiten oder es vorhaben.

Brandenburgs Personalbedarf und Abwerbeversuche

Brandenburg hat große Pläne: Jährlich werden 440 Polizeianwärter gesucht, mit dem Ziel, die Landespolizei auf 9.000 Stellen auszubauen. Das klingt nach einer gewaltigen Herausforderung! Allerdings stehen viele Bundesländer, darunter auch Baden-Württemberg, bereit, um Polizeipersonal aus Berlin abzuwerben. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) warnt, dass diese Abwerbeversuche die innere Sicherheit in Berlin gefährden könnten. Die Berliner Polizeikräfte sind aufgrund ihrer Ausbildung und Erfahrung gefragt, und die Unsicherheit, die nach den Wahlen entstanden ist, könnte viele dazu bewegen, ein neues berufliches Kapitel in einem anderen Bundesland aufzuschlagen.

Die Bewerbungsfrist für eine Ausbildung, die im April 2027 beginnt, endet noch in diesem Jahr, am 31. Dezember. Das hat die GdP schon dazu veranlasst, sich Gedanken über die zukünftige Personalplanung zu machen. Was passiert, wenn viele potenzielle Bewerber in andere Bundesländer abwandern? Die Frage ist, wie stabil die Personalplanung in Berlin bleibt. In den letzten Jahren ging die Zahl der Bewerbungen bei den Polizeien in vielen Bundesländern zurück – in Berlin um 13,7 Prozent zwischen 2020 und 2025.

Die Herausforderungen der Polizeiausbildung

Die Zahlen sind alarmierend. Von 2020 bis 2025 gab es in fast allen Bundesländern einen Rückgang der Bewerbungen für die Polizeiausbildung. Ein Großteil der Bewerber scheitert an den Aufnahmeprüfungen oder bricht die Ausbildung vorzeitig ab. In Berlin blieben 2025 rund ein Fünftel der Ausbildungsplätze unbesetzt. Das sind ganz schön viele ungenutzte Chancen! Da stellt sich die Frage, wie man dieser Entwicklung entgegenwirken kann. Die GdP fordert verlässliche Personalstärken und eine verstärkte Anstrengung bei der Ausbildung und Nachwuchsgewinnung.

Ein weiteres Problem sind die Anforderungen im Auswahlverfahren. In Berlin scheiterten 2024 laut Polizei 45 Prozent der Bewerbenden wegen unzureichender Deutschkenntnisse. Ein Drittel der Neuntklässler verfehlte bundesweit die Mindeststandards in Mathematik. Das sind nicht nur Statistiken – das sind echte Menschen, die vielleicht einen Beruf ergreifen wollten, der sie erfüllt. Bildungsexperten sehen die Herausforderungen bei der Polizeirekrutierung im Kontext eines allgemeinen Fachkräftemangels. Viele Betriebe in Deutschland können ihre Ausbildungsstellen nicht besetzen, und die Defizite in den grundlegenden Fähigkeiten wie Deutsch und Mathematik sind nicht zu übersehen.

In dieser unsicheren Zeit ist es umso wichtiger, dass sowohl die Politik als auch die Gewerkschaften gemeinsam Lösungen finden. Ein Umdenken ist gefragt, um junge Menschen für den Polizeidienst zu begeistern und langfristig zu halten. Die Frage bleibt: Wie kann ein attraktives Arbeitsumfeld geschaffen werden, das die besten Talente anspricht und auch bindet? Das wird die Herausforderung für die kommenden Jahre sein, nicht nur in Berlin und Brandenburg, sondern in ganz Deutschland.