Berliner Ausstellung „Wege des Erinnerns“ eröffnet: Ein Blick zurück!
Am 23. Oktober 2025 eröffnete die Ausstellung „Wege des Erinnerns“ in der Galerie Wedding – Raum für zeitgenössische Kunst. Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger betonte bei der Eröffnung die Bedeutung der Ausstellung für die Aufarbeitung der Berliner Stadtgeschichte und das kollektive Gedächtnis. Die Ausstellung ist gewidmet Menschen und Initiativen, die zur Transformation des Berliner Stadtraums beigetragen haben. Die Ausstellung erfolgt in Kooperation mit dem Erinnerungsort Kolonialismus und stellt relevante Aspekte der deutschen Geschichte dar.
Die Kuratoren Dr. Ibou Coulibaly Diop und Julien Enzanza haben eine beeindruckende Werkschau zusammengestellt. Eines der Highlights ist eine großformatige Fotoserie von Yero Adugna Eticha, die prominente Persönlichkeiten der pluralen Erinnerungsarbeit in Berlin portraitiert. Eine Schaufensterinstallation mit dem Titel „Erinnern. Entschuldigen. Entschädigen“ thematisiert die Berliner Afrika-Konferenz von 1884/85, während filmische Arbeiten von Nicolas Premier und Siska die Thematik weiter vertiefen.
Erweiterung durch weitere Ausstellungen
Zur gleichen Zeit wird auch die Ausstellung „KaKaKaTi Nno Munange“ mit neuen fotografischen Arbeiten von DeLovie Kwagala, besser bekannt als Papa De, eröffnet. Diese beiden Ausstellungen sind Teil des übergreifenden Projekts „Dekoloniale – was bleibt?!“, welches sich mit Berlins Verstrickung in die globale Versklavungs- und Kolonialgeschichte beschäftigt.
Insgesamt ist das Projekt seit 2020 aktiv und dokumentiert die Entwicklungen zur dekolonialen Erinnerungskultur in Berlin. Die Ausstellung „Wege des Erinnerns“ läuft bis zum 31. August 2025 und kann von Dienstag bis Sonntag, zwischen 12 und 19 Uhr besucht werden.
Der Kontext der Dekolonialen Erinnerung
Ein wichtiger thematischer Bestandteil der dekolonialen Ausstellungen sind auch die Veranstaltungen im Museum Nikolaikirche. Dort sind derzeit zwei bedeutende Ausstellungen zu erleben: „Koloniale Gespenster – Widerständige Geister. Kirche, Kolonialismus und darüber hinaus“ sowie „Eingeschrieben. Kolonialismus, Museum und Widerstand“. Diese Veranstaltungen erweitern die Debatte um die Verflechtungen von Kolonialismus, Religion, Politik und Geschichtsschreibung, und präsentieren die Arbeiten von Künstlern wie Tonderai Koschke, Charlotte Ming und Theresa Weber.
Die zentrale Fragestellung, die in diesen Ausstellungen behandelt wird, ist die nachhaltige Erinnerungskultur im Kontext der kolonialen Geschichte Berlins. Die Ausstellungen sind täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet und bieten ermäßigten Eintritt für Jugendliche unter 18 Jahren.
Mit diesen initiativen wird ein bedeutender Beitrag zur Sichtbarmachung von Kolonialrassismus in der Stadt geleistet. Die Einbeziehung von Perspektiven aus afrikanischen, asiatischen und diasporischen Kontexten ist es, die die Diskussion über die Berliner Identität und ihr historisches Erbe prägt. Diese Maßnahmen sind Teil des Projekts der Dekolonialen Erinnerungskultur in der Stadt, welches das Ziel verfolgt, die Inhalte und Debatten rund um die koloniale Vergangenheit Berlins zu revitalisieren und neu zu interpretieren.
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