Am Dienstagmorgen, dem 9. September 2025, hat Berlin das innovative „VeloFlow“-System ins Leben gerufen, das darauf abzielt, den Radverkehr in der Hauptstadt erheblich zu verbessern. Dieses Pilotprojekt, das von der Senatsverwaltung eingeführt wurde, sieht die Installation von Bildschirmen etwa 200 Meter vor ausgewählten Ampeln vor. Diese Anzeigen geben Radfahrenden Empfehlungen zur optimalen Geschwindigkeit von 20 km/h, damit sie die Ampel bei Grün erreichen oder rechtzeitig stoppen können, falls sie auf Rot stoßen. Die Entwicklung soll die Attraktivität des Radfahrens steigern und den Verkehrsfluss optimieren, um somit auch Rotlichtverstöße zu reduzieren, wie rbb24 berichtet.

Die Auswertung der VeloFlow-Technologie besteht aus „Roadside Units“ (RSU), die Ampelinformationen in Echtzeit erfassen und an die Anzeigen weiterleiten. Diese technische Infrastruktur ist entscheidend für die Schaffung kooperativer und autonom fahrender Systeme, die eine neue Dimension der digitalen Verkehrsinfrastruktur in Berlin darstellen. Die erste Umsetzungsphase soll bereits im September 2025 beginnen.

Nachhaltige Mobilität und Radverkehr

Das Ziel von VeloFlow geht über eine reine technische Neuerung hinaus. Es soll auch dazu beitragen, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und Wartezeiten zu minimieren. Vor dem Hintergrund der aktuellen Studie des Fraunhofer IIS, die das Potenzial zur Verdreifachung des Radverkehrs in Deutschland bis 2035 aufzeigt, ist VeloFlow ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Laut der Studie könnte der Radverkehrsanteil an Wegen bis 30 Kilometer Länge von 13 % auf 45 % steigen und jährlich etwa 19 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente einsparen, sofern die Radinfrastruktur entsprechend ausgebaut wird. Es wird jedoch festgestellt, dass politische Maßnahmen nötig sind, um diese Potenziale zu verwirklichen, wie der ADFC betont.

Die geplanten Standorte für die VeloFlow-Anzeigen sind unter anderem die Invalidenstraße, Stargarder Straße und die Prenzlauer Allee. Die Installationskosten pro Anzeige belaufen sich auf etwa 3.000 Euro. Der Verband ADFC begrüßt diese Initiative als ersten Schritt, fordert aber gleichzeitig weitere Maßnahmen wie angepasste Ampelschaltungen und breitere Radwege. Zudem wird von Marlene Alber, der Referentin des ADFC, Tempo 30 in Städten angeregt, um Konflikte zwischen Radfahrern und Autofahrern zu minimieren.

Ausblick für Brandenburg

Der Senat hat in Brandenburg bislang keine VeloFlow-Systeme implementiert. Jedoch gibt es Überlegungen, entsprechende Systeme in Städten wie Potsdam und Cottbus einzuführen. Torsten Wolter von der AGFK BB fordert zusätzliche Fahrradstraßen und rot markierte Konfliktbereiche, um die radfahrerfreundliche Infrastruktur zu erweitern. In einigen Städten Brandenburgs existieren bereits Fahrradparkhäuser und Radstationen an Bahnhöfen, was als positives Beispiel für die Förderung des Radverkehrs angesehen wird.

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Ein weiteres unterstützendes Beispiel ist die technische Hilfe in Oranienburg, die Radfahrenden das Abstützen beim Warten an Ampeln erleichtert. Diese Maßnahmen verdeutlichen das Potenzial einer umfassenden Verbesserung der Bedingungen für Radfahrende in der Region.

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