Wenn man an Freizeitparks in Berlin denkt, kommen die Erinnerungen oft aus einer anderen Zeit, nostalgisch und voller Farben. Der Spreepark im Plänterwald ist da eine ganz besondere Geschichte. Er öffnete am 4. Oktober 1969 seine Tore als „VEB Kulturpark Plänterwald“ – der einzige dauerhaft betriebene Vergnügungspark der DDR. Ein Ort, wo Familien aus Ost-Berlin und anderen Teilen der DDR ihre Ausflüge planten. Der Eintritt kostete zur Eröffnung eine DDR-Mark, für Kinder nur 50 Pfennig. Die Fahrgeschäfte – von Karussells über Achterbahnen bis hin zu Konzerten – sorgten für unvergessliche Momente und glühende Kindheitserinnerungen.

Und dann war da das Riesenrad, ein überdimensionales Wahrzeichen, das zum 40. Jahrestag der DDR im Jahr 1989 auf 45 Meter Höhe und mit 40 Gondeln aufgerüstet wurde. Es konnte bis zu 240 Personen gleichzeitig in den Himmel über den Park bringen. Doch nach der Schließung im Jahr 2001 blieb das Riesenrad als stummer Zeuge der Vergangenheit zurück, während das Gelände selbst immer mehr verfiel und zu einem Lost Place wurde. Die Natur übernahm, und das rund 23 Hektar große Areal im Bezirk Treptow-Köpenick wurde ein Ort des Verfalls und der Entdeckung.

Ein neues Kapitel im Spreepark

Doch die Geschichte des Spreeparks ist noch lange nicht zu Ende. Heute, im Jahre 2026, ist das Gelände in vollem Umbau zu einem Kunst-, Kultur- und Naturpark. Geplant ist eine Wiederbelebung, die die Geschichte des Vergnügungsparks mit modernen Elementen verbindet. Die offizielle Wiedereröffnung ist für das Frühjahr 2027 geplant, also fast 25 Jahre nach dem Ende des regulären Betriebs. Das Kernareal ist zwar wegen der Bauarbeiten gesperrt, aber es gibt bereits legale Einblicke bei ausgewählten Führungen und Veranstaltungen.

Das Konzept sieht vor, historische Gebäude und Relikte der alten Fahrgeschäfte zu erhalten und neu zu interpretieren. Das berühmte Eierhäuschen an der Spree hat seine Türen bereits im März 2024 geöffnet und bietet Gastronomie sowie Kunst- und Aufenthaltsbereiche. Ein wunderschöner Ort, um sich mit Freunden zu treffen oder einfach die Atmosphäre zu genießen! Und das Riesenrad? Das wird in das neue Konzept integriert, bleibt also ein zentraler Bestandteil der neuen Identität des Parks.

Ein Ort der Erinnerung und der Natur

Das neue Spreepark-Konzept setzt auf eine harmonische Verbindung von Erinnerung und zeitgenössischer Nutzung. Hier sollen auch Natur- und Klimathemen eine Rolle spielen. Geplant sind das Englische Dorf, ein Amphitheater und verschiedene Kunst-Natur-Räume, die alle im Bau sind. Man kann sich schon jetzt vorstellen, wie das alles einmal aussehen wird: Ein Ort der Begegnung, der Kunst und der Natur. Einfach eine Oase mitten in der Stadt!

Die Umbauarbeiten werden von Grün Berlin durchgeführt, und seit die Stadt 2014 das Gelände übernommen hat, ist es in guten Händen. Die historischen Spuren der Vergangenheit werden erhalten, während neue Kunst- und Kulturangebote den Park auf eine spannende Art und Weise erweitern. Wahrscheinlich wird es auch bald ein Veranstaltungsprogramm geben, das die Besucher in seinen Bann zieht.

Wer also neugierig ist und einen Blick auf die Veränderungen werfen möchte, sollte sich die aktuellen Veranstaltungskalender anschauen. Dort gibt es die neuesten Informationen zu Führungen und Events. Aber eines ist sicher: Der Spreepark wird kein klassischer Freizeitpark mit Achterbahnen und Karussells mehr sein. Stattdessen wird er zu einem einzigartigen Raum, der die Herzen der Menschen auf eine ganz neue Art und Weise berühren wird.