In Berlin und Brandenburg ist in den letzten Tagen einiges los gewesen. Eine weltweite Sicherheitslücke in der Programmiersprache PHP hat dazu geführt, dass viele Webseiten vorsorglich vom Netz genommen wurden. Die Behörden und IT-Experten haben schnell reagiert, doch die Situation war angespannt. Glücklicherweise – und das ist die gute Nachricht – entstand bisher kein nennenswerter Schaden in der Hauptstadtregion.

Die Freie Universität Berlin meldete, dass viele ihrer Systeme wieder in Betrieb sind, auch wenn es bis Freitag dauern könnte, bis alle Angebote verfügbar sind. Auch die Universität Potsdam und die Berliner Charité sind nun wieder online. Die S-Bahn Berlin hat bestätigt, dass ihre Webseite ohne Einschränkungen erreichbar ist. Das Hauptstadtportal „berlin.de“ kann ebenfalls wieder genutzt werden, was für viele Bürger eine Erleichterung darstellt, da Terminbuchungen und das Ausfüllen von Formularen nun wieder möglich sind. Der Senatssprecherin Christine Richter zufolge sind fast alle Funktionen wiederhergestellt. Die Stadtverwaltung Cottbus arbeitet ebenfalls an der Wiederfreischaltung ihres Internetauftritts.

Die Sicherheitslücke und ihre Folgen

Die Sicherheitslücke, die als „PHP2Shell“ bekannt ist, betrifft das Herzstück vieler Webseiten und Anwendungen. Von WordPress bis zu Onlineshops sind unzählige Dienste betroffen, und das macht die Lage besonders brisant. Es gibt Berichte, dass die Schwachstellen CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619 eine Bewertung von 9,2 von 10 auf der CVSS-Skala erhalten haben – das ist alarmierend. Ein Angreifer braucht weder eine Authentifizierung noch eine Nutzerinteraktion, um Schadcode auszuführen. Das ist beunruhigend und zeigt, wie wichtig es ist, schnell zu handeln.

Am 21. Oktober 2026 wurden von den PHP-Entwicklern Patches zu diesen Schwachstellen angekündigt. Das BSI rät allen Betreibern, diese Updates sofort nach ihrer Veröffentlichung zu installieren. Es gibt bereits öffentliche Exploits, und einige Angriffe auf verwundbare Systeme wurden im Internet beobachtet. Das RUS-CERT hat sogar bestätigt, dass ein Exploit erfolgreich auf einem Testsystem verifiziert werden konnte. Wenn man bedenkt, dass alle PHP-Versionen ab PHP 5 betroffen sind, betrifft das Versionen aus den letzten 20 Jahren. Das ist wirklich ein großer Batzen.

Was nun?

Es bleibt abzuwarten, wie schnell die betroffenen Systeme wieder vollständig online gehen können. Während einige Webseiten wie die des Ernst-von-Bergmann-Klinikums oder die der S-Bahn bereits wieder funktionieren, sind andere, etwa die Internetwachen der Polizei in Berlin und Brandenburg, noch immer nicht erreichbar. Hier müssen die Bürger um Verständnis bitten, denn über diese Plattformen können normalerweise Anzeigen erstattet werden.

Die Lage hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) als außergewöhnlichen Notfall eingestuft. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger hat betont, dass es derzeit keine Hinweise auf eine Betroffenheit von Webseiten oder IT-Systemen des Bundes gibt. Die schnelle Reaktion auf die Sicherheitslücke zeigt, wie wichtig die Erkennung und Schließung von Schwachstellen in der heutigen digitalen Welt ist. Und das ist nicht nur ein Aufruf zur Vorsicht, sondern auch ein Appell an alle, ihre Systeme regelmäßig zu aktualisieren.

So bleibt uns nur zu hoffen, dass das Chaos bald ein Ende hat und wir wieder unbeschwert durch das Netz surfen können. Bis dahin ist es ratsam, die eigenen Systeme im Auge zu behalten und auf dem Laufenden zu bleiben. Die Ereignisse der letzten Tage erinnern uns daran, wie verletzlich unsere digitale Welt sein kann – und wie wichtig es ist, wachsam zu bleiben.