In einer charmanten Ecke des Berliner Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf, ganz nah am pulsierenden Kurfürstendamm, brodelt es gewaltig. Dort, wo einst Tennisplätze Prominente wie Erich Kästner und andere Berliner Größen anlockten, plant ein Investor, ein Gebäude mit 70 Wohnungen zu errichten. Ein Wohnraum, der dringend benötigt wird, aber die Anwohner sind seit 13 Jahren im Kampf, diesen historischen Ort zu bewahren. Ein Platz, der nicht nur für sportliche Aktivitäten, sondern auch für Erinnerungen steht. Nun wurde allerdings eine Baugenehmigung erteilt, und die Situation hat sich gewendet – oder vielleicht auch nicht?

Ein Umweltskandal, könnte man sagen. Der Umweltstadtrat warnt, dass auf dem Gelände mittlerweile ein „ganzer Wald“ gewachsen ist. Ja, richtig gehört! Förster sollen nun den Zustand des Bewuchses bewerten. Wenn das kein Aufreger ist! Diese Bäume könnten den Bau eines neuen Wohnprojekts blockieren. Ein bisschen wie im Märchen, wo die Natur immer wieder ihren Weg findet, um das Vorankommen der Menschen zu behindern.

Ein denkmalgeschützter Ort

Kommen wir zum WOGA-Komplex, der in den 1920er Jahren von Erich Mendelsohn entworfen wurde. Ein architektonisches Highlight, das seit 1982 unter Denkmalschutz steht. Die geplanten Neubauten sollen im Innenbereich der ehemaligen Tennisplätze entstehen und sich dabei dem historischen Ensemble annähern. Ein heikles Unterfangen, denn der Baubeginn ist für das Frühjahr 2027 angesetzt. Die Anwohnerinitiative „Freunde des WOGA-Komplexes“ hat sich bereits mobilisiert und fürchtet massive Beeinträchtigungen, die die Sichtachsen und das städtebauliche Konzept Mendelsohns gefährden könnten.

Die Tennisplätze selbst wurden seit 2007 nicht mehr genutzt. Doch der Streit um die Bebauung ist alles andere als vorbei. Im Jahr 2022 stoppte das Verwaltungsgericht ein früheres Projekt aufgrund denkmalrechtlicher Bedenken. Die damaligen Planungen wurden als zu massiv und überdimensioniert angesehen. Es bleibt abzuwarten, ob die neue Baugenehmigung den gleichen Widerstand überstehen kann. Daran glauben die Anwohner nicht so recht.

Umwelt und Nachverdichtung

Hier wird auch die Frage der Nachverdichtung spannend. Der Ausschuss „Gesetze, Normen und Verordnungen“ hat sich intensiv mit der Berliner Bauordnung beschäftigt, insbesondere mit den Herausforderungen, die die Innenentwicklung mit sich bringt. Es geht darum, das Stadtentwicklungsziel 2030 zu erreichen, das sagt: „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“. Na, wenn das nicht nach einer Herausforderung klingt! Rettungswege, Milieuschutzgebiete und die Besonderheiten des § 34 BauGB – all das wirkt wie ein undurchdringlicher Dschungel aus Vorschriften.

Die Anwohner sind skeptisch. Fragen zu Brandschutz, Versiegelung, und den Klimafolgen stehen im Raum und sorgen für einen gewissen Unmut. Eigentümergemeinschaften haben Widerspruch gegen die Baugenehmigung eingelegt und bereiten eine Anfechtungsklage vor. Es wird also spannend, wie sich die Pläne für den WOGA-Komplex entwickeln werden. Der Baubeginn könnte bald bevorstehen, aber die Vorzeichen sind alles andere als klar. In dieser urbanen Saga, wo Natur und Baukunst aufeinanderprallen, bleibt abzuwarten, wer am Ende das letzte Wort hat.