Das traditionsreiche Cinema in der Bundesallee 111 in Schöneberg wird am 30. Oktober 2023 seinen Betrieb einstellen. Dies gab die Betreibergesellschaft „To the Movies“, die zu Cineplex gehört, in einer Pressemitteilung bekannt. Der letzte filmische Akt findet am 29. Oktober 2023 um 17 Uhr statt, wenn „Das Kanu des Manitu“ auf die Leinwand kommt.

Das Kino hat eine lange Geschichte, es wurde 1911 als Stummfilmkino unter dem Namen „Corso“ eröffnet und im Laufe der Jahre mehrfach umbenannt. Besonders prägnant ist die Umbenennung im Jahr 1959 zu „Cinema“, die mit der Einführung des Breitwand-Formats CinemaScope einherging. In den letzten Jahrzehnten war das Cinema vor allem als „One-Dollar-Kino“ bekannt, das mit seinen günstigen Eintrittspreisen viele Filmfans anzog.

Ein Verlust für die Kinokultur

Die Schließung wird von vielen aus der Nachbarschaft schmerzlich empfunden, da das Cinema nicht nur ein Ort für Filme war, sondern auch ein wichtiger kultureller Treffpunkt. Die Betreiber betonten, dass das Kino als „Herzensprojekt“ einen besonderen Stellenwert in der Berliner Kinokultur einnahm. Trotz der Schließung wird in den nahegelegenen Kinos Cineplex Titania und Adria Filmtheater weiterhin ein abwechslungsreiches Programm angeboten, was die betroffenen Kinoanhänger etwas mildern könnte.

Ein weiteres Traditionskino, das Capitol Dahlem, steht ebenfalls vor dem Aus. Das Cinema in Friedenau, eines der letzten Ladenkinos der Stadt, hatte zuletzt Platz für etwa 90 Personen und überzeugte mit seinem besonderen Charme. Die architektonischen Gegebenheiten des Kinos stießen jedoch zunehmend an ihre Grenzen, sodass es den modernen Anforderungen an Kinokomfort nicht mehr gerecht werden konnte, wie auch The Spot betont.

Kinocharme und Zukunft

Bis zur Schließung am 29. Oktober wird im Cinema wie gewohnt regulär Programm angeboten. Bereits gekaufte Gutscheine behalten ihre Gültigkeit und können in allen Berliner Cineplex-Kinos eingelöst werden, erläutert TIP Berlin. Der grüne Neon-Schriftzug des Kinos, der vor einigen Jahren durch LEDs ersetzt wurde, symbolisiert nicht nur die Geschichte des Hauses, sondern zieht auch nostalgische Erinnerungen an viele cineastische Erlebnisse in der Region nach sich.

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Mit dem endgültigen Abschied des Cinemas verlieren die Berliner nicht nur ein Kino, sondern ein Stück ihrer Kinogeschichte. In einer Zeit, in der die Filmkultur durch Streaming-Dienste und sich ändernde Sehgewohnheiten Wandel unterliegt, bleibt die Frage, welche anderen kulturellen Ort noch von der Schließung bedroht sein könnten.

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